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Temporary Gallery

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Ausstellungen | Ausstellung

Gregor Schneider: Haus u r 2026

Kunsthalle Düsseldorf

Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt mit Haus u r 2026 eine umfassende Ausstellung des international renommierten Künstlers Gregor Schneider. Im Zentrum steht sein seit den 1980er-Jahren fortgeführter Werkkomplex Haus u r, der zu den einflussreichsten raumbezogenen Arbeiten der Gegenwartskunst zählt. Spätestens seit Schneider im Jahr 2001 für Totes Haus u r im Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde, ist das Haus u r international bekannt. Seither wurden Räume aus diesem fortlaufenden Werk in zahlreichen bedeutenden Museen weltweit gezeigt. Das Haus u r in der Unterheydener Straße in Mönchengladbach-Rheydt bildet seit den 1980er-Jahren den Kern von Gregor Schneiders künstlerischer Praxis. Es ist nicht nur Ort, sondern zugleich Material und Prozess. Neben seinem Raumlager – seiner „Enzyklopädie der Räume“ – hat Schneider das Gebäude kontinuierlich erweitert, transformiert und verdoppelt. Der Künstler, geboren in Rheydt, ist mit seiner Arbeit eng in der Region verwurzelt. Immer wieder bezieht er deren soziale, architektonische und landschaftliche Strukturen in seine Arbeit ein – von den eigenen vier Wänden über das Geburtshaus Goebbels in seiner Nachbarschaft bis hin zum Braunkohleabbaugebiet Garzweiler, das er bereits früh als Materialfundus nutzte. Das zentrale Medium von Schneiders künstlerischer Praxis ist der Bau von Räumen innerhalb bestehender Räume. Nicht in Form von Dioramen, sondern vollständige gebaute Räume bestehend aus Wänden, Boden und Decke. Diese Räume orientieren sich so stark an der Realität, dass sie häufig kaum als vom Künstler hinzugefügte Konstruktionen erkennbar sind. Schneider arbeitet mit Verdopplungen von Zimmern, Menschen und Objekten sowie mit Rekonstruktionen von Gebäuden, zu denen er „keinen direkten Zugang“ hat, wie er betont. Neben den gebauten Räumen sucht er filmisch, fotografisch und – in jüngerer Zeit – über Live-Streams und digitale Scans weitere Annäherungen an seine gebaute Wirklichkeit. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Werkkomplexes Haus u r 1985–heute rückt die Ausstellung Haus u r 2026 dieses zentrale Werk erneut in den Mittelpunkt. In der Kunsthalle Düsseldorf werden gebaute Räume, Skulpturen, Fotografien, Filme und Live-Stream-Projektionen aus dem Haus u r zusammengeführt. Die Ausstellung folgt einem räumlichen Parcours durch Alltagsarchitekturen – von Bade- und Wohnzimmern über Keller- und Abstellräume – und eröffnet den Besucher*innen die Möglichkeit, sich im vielschichtigen und fortwährenden Werkkomplex des Haus u r zu verlieren. Ausgehend von scheinbarer Normalität und Vertrautheit schafft Schneider Situationen, die zugleich vertraut und beunruhigend wirken. Die räumlichen Verschiebungen und Doppelungen lassen das Haus u r als ein System erscheinen, das sich gleichzeitig in Mönchengladbach und Düsseldorf verortet und durch permanente Transformation gekennzeichnet ist. Besucher*innen werden in einen Zustand der Wahrnehmungsunsicherheit versetzt, der zentrale Aspekte von Realität, Erinnerung und Konstruktion berührt. Zum 40-jährigen Bestehen von Haus u r entsteht in der Kunsthalle Düsseldorf eine umfassende räumliche Erfahrung, in der sich Architektur, Skulptur, Fotografie und Video zu einem dichten Gesamtgefüge verbinden.
Ausstellungen | Ausstellung

Lee Ufan - Wolfgang-Hahn-Preis 2026

Museum Ludwig

Preisverleihung / Eröffnung: 6.11.2026 Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung („Schule der Dinge“), einem Kollektiv von Künstler:innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene.
Ausstellungen | Ausstellung

Man Ray: Kiki

Museum Ludwig

Präsentation in den Fotoräumen Man Rays Fotografie von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse (1901–1953), zeigt sie als Rückenakt, ein Tuch um die Hüften, eines um den Kopf. Inspiriert von Jean-Auguste-Dominique Ingres’ Rückenakten überführt Man Ray das Motiv ins 20. Jahrhundert: Er malt Schalllöcher einer Geige auf die Fotografie, sodass Kikis Rücken zum Körper eines Streichinstruments wird. Der Abzug im Museum Ludwig stammt aus der Sammlung Gruber; die Präsentation beleuchtet Entstehung und Geschichte dieses surrealistischen Meisterwerks. Kuratorin: Miriam Szwast (Bild: © Man Ray 2015 Trust / VG Bild-Kinst, 2025)
Ausstellungen | Ausstellung

Schultze Projects #5:
Jana Euler

Museum Ludwig

Alle zwei bis drei Jahre lädt das Museum Ludwig eine Künstler*in ein, die größte Wand im Haus – die Stirnwand im Treppenaufgang – neu zu gestalten. Der Name Schultze Projects bezieht sich auf Bernard Schultze und seine Frau Ursula (Schultze-Bluhm), deren künstlerische Teilnachlässe das Museum Ludwig verwaltet und zu deren Gedenken die Reihe 2017 initiiert wurde. Für die fünfte Ausgabe der Schultze Projects hat die Künstlerin Jana Euler (*1982 Friedberg) mit Triptych – Image Viewer Connections eine neue Wandarbeit entwickelt, die sich mit besonderen Arten des Sehens und des Wahrnehmens von Kunst sowie der Interaktion von Werk und Publikum beschäftigen. Das Museum ist einer der wenigen Orte, an denen Sehen selbst zur Tätigkeit wird. Anders als im Kino, wo der Blick gelenkt und zeitlich gebunden ist, ist die Erfahrung im Museum von Bewegung geprägt: Wir gehen, verweilen, unterhalten uns und tauschen uns über das Gesehene aus. Im Gegensatz zum schnellen, fragmentierten Scrollen auf Bildschirmen nehmen wir uns mehr Zeit und schauen konzentrierter. Dauer, Abstand und Reihenfolge des Sehens bestimmen wir selbst. Oft betrachten wir Kunstwerke langsam, vergleichend und aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Museum eröffnet zahlreiche Blickrichtungen und die Möglichkeit, den Augen freien Lauf zu lassen. Eulers Beitrag thematisiert anschaulich und humorvoll jenen Prozess der Perspektivfindung. Die Künstlerin nutzt die spezifische räumliche Situation und die Möglichkeit, die Wand von drei verschiedenen Etagen und sogar im Herauf- und Heruntersteigen betrachten zu können. Die einzelnen Bilder haben variierende Formate und bedienen sich verschiedener Stile und Techniken. Die riesige Treppenhauswand, an der sie hängen, ist oben und an den Seiten mit einer Wandmalerei versehen, die das gewölbte Scheddach des Museums samt Klimaleiste und die Seitenwände in realistischer Manier wiederholt. Auf dem linken Bild mit dem Titel One on One ist ein mit Ölfarbe gemalter Langhaarcollie zu sehen, der nach fotografischen Vorlagen weitestgehend naturgetreu wiedergeben ist. Die Kippung des Bildes nach vorn verstärkt den Eindruck, dass der Hund auf die heraufkommenden Besuchenden zustürzt und ein Ausweichen unmöglich ist. Das Rotbraun des Mittelbildes Nude Stairs Staring Back zitiert den für das Museum Ludwig typischen Fliesenboden. Es wirkt auf den ersten Blick wie eine abstrakte, kubistische Komposition, in der bei genauerem Hinsehen verschiedene Körperteile wie Augen, Münder, Ohren, Brüste und andere Geschlechtsmerkmale sichtbar werden „Das Motiv der nackten vermenschlichten Treppen, die das ganze Bild einnehmen, versuchen hier Blickkontakt mit jeder Position, von der aus man die Wand und das Bild sehen kann, aufzunehmen. Die Augen rutschen an den Bildrand und richten sich an die verschiedenen Höhen und Plattformen, auf denen die Betrachtenden potenziell stehen.“ (Jana Euler) Das dritte Bild, Reclining Nude, ist mit Acrylfarbe auf Leinwand gesprüht. Es basiert auf den Farben und der Struktur des Holzbodens im Museum Ludwig. Ähnlich wie das linke Bild ist es so installiert, dass es leicht von der Wand absteht. In der auf den ersten Blick vollkommen abstrakten Komposition sind bei genauerer Betrachtung fünf Finger einer Hand zu erkennen, die einen Kopf stützt. Mit etwas Vorstellungskraft lässt sich auch der Rest des Körpers ausmachen, der abgewendet von den Betrachtenden mit angewinkelten Beinen liegend dargestellt ist. „Mensch und Bild sind eins, und es gibt keinen Blickkontakt, da die Figur in Gedanken mit dem Rücken zu dem Treppenhaus liegt. Ich denke, dass wegen der scheinbaren Ignoranz der Figur gleichzeitig eine Identifizierung stattfinden kann, genauso wie ein Wiedererkennen des Bodens, über den man in der Runde durch das Museum gelaufen ist.“ (Jana Euler) Der illusionistische Effekt der die Werke umrandenden Wandmalerei entfaltet sich nur von einer bestimmten Position im Treppenhaus, da sie lediglich auf eine Perspektive ausgerichtet ist. Sie lässt die gesamte Fläche optisch kleiner erscheinen und die ohnehin schon großen Leinwände noch raumfüllender. Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig die eigene Perspektive ist, aus der heraus etwas betrachtet wird. Von nicht minderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Verbindung, in der man mit dem Gegenüber steht. Dass dies gleichermaßen für ihren Beitrag zu Schultze Projects wie auch im übertragenen Sinne gilt, ist eine der vielen Erfahrungen, die die Arbeit von Jana Euler bereithält. Jana Euler hat an der Städelschule in Frankfurt studiert und hatte unter anderem Einzelausstellungen im WIELS, Brüssel (2024); Leopold-Hoesch-Museum, Düren (2024); Artists Space, New York (2020); Stedelijk Museum Amsterdam (2017); Portikus, Frankfurt (2015); Kunsthalle Zürich (2014) sowie dem Bonner Kunstverein (2014). Sie war vertreten bei der 59. Biennale von Venedig (2022). Wichtige Gruppenausstellungen waren u.a. im Museum Brandhorst, München (2023); The Museum of Modern Art (MoMA), New York (2023); Greene Naftali, New York (2023, 2018, 2017); Kunstmuseum Basel (2022); Fondazione Prada, Mailand (2021); KW Institute for Contemporary Art, Berlin (2021); Manifesta 13, Marseille (2020); Museum für Moderne Kunst, Frankfurt (2019); Tai Kwun, Hongkong (2019); mumok, Wien (2018); ICA Miami (2017–18); Musée d’art moderne et contemporain, Genf (2017) sowie dem Whitney Museum of American Art, New York (2013). Kurator: Yilmaz Dziewior Kuratorische Assistenz: Kerstin Renerig Über die Schultze Projects Seit 1968 haben Bernard Schultze und seine Ehefrau Ursula (Schultze-Bluhm) als Künstlerpaar in Köln gelebt und gearbeitet. Über Jahrzehnte waren sie eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt und dabei dem Museum Ludwig stets in besonderem Maße verbunden. So beherbergt das Museum einen Großteil ihres künstlerischen Nachlasses. Mit seinen seit Beginn der 1950er Jahre entstandenen Arbeiten zählte Bernard Schultze zu den Pionieren des Informel in Deutschland. Das groß angelegte Werkformat war für sein Spätwerk ein zentraler Aspekt. Es stellt den substanziellen Bezugspunkt für die zu den Schultze Projects eingeladenen Künstler*innen dar. Bisherige Künstler*innen: Schultze Projects #1 (2017): Wade Guyton Schultze Projects #2 (2019): Avery Singer Schultze Projects #3 (2021): Minerva Cuevas Schultze Projects #4 (2024): Kresiah Mukwazhi (Bild: Jana Euler, Triptych – Image Viewer Connections, 2026, Schultze Projects #5, Museum Ludwig, Köln © Jana Euler, Foto: Historisches Archiv der Stadt Köln mit Rheinischem Bildarchiv//Marc Weber)
Ausstellungen | Ausstellung

HIER UND JETZT im Museum Ludwig.
De/Collecting Memories from Turtle Island

Museum Ludwig

Erinnerungen sind fragil. Sie werden gesammelt, weitergegeben, überlagert oder ausgelöscht. Das neue Projekt der Ausstellungsreihe HIER UND JETZT widmet sich diesen Prozessen des Erinnerns und macht verdrängte indigene Narrative sichtbar, indem westliche Bildkonstruktionen hinterfragt werden. Im Zentrum steht die Installation Thirteen Moons der US-amerikanischen, Indigenen Künstlerin Marie Watt (1967, Seattle): dreizehn hängende Skulpturen aus Zinnschellen, die berührt werden dürfen und ein Rauschen erzeugen. Sie sind eine Hommage an den Jingle-Dress-Tanz, der um 1900 während einer Grippepandemie vom Stamm der Ojibwe als Heilungsritual entstand und trotz staatlicher Verbote über Generationen weitergegeben wurde: ein radikaler Akt des Widerstandes. Watts Arbeit trifft auf historische Fotochrome der Detroit Photographic Company um 1900 aus der Sammlung des Museums. Die massenhaft verbreiteten Postkartenmotive zeigen moderne Städte und menschenleere Landschaften der USA: Ein Lebensraum, in dem Indigene Völker bewusst ausgespart werden, obwohl die vermeintlich unberührte Natur ihre Heimat ist. Die Gegenüberstellung mit Watts Skulpturen zeigt, wie Geschichte konstruiert wird und was ausgelassen bleibt. Für die Ausstellung wird die Künstlerin mit der Jingle Dress-Tänzerin Acosia Red Elk zusammenarbeiten. Kuratorinnen: Miriam Szwast und Santi Grunewald
Ausstellungen | Ausstellung

Along the Color Line – Spuren einer transatlantischen Moderne

Museum Ludwig

Zu seinem 50-jährigen Jubiläum zeigt das Museum Ludwig eine große interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt. Eine Vielzahl internationaler Leihgaben von modernen und zeitgenössischen Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen sowie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora treten in Dialog mit Werken aus der Sammlung des Museum Ludwig. Sie zeigen auf, wie diese künstlerischen Ausdrucksformen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Ort des Austauschs und der Auseinandersetzung zwischen Kulturen wurden. Der Titel der Ausstellung ist den Schriften des afroamerikanischen Soziologen W. E. B. Du Bois entlehnt, der 1892–1894 in Berlin studierte und 1936 als Journalist für den Pittsburgh Courier unter anderem Köln, Hamburg, Stuttgart, die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth und die Olympischen Spiele in Berlin besuchte. Mit seiner wissenschaftlichen Arbeit schärft er den Blick für die globalen Verflechtungen von Rassismus und Ausgrenzung und liefert ein einzigartiges Zeugnis dieser historischen Periode. Du Bois’ Berichte werden in der Ausstellung durch schriftliche Zeitzeugnisse weiterer Vertreter*innen der Schwarzen Diaspora, die sich zeitweilig in Europa aufhielten, ergänzt. Zu diesen zählt unter anderem der Philosoph Alain Locke (1885–1954), der 1910–1911 ebenfalls in Berlin studierte und später an der historisch afroamerikanischen Howard University in Washington unterrichtete, die großzügige Leihgeberin dieser Ausstellung ist. Dort werden bis heute seine wissenschaftlichen Schriften und seine Sammlung internationaler Kunst verwahrt. Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Forschungsprojekt zur Sammlung des Museum Ludwig. Es machte deutlich, dass Arbeiten Schwarzer Künstler*innen wie in den meisten europäischen Museen auch hier kaum vertreten sind, ganz besonders im Bereich der Moderne. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt Along the Color Line, wie Schwarze Künstler*innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder der Négritude-Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf aktuelle Kunstproduktionen untersucht. Eine wesentliche zeitgenössische Position in diesem Kontext ist die des deutsch-amerikanischen Künstlers James Gregory Atkinson (*1981). Atkinson setzt sich mit afroamerikanisch-deutscher Geschichte auseinander und hat hierzu ein nichtlineares Archiv mit Bildern, Objekten, Texten und Oral History erarbeitet, das sich mit der Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland beschäftigt. Sein Archiv, das eine historische Linie von den Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts zu heutiger diasporischer Realität zieht, ist ein zentrales Werk der Ausstellung. Historische Aufenthalte afrodiasporischer Künstler*innen in Europa und in der Rheinregion verdeutlichen, dass Fragen von Migration, Identität und kultureller Zugehörigkeit nicht nur globale Phänomene sind, sondern auch lokal greifbar und erinnerungskulturell relevant. Die Werke von Mildred Thompson etwa, die an der Howard University studierte und in den 1960er Jahren in Düren lebte, verleihen der Präsentation eine starke lokale Verankerung. Im Vorfeld von Along the Color Line hat das Museum Ludwig neben einer Arbeit von Thompson bereits gezielt weitere Werke, beispielsweise von Herbert Gentry (1919–2003) und Iba Ndiaye (1928–2008), angekauft. Diese Künstler*innen eröffnen durch ihre transnationalen Biografien und ästhetischen Positionierungen neue Perspektiven auf die (Post-)Moderne. Im Rahmen der Ausstellung treten Sammlungsbestand, Neuzugänge und Leihgaben in einen Dialog, der bislang unsichtbare interkulturelle Verflechtungen und transatlantische Verbindungslinien zwischen den Sammlungsschwerpunkten der europäischen Moderne und der US-amerikanischen Postmoderne sichtbar macht. Über 100 Jahre nach den Aufenthalten von W. E. B. Du Bois und Alain Locke im modernen Deutschland beziehungsweise Europa lädt die Sonderausstellung die Besucher*innen ein, den gesellschaftlichen Stellenwert von kultureller Identität, Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu reflektieren und über die Relevanz kreativer Lösungen für das Leben mit und zwischen unterschiedlichen Kulturen nachzudenken – damals wie heute. Kuratorin: Eboa Itondo Projektassistentin: Alison Shea Die Ausstellung wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kunststiftung NRW sowie der Terra Foundation for American Art. Außerdem wird sie von der Peter und Irene Ludwig Stiftung, den Freunden des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig e.V., der Kulturstiftung der Länder und der Beatrix Lichtken Stiftung unterstützt. Sponsor der Ausstellung ist die REWE Group. (Bild: Installationsansicht Along the Color Line – Spuren einer transatlantischen Moderne, Museum Ludwig, Köln, Foto: Historisches Archiv der Stadt Köln mit Rheinischem Bildarchiv, Karl Krüger)
Ausstellungen | Ausstellung

Kölner Design Preis 2026

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Der „Kölner Design Preis“ wird 2026 zum 20. Mal vergeben. Am Donnerstag, den 26. November findet um 19 Uhr im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) die feierliche Preisverleihung und Ausstellungseröffnung statt. Prämiert werden die besten Abschlussarbeiten der Designstudiengänge Kölner Hochschulen – das Design der Zukunft. Der „Kölner Design Preis“ ist die begehrteste und europaweit die höchst dotierte Auszeichnung für Design-Absolvent*innen. Die Ausstellung aller nominierten Abschlussarbeiten findet bis zum 7. Dezember 2025 im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) statt, der Eintritt ist frei. Die Preisverleihung, die Ausstellung sowie die digitale Präsenz (www.koelnerdesignpreis.de) des „Kölner Design Preis“ werden von Studierenden der KISD – Köln International School of Design der TH Köln gestaltet.
Ausstellungen | Ausstellung

Schultze Projects #5. Jana Euler

Museum Ludwig

Alle zwei bis drei Jahre werden Künstler*innen eingeladen, die Stirnwand im Treppenaufgang des Museums neu zu gestalten. Im Jahr 2026 wird Jana Euler ein neues großformatiges Werk schaffen. Mit Humor dekonstruiert sie in ihren Bildern Machtstrukturen und Geschlechterstereotypen. Die Serie Schultze Projects ehrt den Informel-Maler Bernard Schultze und seine Partnerin Ursula Schultze-Bluhm. Kurator: Yilmaz Dziewior
Ausstellungen | Ausstellung

Hans Georg Esch:
Der architektonische Blick

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

„Der architektonische Blick · epochal – global" ist die zweite umfassende Museumsausstellung des Architekturfotografen Hans Georg Esch. Von Pompeji über „den Dom“, vom Chrysler-Building in New York bis zu den Gebäuden von Oswald Mathias Ungers und zu dem erst 2025 in Betrieb genommenen Flughafen von Abu Dhabi, von Beijing über Shibam, der Altstadt der Metropole Jemens, Sanaa, von Hong Kong bis Köln und Neviges im Bergischen Land … Die Architekturen der Welt sind Eschs Motive. Der 1964 in Neuwied geborene Hans Georg Esch arbeitet seit über 40 Jahren gleichermaßen als Auftragsfotograf sowie künstlerisch autonom für seine Fotobücher. Eine Auswahl seines Werkes zeigt das MAKK vom 11. Juni bis zum 27. September 2026. Vertreten sind großformatige Masterpieces und seriell angelegte Bildstrecken, die epochenübergreifend das globale Phänomen der Architektur und deren zeitgenössische Relevanz thematisieren. Gebäude, Entwurfdetails, urbane Architekturräume und Panoramen wandeln sich durch Eschs persönlichen „architektonischen Blick” zu ikonischen Motiven, unabhängig von ihrem kulturellen und geografischen Kontext. Die berühmte These der Pop Art, dass erst das Foto unser Bild vom Objekt bestimmt, wird durch Eschs Architekturfotografien mehr als augenfällig bestätigt. (Bild: © HGEsch Photography, Hohe Domkirche zu Köln, Vierungsturm, Köln, 2025)
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Sammlungen des MAKK

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Das MAKK (Museum für Angewandte Kunst Köln) ist als zweitältestes Museum der Stadt Köln aus dem 1888 gegründeten Kunstgewerbemuseum hervorgegangen. Den Grundstock der Sammlungen bildeten die im Gründungsjahr übertragenen kunstgewerblichen Bestände aus dem Wallraf-Richartz-Museum, die insbesondere von Ferdinand Franz Wallraf und Matthias de Noël, dem ersten Kurator des Wallrafianums zusammengetragen wurden. Auf diesem als Universalmuseum angelegten Bestand hat sich bis heute ein Mehrspartenhaus mit 13 übergeordneten Sammlungsschwerpunkten entwickelt (die insgesamt von drei Kuratorinnen einschließlich Direktorin betreut werden). Hierzu gehört auch die Designsammlung des MAKK. Dem Thema Design hat sich das MAKK im Vergleich zu verwandten Museen sehr früh gewidmet: Design-Ausstellungen fanden bereits in den 1920er Jahren statt, ab 1932 wurde Design gesammelt und ab den 1970er Jahren wurde systematisch eine Designsammlung angelegt. Außerdem war das MAKK das erste Museum seiner Art, das 1989 für die Designsammlung eine eigene Kuratorenstelle eingerichtet hat. Neben den außergewöhnlich großen Stiftungen von Ferdinand Franz Wallraf, Matthias de Noël, Alexander Schnütgen, Karl Thewalt, Ernst Ludwig Zais, Johannes Fastenrath, Wilhelm Clemens, Werner und Juliane Lindgens, Karl und Gertrud Funke-Kaiser, Paul Silverberg, Elisabeth Treskow , Rosy Petrine Sieversen, Alex Henrichs, Richard G. Winkler sowie der Overstolzengesellschaft, haben gezielte Ankäufe und viele kleinere private Schenkungen die Sammlungen seit dem Bestehen des Museums nachhaltig bereichert und inhaltlich geprägt. Die übergeordneten Sammlungsschwerpunkte des MAKK sind: Textilien und Mode, Möbelkunst, Schmuck, Porzellan, Keramik, Glas, Metallkunst, Kunstwerke aus Bein und Elfenbein, Malerei, Bildhauerei, Design, Grafik und Plakat, Buchkunst.
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Kunst + Design im Dialog

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Im Zuge der Industrialisierung und den damit verbundenen, rasch fortschreitenden technischen Möglichkeiten änderten sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die Bedingungen der Produktion von Gütern. Das klassische Kunsthandwerk bekam Konkurrenz durch eine neue Disziplin, die im Laufe des 20. Jahrhunderts „Design“ genannt wurde. Das Industrieprodukt, das anfänglich rein auf seinen Nutzen ausgerichtet war – Sicherheitsnadel oder Büroklammer sind gute Beispiele dafür –, wurde zunehmend auf seine ästhetischen Qualitäten hin befragt und ausgerichtet. Der französisch-amerikanische Formgestalter Raymond Loewy (1893-1986) brachte es schließlich auf den Punkt: „Hässlichkeit verkauft sich schlecht“. Wie aber entstehen gute und ansprechende Industrieprodukte? Und ist Design völlig losgelöst von Kunst und Kunsthandwerk zu betrachten? Das MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln wurde 1888 als Kunstgewerbemuseum gegründet. Sein Fokus lag auf kunsthandwerklich hochstehenden Erzeugnissen der vergangenen Epochen. Jedoch bereits ab den 1920er Jahren trat neben das Sammeln kunstgewerblicher Gegenstände auch das Interesse an industriell hergestelltem Gerät. Spätestens seit den 1970er Jahren wurden gezielt mustergültige Industrieprodukte sowie formal und technisch innovative Objekte gesammelt. 2005 erhielt diese qualitätvolle Design-Sammlung eine entscheidende Veränderung, die sie zu einer einzigartigen Kollektion in Europa werden ließ: Prof. Dr. Richard G. Winkler stiftete dem MAKK über 700 Objekte europäischer und nordamerikanischer Provenienz. Die großartige Sammlung besteht aus Designprodukten, aber auch aus Werken der Bildenden Kunst des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. So konnte die Design-Ausstellung 2008 in „Kunst + Design im Dialog“ umbenannt werden. Sie repräsentiert nahezu alle namhaften Designer*innen, Hersteller und Manufakturen und bringt diese in Beziehung zu Gemälden und Plastiken bedeutender internationaler Künstler*innen. Das Konzept der dialogischen Präsentation wird seither als Strategie auf die gesamte Sammlung Bildender Kunst und Design angewandt und ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. In der Ausstellung „Kunst + Design im Dialog“ wird Design nicht als isoliertes Phänomen dargestellt, sondern im Kontext von kunstwissenschaftlichen Epochen und Stilen sowie im internationalen Vergleich anschaulich und begreifbar gemacht.
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O.M. Ungers - Architektur als Idee

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Anlässlich des 100. Geburtstags des Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers (1926–2007) widmet das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) dem international einflussreichen Architekten, Theoretiker und Professor die Ausstellung „Architektur als Idee“. Die Schau beleuchtet Ungers’ Verständnis von Architektur als geistige Disziplin. Als Ausdruck einer Ordnung, in der Raum, Proportion und Kunst zu einer Einheit verschmelzen. Gerade heute, in einer Zeit, in der Architektur zunehmend zwischen technischer Funktion, ökologischer Verantwortung und ästhetischem Anspruch vermittelt, gewinnt Ungers’ Verständnis neue Aktualität. Es erinnert daran, dass jeder Bau mit einer Idee und dem Denken beginnt und interdisziplinär zu verstehen ist. „Architektur als Idee“ lädt dazu ein, Oswald Mathias Ungers’ Werk im Dialog zwischen Architektur, Design, Kunst und Umwelt zu betrachten. (Bild: O.M. Ungers, Residenz des Deutschen Botschafters in Washington D.C., 1987–1995, Foto: © Eduard Hueber/archphoto)
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Zweimal Deutschland um 1980

Museum Ludwig

Fotografien aus Ost- und Westdeutschland um 1980 dokumentieren die Lebenswelten in beiden Staaten, geprägt von unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Systemen. Porträts und Alltagsszenen von Derek Bennett, Christiane Eisler, Ute Mahler, Henry Maitek, Evelyn Richter, Karl C. Kugel und Erasmus Schröter vermitteln Einblicke in diese Realitäten. Ergänzende Titel und historische Verweise vermitteln häufig erst, wo die Aufnahmen entstanden sind, und verdeutlichen gesellschaftlichen Spannungen und kulturellen Perspektiven. Kuratorin: Barbara Engelbach
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Nur der Beton

Kunsthalle Düsseldorf

Mit Nur der Beton rückt die brutalistische Architektur der Kunsthalle Düsseldorf in den Mittelpunkt. Aufgrund der kurzfristigen Verschiebung der ab Sommer 2026 geplanten Sanierung der Kunsthalle haben die Besucher*innen für drei Wochen die seltene Möglichkeit, das Gebäude in seiner radikalsten Form zu erleben: leer, ohne jegliche Eingriffe oder Inhalte. Die Kunsthalle lädt ein, die spezifische Atmosphäre der Architektur und die brutalistischen Strukturen bewusst wahrzunehmen. Die leeren Räume dienen als Ort der Ruhe und des Innehaltens inmitten der Düsseldorfer Altstadt. Die ursprüngliche Kunsthalle Düsseldorf, 1881 erbaut, wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Vor dem Hintergrund des städtebaulichen und kulturellen Neuanfangs der Nachkriegszeit fiel in den 1960er-Jahren die Entscheidung für einen Neubau am Grabbeplatz. Mit dem Entwurf der Architekten Konrad Beckmann und Christoph Brockes entstand ein Gebäude, das sich programmatisch der Moderne und ihren gesellschaftlichen Idealen verschrieb. 1967 wurde die neue Kunsthalle Düsseldorf in ihrer heutigen Form eröffnet. Die Verwendung von Betonfertigteilen prägt bis heute sowohl die markante Fassade als auch den Innenraum. Der Bau zählt zu den frühen und bedeutenden Zeugnissen des Brutalismus in Deutschland und markiert einen bewussten Bruch mit repräsentativer Architektur zugunsten von Klarheit, Funktionalität und Materialehrlichkeit. Seit 2024 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Der Begriff Brutalismus leitet sich vom französischen béton brut (roher, unverkleideter Beton) ab und verweist auf den zentralen Werkstoff dieser Architekturrichtung. Charakteristisch für die zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren entstandenen Bauten ist die unverhüllte Sichtbarkeit von Konstruktion und Material. Eng mit gesellschaftlichen Bedingungen der Nachkriegszeit verbunden, bot sichtbarer Beton eine robuste, kostengünstige Bauweise und stand gleichzeitig für Ehrlichkeit und Modernität. Die daraus resultierende rohe, massive Ästhetik wurde lange Zeit kontrovers diskutiert und vielfach kritisiert. Seit einigen Jahren erfährt sie jedoch eine Neubewertung; der skulpturale Charakter der Bauten und die markanten Materialien machen sie besonders fotogen und sorgen insbesondere in den sozialen Medien für wachsende Aufmerksamkeit. In Düsseldorf sind neben der Kunsthalle Düsseldorf nur wenige brutalistische Bauten bis heute erhalten geblieben, darunter die Zionskirche (1969) in Derendorf, St. Norbert (1966–68) in Garath oder die Heinrich-Heine-Universität (1960er/1970er-Jahre) in Bilk. Nur der Beton lädt dazu ein, die Kunsthalle Düsseldorf jenseits ihrer Funktion als Ausstellungsort zu erfahren – als architektonisches Manifest, als Zeitzeugnis und als Raum, der Wahrnehmung formt. Drei Wochen lang ist die leere Kunsthalle kostenfrei zugänglich. Begleitende Veranstaltungen vertiefen diese räumliche Erfahrung und nähern sich dem Gebäude aus unterschiedlichen Perspektiven. Formate der Ruhe und des Innehaltens stehen dabei ebenso im Fokus wie die Auseinandersetzung mit der brutalistischen Architektur. Ein Atem-Workshop lädt zur bewussten Wahrnehmung des Raumes ein, musikalische Interventionen reagieren auf seine besondere Akustik. Ein wissenschaftlicher Vortragsabend vertieft die Auseinandersetzung mit dem Brutalismus und Architekturführungen vermitteln Einblicke in Baugeschichte und Struktur der Kunsthalle. Im leeren Kinosaal findet zudem eine Filmvorführung von The Brutalist (2024) statt.
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Yayoi Kusama

Museum Ludwig

Im Jahr 2026 widmet das Museum Ludwig in Köln anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums der legendären japanischen Künstlerin Yayoi Kusama eine große Ausstellung. Kusama (*1929, Matsumoto) zählt zu den bekanntesten Künstler*innen unserer Zeit. Ihre ikonischen Polka Dots, ihre Kürbisskulpturen und ihre verspiegelten Infinity Rooms sind zu einer Art Markenzeichen geworden und tauchen millionenfach in den Sozialen Medien auf. Die Ausstellung nimmt die Besucher*innen mit auf eine spannende Reise durch Kusamas gesamtes Schaffen mit über 300 Arbeiten, von der ersten Zeichnung von ca. 1934 bis heute, und durch eine Vielzahl künstlerischer Medien, wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Mode, Performance und Literatur. Über die gesamte Wechselausstellungsfläche des Museum Ludwig hinaus wird die groß angelegte Ausstellung auch weitere Bereiche des Hauses wie die Dachterrasse mit Domblick bespielen. Eine neue, eigens für die Ausstellung konzipierte immersive Rauminstallation mit integriertem Infinity Mirror Room wird den größten Saal des Museums füllen. Darüber hinaus werden frühe ikonische Arbeiten, wie Kusamas erste, 1963 entstandene Installation Aggregation: One Thousand Boats Show zu sehen sein. Im Zentrum von Kusamas Werk stehen die Natur in ihrem ständigen Wandel, Werden und Vergehen sowie die Unendlichkeit des Universums, in der alles Existierende sich letztlich auflöst. Die Punktemuster (Polka Dots), mit denen die Künstlerin Gegenstände und Menschen überzieht, sind ebenso Ausdruck dieser Weltsicht wie ihre Unendlichkeits-Spiegelräume. Erlebnisse ihrer Kindheit, darunter Halluzinationen, in denen sie den eigenen Körper und die Umgebung von Punkten, Blüten und anderen Wiederholungsmustern überwuchert wahrnahm, durchziehen Kusamas gesamtes Schaffen. Fragilität und Auslöschung sind gleichermaßen Teil dieser Erfahrungen wie die Teilhabe und Verschmelzung mit einem großen Ganzen. Ihre Kunst ist für Kusama Lebensnotwendigkeit, jedes ihrer Werke auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Nach Kindheit und Jugend im ländlichen, patriarchalisch geprägten Japan der Nachkriegszeit entflieht Kusama der Enge und geht in den späten 1950er Jahren ins New York der Flower Power-Bewegung und des Vietnamkriegs; dort bezieht sie politisch Stellung und macht Schlagzeilen mit provokanten Happenings. 1973 kehrt Kusama nach Japan zurück und verarbeitet ihre existentiellen Ängste in oft schonungslosen Romanen und Gedichten. In ihrem kraftvollen Alterswerk erschafft sie wiederum lebensvolle und farbenprächtige Bilderzyklen. Ihren roten Faden beschreibt Kusama, wenn sie sagt: „In meinen mehr als siebzig Jahren als Künstlerin habe ich immer Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens gehabt. Mehr als alles andere hat mich dieser starke Sinn für die Lebenskraft im künstlerischen Ausdruck unterstützt und mir Kraft gegeben, Gefühle von Depression, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit zu überwinden. Ich habe mich von meinem Glauben an diese Kraft leiten lassen.“ Yayoi Kusama wird vom Museum Ludwig in Zusammenarbeit mit der Fondation Beyeler, Riehen/Basel (12. Oktober 2025 – 25. Januar 2026) und dem Stedelijk Museum Amsterdam (12. September 2026 – 17. Januar 2027) organisiert. In der Kölner Station der Ausstellung werden einige große installative Arbeiten gezeigt, die nicht Teil der Ausstellung in Basel sind, wie Kusamas erste, 1963 entstandene Installation Aggregation: One Thousand Boats Show, das Environment I’m Here but Nothing (2000/2026), ein in Schwarzlicht getauchter Wohnraum mit zahllosen fluoreszierenden Klebepunkten und die imposanten bunt bemalten Bronze-Blumen Flowers That Speak All about My Heart Given to the Sky, die auf der Dachterrasse des Museum Ludwig installiert werden. Kurator: Stephan Diederich Die Ausstellung in Köln wird ermöglicht durch das Engagement des Leading Partners des Museum Ludwig, der Peter und Irene Ludwig Stiftung, dem Excellence Partner Mazda, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e.V.. Außerdem dankt das Museum Ludwig der Japan Foundation, der Sparkasse KölnBonn, dem Superior Partner des Hauses RIMOWA, seinem Zukunftspartner OSMAB und der Stadt Köln für die großzügige Unterstützung der Ausstellung.
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Bye Bye Grabbeplatz!

Kunsthalle Düsseldorf

Im März 2026 verabschiedet sich die Kunsthalle Düsseldorf vor der anstehenden Sanierung mit einem Monat voller Veranstaltungen von und mit Düsseldorfer Künstler*innen von ihrem „Mutterhaus“. Ab Sommer 2026 wird das Gebäude der Kunsthalle Düsseldorf am Grabbeplatz umfassend saniert. Vor dem Auszug und dem Start unseres dezentralen Interimsprogramms in den Düsseldorfer Stadtteilen, möchten wir uns im März 2026 von unserem Haus verabschieden. Wir haben Künstler*innen, Gruppen, Initiativen und Kollektive eingeladen, sich gemeinsam mit uns zu verabschieden, sich an unserem Programm zu beteiligen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem gemeinsamen Abschied von und mit Düsseldorfer Künstler*innen oder Künstler*innen mit enger Beziehung zur Kunsthalle Düsseldorf.
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MUR BRUT 37

Kunsthalle Düsseldorf

Aus dem flimmernden Licht des betongrauen Parkhauses entfaltet sich eine schattenhafte Geschichte: eine Kreatur – weder ganz menschlich noch ganz fremd – eröffnet eine mythologische Welt, die sich mit selbstkritischen Fragen an die Betrachter*innen richtet. In welchem Verhältnis steht der eigene Körper zu dieser Figur, zu ihrer Verletzlichkeit, zu ihrer Umwelt? In ihr begegnet uns eine ökofeministische Perspektive, die die Trennung von Mensch und Natur, Subjekt und Objekt in einem unwirklichen Setup infrage stellt. Die Installation untersucht Übergänge zwischen Wahrnehmung, Identität und Erinnerung und entfaltet ein Moment der Unsicherheit. Transformation erscheint nicht als dramatischer Wandel, sondern als leises Umschalten zwischen Zuständen, Zeiten und Empfindungen. Das Parkhaus wird zum Resonanzraum dieser Fragen: ein Schwellenort, an dem sowohl die individuelle als auch die gesellschaftliche Wahrnehmung in Bewegung gerät und das Sehen zu einer körperlichen Erfahrung wird; flüchtig, tastend, offen und womöglich doch überfordert. Eingeladen von Fiona Pauline Borowski Nadine Karl absolvierte 2024 ihren Abschluss als Meisterschülerin an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professorin Dominique Gonzalez-Foerster.
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Wohin?
Kunsthalle/Stadt/Gesellschaft der Zukunft

Kunsthalle Düsseldorf

Die letzte Ausstellung vor der Sanierung widmet die Kunsthalle Düsseldorf einem gemeinsamen Blick in die Zukunft: der Zukunft der Kunsthalle, aber auch der Zukunft von Städten, urbanen Räumen, Gesellschaften und unserem gemeinsamen Zusammenleben. Die Ausstellung "Wohin? Kunsthalle / Stadt / Gesellschaft der Zukunft" nimmt die Schwelle, an der sich die Institution befindet, zum Ausgangspunkt und öffnet sie für eine kollektive Auseinandersetzung mit Fragen des städtischen und institutionellen Zusammenlebens. Die Kunsthalle wird dabei zum Denk- und Erfahrungsraum, zum Laboratorium der Möglichkeiten. Sie lädt dazu ein, sich mit Fragen der Architektur, Stadtplanung, kulturellen Teilhabe und Gestaltung öffentlicher und gemeinsamer Orte in einer Stadt auseinanderzusetzen – insbesondere in Zeiten tiefgreifender ökologischer, sozialer und ökonomischer Umbrüche. Künstler*innen, Architekt*innen, Designer*innen, Stadtplaner*innen und Wissenschaftler*innen, die sich mit Themen wie grünen Städten, urbaner Mobilität, nachhaltigem Bauen, gelebter Demokratie, kultureller Teilhabe und der Rolle und Verantwortung von Kultur in diesem komplexen Gefüge beschäftigen, lassen die Besucher*innen an ihren innovativen Ideen, Projekten und Visionen teilhaben. Die Ausstellung versteht sich nicht als abgeschlossene Präsentation, sondern als offener, sich entwickelnder Projektraum. Sie versammelt Ideen, Experimente und Vorschläge und lädt zum gemeinsamen (Weiter-)Denken und Entwickeln ein. Wohin? fragt nach Perspektiven für die Stadt der Zukunft und rückt zentrale Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens unserer Zeit ins Zentrum. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Probleme, sondern vor allem kreative Lösungsvorschläge und zukunftsweisende Impulse unterschiedlichster Akteur*innen. Wir stellen uns die Frage: Wie möchten wir in Zukunft leben? Aber vor allem auch: Wie können wir in Zukunft leben? Ziel von Wohin? ist es, Raum für Begegnungen und Austausch zu schaffen, um gemeinsam nach Antworten auf diese Fragen zu suchen. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich aktiv einzubringen: mit Fragen, Gedanken, Kritik und Fantasie für die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft. Zahlreiche Projekte und Formate regen zum Mitdenken, Mitgestalten und Erleben ein. Mit Anouchka Strunden, Bureau Baubotanik, Club Real, Fari Shams & Every House has a door, Jan Kamensky, Luca Kohlmetz, Martin Pfeifle, Max Mundhenke & Jan Silbersiepe, MY-CO-X, Neonature, Offenbach Institut für Mobilitätsdesign, Paul Hutchinson, rampe:aktion, Stöbe Architekten & Molestina Architekten + Stadtplaner, Van Bo-Le Mentzel, Verbunt – Jugendkunst Düsseldorf e.V., Veronika Pfaffinger, Zentrum für Peripherie Wohin? ist ein gemeinsames Abschiedsprojekt des Teams der Kunsthalle Düsseldorf und zugleich ein gemeinsamer Aufbruch in eine offene Zukunft. An folgenden Tagen ist der Eintritt in die aktuelle Ausstellung frei: Samstag, 18. Oktober 2025 Samstag, 15. November 2025 Samstag, 29. November 2025 Sonntag, 7. Dezember 2025 Samstag, 13. Dezember 2025 Samstag, 24. Januar 2026
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Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly

Museum Ludwig

Die Ausstellung Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly erzählt die Geschichte eines einflussreichen, aber oft übersehenen Netzwerks von fünf erfolgreichen und bekannten Künstlern. Während die Künstler einzeln große Anerkennung erfahren haben, sind ihre starken gegenseitigen Einflüsse, ihre freundschaftlichen, künstlerischen und romantischen Beziehungen, bisher weitgehend übersehen und unerforscht geblieben. Sowohl individuell als auch gemeinsam haben die Künstler wichtige Rollen in der Nachkriegskunst gespielt und mit ihrer interdisziplinären Arbeit einen entscheidenden Beitrag zur Geschichte der Kunst, der Musik und des Tanzes geleistet. Bis heute prägen sie Generationen von Künstler*innen. In der Konzentration auf das Zusammenspiel der fünf Künstler reflektiert die Ausstellung auch, was es bedeutete, in den 1950er Jahren ein schwuler Künstler zu sein und wirft so ein neues Licht auf die Dynamik der Nachkriegskunst in den USA und darüber hinaus. Der theoretische Einfluss von John Cage auf Rauschenberg und Twombly, die Bühnenbilder von Johns und Rauschenberg für die Merce Cunningham Dance Company oder die interpiktoralen Dialoge zwischen Twombly, Rauschenberg und Johns werden nun erstmals Gegenstand einer groß angelegten Ausstellung. Die performative und kollaborative Dimension ihrer Praktiken zeugt von ihrer gemeinsamen kulturellen Vision einer nicht-hierarchischen, multipolaren und antiimperialistischen Gesellschaft. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum Brandhorst in München. Kuratoren: Yilmaz Dziewior, Achim Hochdörfer mit Arthur Fink

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