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Ausstellungen | Ausstellung

Themenparcours:
Der Mensch in seinen Welten

Rautenstrauch-Joest-Museum

In der Dauerausstellung des Rautenstrauch-Joest-Museums können Sie auf 3600 qm viel Wissenswertes darüber erfahren, wie vielfältig die Kulturen der Welt leben und wie unterschiedlich mit denselben Themen wie z.B. dem Wohnen und dem Sterben umgegangen wird oder wie Status gezeigt wird. Warum war das Leben im Tipi so praktisch? Weshalb trugen Maori Tätowierungen und tun es wieder? Welchen Sinn haben Ahnenfiguren? Die Ausstellung ist in zwei Bereiche untergliedert. Im Themenkomplex "Die Welt erfassen" erfahren Sie etwas über den Blick Europas auf andere Kulturen wie er sich z. B. in Reiseberichten, in der Kunst oder in Museen widerspiegelt. Der Themenkomplex "Die Welt gestalten" stellt unterschiedliche Lebensentwürfe weltweit vor. Bereits im Foyer können Sie das größte Objekt unserer Sammlung bestaunen: Den 7,50 m hohen Reisspeicher von der Insel Sulawesi in Indonesien. Der von dem renommierten Schnitzer Ne'Kambane aus Holz, Bambus und Rotang in den 1930er Jahren gefertigte Reisspeicher erzählt viel über die Identität der lokalen Bevölkerung. Mit einem über 50 Instrumente umfassenden Gamelanorchester aus Java stimmen wir Sie auf den Rundgang durch das RJM ein. Nehmen Sie Platz und genießen Sie dieses ungewöhnliche Klangerlebnis. Wollen Sie selbst einmal Gamelan spielen? Entdecken Sie unsere Angebote dazu! Im 1. OG erfahren Sie mehr über unseren Sammlungsbegründer Wilhelm Joest. 1899 stiftete seine Schwester Adele Rautenstrauch zusammen mit ihrem Mann Eugen der Stadt Köln Joests Privatsammlung und die Geschichte des RJM nahm ihren Anfang. Außerdem setzen wir uns im 1. OG mit der Rolle von ethnologischen Museen auseinander. Denn das was in Ausstellungen gezeigt wird und die Art, wie etwas präsentiert wird, prägt unmittelbar das Verständnis. Weitere Highlights im 1. OG finden Sie u.a. in der Abteilung Kunst. Dort können Sie die ästhetischsten und kunstfertigsten Exponate anschauen und sich mit deren Herkunftsorten beschäftigen. In der Anfang 2020 eingerichteten Installation des Künstlers Nando Nkrumah haben Sie die Möglichkeit, sich mit strukturellem Rassismus auseinanderzusetzen und erfahren etwas darüber, wie es gelingt, allgegenwärtige, rassistische Bilder nicht weiter zu reproduzieren. Im 2. OG finden Sie Objekte aus unserer Sammlung zu den Themen Kleidung und Schmuck, Tod und Jenseits sowie Glauben.
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Perfect Match

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Der Fokus der Ausstellung „Perfect Match“ liegt auf der Früh- und Blütezeit der Kunstkammern im 16. und 17. Jahrhundert. Erstmals werden ausgewählte Objekte des Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) und der Privatsammlung von Thomas Olbricht zusammengeführt. Die in der Renaissance und im Barock von Herrschern, Gelehrten und wohlhabenden Bürgern eingerichteten privaten Kunst- und Wunderkammern gelten als Vorläufer unserer heutigen Museen. Sie repräsentierten ein universelles Sammlungskonzept, das mit exotischen Objekten, seltenen Naturalien, kostbaren Kunstwerken und technisch-wissenschaftlichen Errungenschaften die Vielfalt der Schöpfung im Kleinen abbilden sollten. Die Kunstkammerobjekte der beiden Sammlungen entsprechen jedoch nicht dem historisch gewachsenen Sammlungstyp der frühneuzeitlichen Kunstkammern: Die Kunstkammerstücke im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) wurden als Belegstücke für herausragendes künstlerisches Schaffen gesammelt und gehen auf eine bürgerliche Sammlungstradition zurück. Die Privatsammlung von Thomas Olbricht, die zu den weltweit bedeutendsten Spezialsammlungen zählt, entspricht hingegen ganz den Interessen und Leidenschaften einer individuellen Sammlerpersönlichkeit – von erstklassigen Renaissance-Kunstkammerobjekte bis hin zu ausgewählten, zeitgenössischen Kunstwerken.
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Kölner Design Preis 2023

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Der Kölner Design Preis gehört zu den begehrtesten Auszeichnungen für junge Absolvent*innen der Designstudiengänge Kölner Hochschulen. Prämiert werden die innovativsten und herausragenden Abschlussarbeiten – das Design der Zukunft. Mit insgesamt 20.000 Euro ist der Award in diesem Jahr besonders hoch dotiert. Der Dank dafür gilt den überaus großzügigen Stiftungen der Prof. Dr.-Ing. R.G. Winkler-Stiftung und von KölnBusiness für die Sonderpreise. Nachdem die Hochschulen ihre besten Abschlussarbeiten im Bereich Design für den Award nominiert hatten, wählte eine unabhängige Jury am 27. Oktober 2023 aus den nominierten Arbeiten die Siegerprojekte aus: 1. Preis (6000 Euro) Yvonne Lober (BA) KISD – Köln International School of Design De/Construct/War 2. Preis (4000 Euro) Leah-Lilith Heeren (Diplom) KHM – Kunsthochschule für Medien IN MY HANDS 3. Preis (2000 Euro) Karlotta Leonie Paul (BA) ecosign – Akademie für Gestaltung sitz_mal! 3. Preis (2000 Euro) Julius Walsch (BA) KISD – Köln International School of Design Klang-Körper Sonderpreise (Preisgelder von KölnBusiness) Preis (3000 Euro) Sanja Zündorf (MA) KISD – Köln International School of Design entzück dich selbst Preis (3000 Euro) Matthias Grund (MA) KISD – Köln International School of Design Other Images Wir danken allen Kölner Hochschulen, die in diesem Jahr herausragende Abschlussarbeiten für den Award nominiert haben: ecosign – Akademie für Gestaltung, Hochschule Macromedia, ifs – Internationale Filmschule, KHM – Kunsthochschule für Medien, KISD – Köln International School of Design, Rheinische Fachhochschule Köln (RFH). Die Ausstellung aller nominierten Abschlussarbeiten findet bis zum 3. Dezember 2023 im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) statt, der Eintritt ist frei. Darüber hinaus werden alle nominierten Arbeiten auf der Webseite www.koelnerdesignpreis.de präsentiert, die von Studierenden der KISD – Köln International School of Design gestaltet und gepflegt wird.
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Revisions

Rautenstrauch-Joest-Museum

»Als die weißen Entdecker ihre Karten anlegten, zerschnitten sie dieses Land mit willkürlichen Linien und legten Staatsgrenzen fest. Sie wussten nichts von der Vielfalt der Nationen und Tribal People, die dieses Land bewohnen. Sie wussten nicht, dass wir unsere eigenen Geschichten, Songlines, Grenzen und Nationen haben. Alte Tribal Stories überziehen den ganzen Kontinent, Spuren von Totems, die zu verschiedenen Clans und Sprachgruppen des Landes gehören, das sie Australien nannten. « Otto Jungarrayi Sims – (Ehemaliger Vorsitzender von Warlukurlangu Artists) Kann die Kunst unser Verständnis der Vergangenheit verändern? Können wir die Dokumente, die die Geschichte geprägt haben, revidieren? Wie können Australian First Peoples mit künstlerischen Mitteln die Deutungshoheit zurückgewinnen? In den vergangenen acht Jahren haben Gruppen von Warlpiri-Künstler*innen in Zentralaustralien in Zusammenarbeit mit dem britischen Künstler Patrick Waterhouse eine Sammlung von Landkarten, Flaggen, Fotografien, Comic-Illustrationen und anderem Archivmaterial überarbeitet. Dadurch sind künstlerische Positionen entstanden, die neue Zugänge zu bisher meist verdeckten oder unbekannten Sichtweisen bieten. Die bisher größte Ausstellung dieser Arbeit „REVISIONS made by Warlpiri of Central Australia und Patrick Waterhouse“ eröffnet am 8. Dezember 2023 im Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) in Köln. Die Ausstellung wurde in den Warlukurlangu Art Centres in Yuendumu und Nyirripi kuratiert. Sie umfasst bereits bekannte Arbeiten wie „Restricted Images“ als auch neue, die sich u. a. direkt mit dem RJM-Archiv befassen, und zeigt erstmals das neue Zwei-Kanal-Video-Kunstwerk „The True Story“. Trotz Kolonialisierung haben die Warlpiri-(Sprach-)Gruppen ein dauerhaftes philosophisches Weltbild bewahrt, das durch komplexe zeremonielle Traditionen und künstlerische Praktiken geprägt ist. Im Jahr 2014 reiste Patrick Waterhouse zum ersten Mal in das Warlpiri-Gebiet. Er hatte seit 2011 in Zentralaustralien fotografiert und nach und nach Dokumente erworben, die die Kolonialgeschichte Australiens zurückverfolgen lassen. Waterhouse präsentierte diese Fotografien zusammen mit Archivmaterial aus Museen und Auktionshäusern den Mitgliedern der Warlukurlangu Art Centres in den Gemeinden Yuendumu und Nyirippi. Er lud sie ein, die Dokumente mit der traditionellen Technik der Punktmalerei der Warlpiri zu überarbeiten, die von fast der Hälfte der Gemeinde praktiziert wird. Die Künstler*innen im Alter von 16 bis 90 Jahren trugen auf der Grundlage ihrer eigenen Geschichten und Traditionen Schichten von Mustern und Symbolen auf die Dokumente auf. Dieser Prozess kann als ein Unkenntlichmachen, als Korrektur des Vorhandenen oder als Enthüllung von etwas betrachtet werden, das schon immer unter der Oberfläche verborgen war. Die daraus resultierenden Arbeiten konfrontieren die koloniale Erzählweise Australiens mit seiner indigenen Geschichte, die vor mehr als 50.000 Jahren begann. (Bild: This Way Up Restricted with Melinda Napurrurla Wilson, Polly Anne Napangardi Dixon, Kirsten Nangala Egan and Delena Napaljarri Turner)
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Wolf­gang-Hahn-Preis 2023. Fran­cis Alÿs

Museum Ludwig

Fran­cis Alÿs er­hält den 29. Wolf­gang-Hahn-Preis der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst am Mu­se­um Lud­wig. Der 1959 in An­tw­er­pen ge­borene, heute in Mexiko-Stadt lebende Kün­stler, aus­ge­bildete Ar­chitekt und Ur­ban­ist ar­beit­ete dort seit 1986 für lokale NGOs und ist seit 1990 im Bereich der bil­den­den Kunst tätig. Sein vielfältiges Werk um­fasst Malerei, Zeich­nung, In­s­tal­la­tion, Video, Fo­to­gra­fie und Ak­tio­nen und wurde in zahl­reichen Auss­tel­lun­gen in­ter­na­tio­n­al gezeigt, u.a. im Bel­gischen Pav­il­lon auf der 59. Bi­en­nale von Venedig (2022) und auf der DOC­U­MEN­TA (13) in Kas­sel/Kab­ul (2013). Fran­cis Alÿs’ einzi­gartige kün­st­lerische Po­si­tion zeigt sich insbe­son­dere in der Art und Weise, wie er unsere Ge­sellschaft beobachtet. Mit ein­fach­sten kün­st­lerischen Gesten erzählt er lakonisch von kom­plex­en sozialen Leben­swirk­lichkeit­en, macht Wider­sprüche poli­tisch­er und kul­tureller Regime eben­so er­fahr­bar wie die Wider­sprüche sein­er ei­ge­nen äs­thetischen Pro­duk­tio­nen. Seine In­ter­ven­tio­nen in reale Si­t­u­a­tio­nen, bei de­nen er auch sel­ber als Ak­teur auftritt, ver­weisen sub­til auf The­matiken wie Mi­gra­tion, Grenzzie­hun­gen und die Fol­gen der Glob­al­isierung. Dass seine Werke oft die Form von In­sze­nierun­gen der Ab­sur­dität des All­t­ags an­neh­men, macht ihre Rezep­tion zu einem un­ter­halt­sa­men in­tellektuellen Vergnü­gen. Ku­ra­tor: Yil­maz Dziewior
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Apropos Visionär

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Der Fotograf Horst H. Baumann (1934 – 2019) zählte zu den Shooting-Stars seiner Generation. Schon in jungen Jahren mehrfach ausgezeichnet, avancierte der Autodidakt ab den 1960er Jahren zu einem in den gedruckten Medien omnipräsenten, höchst erfolgreichen Fotografen. Vor allem seine Fotografien von Autorennen am Nürburgring, in Spa oder Le Mans machten Horst H. Baumann berühmt. Ab Mitte der 1960er Jahre wandte er sich multimedialen Projekten zu, speziell der Laserkunst, mit der er sich beispielsweise 1977 auf der documenta 6 in Kassel präsentierte. Bis heute leuchtet der grüne Laserstrahl regelmäßig als nächtliches Wahrzeichen der hessischen Kunstmetropole. Auch der nach wie vor aktive Licht-Zeit-Pegel am Düsseldorfer Rheinturm geht auf sein Ideenkonto. Konsequent ab Ende der 1960er Jahre hat sich Baumann mit Multivisionen, Lichtinstallationen oder temporären Architekturen beschäftigt, während sein Beitrag zur deutschen Fotografie der 1950er und 1960er Jahre weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Mit der Ausstellung APROPOS VISIONÄR – DER FOTOGRAF HORST H. BAUMANN präsentiert das MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln in Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim die erste fotografische Retrospektive dieses bedeutenden, zugleich weitgehend vergessenen Kamerakünstlers. Die Ausstellung zeigt rund 400 ausgewählte Werke aus dem fotografischen Nachlass des Künstlers. Tatsächlich zählte Baumann, 1934 in Aachen geboren, 2019 in Düsseldorf verstorben, im Jahrzehnt zwischen 1955 und 1965 zu den produktivsten, kreativsten, formal-ästhetisch mutigsten Talenten innerhalb der damaligen jungen deutschen Fotoszene. Was die frühe Fotografie von Horst H. Baumann auszeichnet, ist einerseits ein hohes Maß an Empathie, ein ehrliches Interesse an sozialen Themen, andererseits die konsequente Suche nach einem eigenen Ausdruck in der Kamerakunst. Noch aus dem vermeintlich banalsten Sujet wusste Baumann durch den gezielten Einsatz partieller Schärfe, durch kühne Aus- oder Anschnitte, gesuchte Perpektiven oder ein Spiel mit Vordergrund und Hintergrund eine Art von Fotografie zu stiften, die immer wieder überraschte, aber auch nicht wenige irritierte. Rückblickend darf man staunen, wie konsequent und zügig sich Baumann eine ganz eigene Bildsprache erarbeitet hat, die mit der „subjektiven fotografie“ und ihrem Formalismus so wenig zu tun hatte wie mit den verdeckten Geometrien eines Henri Cartier-Bresson, dessen Vorliebe für das Normalobjektiv Baumann ebenso ignorierte wie alle übrigen „Regeln“ aus den Handbüchern für Amateure. Durch den Sucher seiner Leica komponierte Baumann ausgesprochen radikale Bilder, wie sie neben ihm höchstens der Kölner Chargesheimer wagte. Baumann fotografierte im Eigenauftrag als „Street Photographer“, schuf Porträts internationaler Größen aus der Musik- und Filmbranche (Juliette Gréco, Ursula Andress, Jane Fonda), lieferte Reportagen für auflagenstarke Illustrierte (Stern, Kristall), bewährte sich auf dem Feld der Werbung und Visuellen Kommunikation, um sich mit Beginn der 1960er Jahre intensiv mit den künstlerischen Möglichkeiten der Farbfotografie zu beschäftigen. Auch und gerade auf diesem Feld hat er Maßstäbe gesetzt. Bereits Mitte der 1960er Jahre begann sich Horst H. Baumann sukzessive von der Fotografie zu verabschieden. Was ihn danach umtrieb, waren medienübergreifende Konzepte, multimediale Installationen, ephemere Architekturen im Dienste neuer, bewegter Medien wie Film, Fernsehen und Video. Am Ende sollte es „die intensive, strahlende Lichtquelle des Lasers“ sein, die ihn umtrieb und ihn bis zum Ende seines Lebens immer wieder neue Projekte entwickeln und Vorhaben ansteuern ließ. Zeitlebens hat sich Horst H. Baumann als „Lichtkünstler“ in einem übergeordneten Sinne verstanden, als Kreativer, der mit Licht schreibt und sich dabei unterschiedlicher Techniken bedient. Bewusst verzichtet die Ausstellung auf eine – ohnehin nicht zu leistende – Gesamtdarstellung seines Wirkens und legt stattdessen den Schwerpunkt auf seine Zeit als Fotograf. Der Fotograf Horst H. Baumann um 1960 war in der Tat ein Star, ein Label, eine Marke, Garant für Fotografie auf Weltniveau. Dass er so konsequent in Vergessenheit geraten ist, mag tragisch klingen, bietet immerhin die Chance für eine Wiederentdeckung auf der Basis seines Nachlasses, der hier zum ersten Mal über ausgewählte Originalabzüge (Vintage Prints) eine Renaissance erfährt. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim, die erstmals Anfang 2023 im ZEPHYR – Raum für Fotografie präsentiert wurde. Die Ausstellung wurde von Hans-Michael Koetzle (München) kuratiert, begleitend ist ein Fotobuch im Steidl Verlag, Göttingen erschienen.
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1000 … miles to the edge – Schenkung Kasper König

Museum Ludwig

Auss­tel­lungs­mach­er, Mit­be­grün­der der Skulp­tur Pro­jekte Mün­ster, Ku­ra­tor der Großauss­tel­lun­gen West­kunst und von hi­er aus sowie der Man­i­fes­ta in St. Peters­burg: Kasper König prägte den Kun­st­diskurs der let­zten fünf Jahrzeh­nte mit wie kaum ein an­der­er. Zwölf Jahre lang (2000–2012) war Kasper König Di­rek­tor des Mu­se­um Lud­wig. Für ihn ist ein Mu­se­um ein öf­fentlich­er Ort: „Er ge­hört allen und keinem“ war sein poin­tiert­er Kom­men­tar zu die­sem The­ma. Nun schenkt König dem Haus eine Werkauswahl aus sein­er pri­vat­en Samm­lung, die in einem Raum in­n­er­halb der per­ma­nen­ten Samm­lung des Mu­se­um präsen­tiert wird. Dabei hat er sich selbst nie als klas­sisch­er Samm­ler ver­s­tan­den. Spon­tankäufe, Sou­venirs, Jahres­gaben und Geschenke sind über Jahrzeh­nte zu ein­er sehr per­sön­lichen Kollek­tion gewach­sen. Ku­ra­tor: Stephan Died­erich
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Pab­lo Pi­cas­so Suite 156 mit Kubra Khade­mi

Museum Ludwig

Zehn Wochen vor Pab­lo Pi­cas­sos Tod, im Jan­uar 1973, zeigt Louise Leiris in ihr­er Paris­er Ga­lerie ei­nen Zyk­lus von Gra­fiken, der sein let­ztes Ver­mächt­nis sein wird: 155 Radierun­gen aus den Jahren 1968 bis 1972. Nach dem Druck von drei Probe­druck­en ging eine kleinere Druck­platte (Nr. 7) ver­loren und war da­her nie Teil der von der Ga­lerie veröf­fentlicht­en Edi­tion. Nach dies­er Pre­miere wur­den diese let­zten gra­fischen Blät­ter des Kün­stlers nur noch wenige Male in vollem Um­fang präsen­tiert. Heute gilt die so­ge­nan­nte Suite 156 als beispiel­haft für das späte gra­fische Werk Pi­cas­sos und befin­d­et sich in der Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig. Un­ter dem Ti­tel The Pi­cas­so 1973–2023 Cele­bra­tion neh­men rund 40 Auss­tel­lun­gen in Eu­ro­pa und den USA den Jahres­tag zum An­lass, sein Werk dem heu­ti­gen Pub­likum näher zu brin­gen. Das Mu­se­um Lud­wig un­ter­stützt die­s­es monu­men­tale Pro­jekt als Lei­hge­ber und mit ein­er ei­ge­nen Präsen­ta­tion: Im Pi­cas­so-Jahr 2023, trifft die Suite 156, 50 Jahre nach ihr­er Vol­len­dung, auf eine neue Gen­er­a­tion von Rezipi­ent*in­nen. Eine Gen­er­a­tion, die sich im­mer noch oder wied­er mit ähn­lichen Frages­tel­lun­gen in Bezug auf den Kör­p­er und seine ge­sellschaftliche Be­trach­tung kon­fron­tiert sie­ht. Ergänzt wird die Präsen­ta­tion der Radi­er­folge durch eine Ne­up­ro­duk­tion der zeit­genös­sischen afghanischen Kün­st­lerin Kubra Khade­mi (*1989 Ghor, Afgha­nis­tan). Ihre Kunst set­zt sich poli­tisch und zu­gleich hu­mor­voll mit ge­sellschaftlichen Nor­mvors­tel­lun­gen von wei­blichen Kör­pern und Iden­titäten au­sei­nan­der. Ku­ra­torin: Eboa Iton­do
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Raum für Neues - Wegen Bauarbeiten geöffnet!

Käthe Kollwitz Museum Köln

Die Museumsräume sind vorübergehend geschlossen Unser Museum soll grüner werden! Wegen der dazu notwendigen energetischen Baumaßnahmen bleibt das Käthe Kollwitz Museum Köln bis voraussichtlich Herbst 2023 geschlossen. Trotzdem sind wir weiterhin für Sie da! Wegen Bauarbeiten geöffnet! Ab 2. Februar 2023 heißen wir Sie im Raum für Neues willkommen: In unserer ›Museumswerkstatt‹ in der Neumarkt Passage, gegenüber vom Eiscafé Tentazioni, stellen wir Ihnen nach und nach vor, was wir während der Schließung hinter den Kulissen für Sie erarbeiten. Käthe Kollwitz erleben! ... ist das Motto, unter dem wir die Sammlungsausstellung dann neu präsentieren: Von einem virtuellen Atelier der Künstlerin über analoge und digitale Hintergrund-Informationen zu Leben und Werk von Käthe Kollwitz bis hin zu interaktiven Angeboten, die ihre künstlerischen Techniken nachvollziehen lassen. Aber nicht nur das: In unserer Werkstatt können Sie auch selbst aktiv werden! Wir laden Kinder, Jugendliche und Erwachsene ein zu Workshops mit den unterschiedlichsten Themen und Techniken, veranstalten Talks und Vorträge und öffnen unseren Pop-up Museumsshop. Außerdem stellen wir Ihnen auf unserer Website und unseren Social-Media-Kanälen während des Schließungszeitraums immer wieder neue interessante Inhalte und abwechslungsreiche digitale Angebote zur Verfügung. Und auch analog werden wir an verschiedenen Stellen in Köln immer wieder überraschend präsent sein. Bleiben Sie gespannt! Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 - 16 Uhr Erster Donnerstag im Monat 11 - 19 Uhr Montag, Sonn- und Feiertage geschlossen Eintritt frei!
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BEGEGNUNGEN - Käthe Kollwitz zu Gast im Wallraf

Käthe Kollwitz Museum Köln

Käthe Kollwitz (1867–1945), inspiriert durch Impressionismus und Symbolismus? Diese beiden Facetten gehören zu den weniger bekannten Seiten ihres Œuvres. Das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud nimmt drei außergewöhnliche Werke aus der Sammlung des Käthe Kollwitz Museum Köln in den Fokus, die den Einfluss der Moderne auf das frühe Schaffen der Künstlerin belegen. Die Intervention stellt zwei der Öffentlichkeit kaum bekannte Ölstudien, die Kollwitz während ihrer Studienzeit in München schuf, den Gemälden ihres Förderers Max Liebermanns (1847–1935) zur Seite. An anderer Stelle trifft eine im Kontext des Weberzyklus entstandene Radierung auf Werke ihres Vorbilds Max Klinger (1857–1920) und anderer Symbolisten: Begegnungen, die das Talent der jungen Künstlerin im Gegenüber ihrer berühmten Zeitgenossen neu beleuchten. Heute zählt Käthe Kollwitz vor allem wegen ihrer eigenen, unverwechselbaren künstlerischen Handschrift zu den bedeutendsten deutschen Künstler:innen des 20. Jahrhunderts. Das Käthe Kollwitz Museum Köln bewahrt die weltweit umfangreichste Sammlung ihrer Werke. Seine Ausstellungsräume sind jedoch aufgrund von Baumaßnahmen vorübergehend geschlossen. In der dritten Präsentation der Reihe »BEGEGNUNGEN — Käthe Kollwitz zu Gast in…«, diesmal im ältesten Museum der Stadt Köln, bleibt ihre Kunst weiterhin sichtbar.
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Walde Huth. Ma­te­rial und Mode

Museum Ludwig

Das Mu­se­um Lud­wig er­hielt 2017 ei­nen Be­s­tand von über 250 Werken der Fo­to­grafin Walde Huth (1923–2011) zum Geschenk. Bekan­nt wurde sie vor allem für ihre Mod­eauf­nah­men der 1950er Haute Cou­ture in Paris und Flo­renz. Wer­beauf­nah­men für ei­nen Samt- oder Strumpfher­steller, auch für Mö­bel ergänzten ihr Port­fo­lio. Zur Farb­fo­to­gra­fie griff sie dabei an­fangs sel­ten, und das, ob­wohl sie durch ihre Tätigkeit in der En­twick­lungs­abteilung für Farb­fo­to­gra­fie der Ag­fa in Wolfen 1943 bis 1945 früh mit den tech­nischen Möglichkeit­en ver­traut ge­wor­den war. Wenn sie es aber tat, zele­bri­erte sie die Farbe regel­recht. Wer die charak­ter­s­tarke Köl­nerin ge­gen Ende ihres Lebens noch be­suchen durfte, berichtet oft von dem Chaos, das in ihr­er Woh­nung herrschte. Auch ihre Bilder waren Teil des Chaos. In einem In­ter­view äußerte Walde Huth ein­mal: "Ich liebe halt eher Im­pro­visiertes und nicht so Per­fektes, Ster­iles. So glatte Ga­le­rien, wo die Fo­to­gra­fien so ge­hängt wer­den, das mag ich gar nicht. So kann ein Bild nicht wirken." Diese Präsen­ta­tion will eine be­hut­same An­näherung an Walde Huth aus dem Be­s­tand der Neuer­wer­bun­gen sein. Ku­ra­torin: Miri­am Szwast
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Fü­sun Onur. Ret­ro­spek­tive

Museum Ludwig

Fü­sun Onur, 1937 in Is­tan­bul ge­boren, ist eine der be­deu­tend­sten Kün­stler*in­nen der Türkei. Sie hat ein beein­druck­en­des und viel­seitiges Werk geschaf­fen, das sich den üblichen Kat­e­gorisierun­gen entzie­ht. In frühen Jahren machte sie mit ihren präzisen Erkun­dun­gen von Fläche und Raum sowie deren sou­verän­er Um­set­zung in Skulp­turen auf sich aufmerk­sam. Diese for­male An­näherung war aber nur eine von vielen Herange­hen­sweisen. Seit An­fang der 70er Jahre kom­biniert sie sie mit All­t­ag­sob­jek­ten und sinn­lichen Ma­te­rialien in großen In­s­tal­la­tio­nen: frag­ile Ob­jekte und Rau­min­sze­nierun­gen, ge­baut aus Glasscheiben, Holzteilen, Klei­dungsstück­en, Wollfä­den, Stühlen, Kis­ten, Bällen. Ein nar­ra­tiv­er Im­puls kommt hinzu, der ihrem Werk bis heute eine po­etische Tiefe ver­lei­ht. Die Ak­tu­al­ität ihr­er Ar­beit­en liegt in den vielfälti­gen Ver­fahren, mit de­nen sie ihre kün­st­lerischen Frages­tel­lun­gen ver­fol­gt und zu im­mer neuen Lö­sun­gen fin­d­et. Die Auss­tel­lung ent­ste­ht in Zusam­me­nar­beit mit Arter. Co-Ku­ra­torin: Bar­bara En­gel­bach (Ku­ra­torin Mu­se­um Lud­wig), Co-Ku­ra­tor: Emre Baykal (Che­fku­ra­tor Arter)
Ausstellungen

neue Veranstaltung

Rautenstrauch-Joest-Museum

Ausstellungen | Ausstellung

HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig.
Ukrainische Mod­erne 1900-1930 & Daria Koltso­va

Museum Ludwig

Die Auss­tel­lungs­rei­he HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig hin­ter­fragt die Kon­ven­tio­nen der Mu­se­um­sar­beit aus heutiger Sicht. Aktuell verän­dert der rus­sische Krieg auf die Ukraine unseren Um­gang mit der „Rus­sischen Avant­garde“. Viele Kün­stler*in­nen, die eben­so in der Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig vertreten sind, wur­den bis­lang dies­er Be­we­gung zu­ge­ord­net. Diese dem Mod­er­nis­mus in der Ukraine gewid­mete Auss­tel­lung ver­sam­melt rund ne­unzig Gemälde und Ar­beit­en auf Pa­pi­er, die zwischen 1900 und den 1930er Jahren ent­s­tan­den sind. Er­st­mals wurde die Auss­tel­lung un­ter dem Ti­tel In the Eye of the Storm: Mod­er­nism in Ukraine, 1900-1930s im Museo Na­cio­n­al Thyssen-Bornemisza in Ma­drid gezeigt. Die Schau zeigt zahl­reiche Lei­h­gaben aus dem Na­tio­nalen Kun­st­mu­se­um der Ukraine und dem Mu­se­um für The­ater-, Musik- und Filmkunst der Ukraine, die aus Kyjiw nach Eu­ro­pa ge­bracht wur­den. Ergänzt wird diese Auswahl durch Werke aus pri­vat­en Samm­lun­gen und den Bestän­den des Mu­se­um Lud­wig. Diese neue kun­sthis­torische Per­spek­tive wird er­weit­ert durch ei­nen aktuellen Bei­trag der zeit­genös­sischen Kün­st­lerin Daria Kolt­so­va. Sie präsen­tiert Ar­beit­en, die sich mit dem kul­turellen Erbe an­gesichts des Krieges beschäfti­gen. Ku­ra­tor*in­nen: Kon­s­tantin Akin­sha, Ka­tia Deny­so­va, Ole­na Kashu­ba-Vol­vach & Yuliia Berdiiaro­va
Ausstellungen | Installation

Meta - Sleep

Schauspiel Köln - Depot 2

LENA. Der Tod ist der seligste Traum. LEONCE. So laß mich dein Todesengel sein! Laß meine Lippen sich gleich seinen Schwingen auf deine Augen senken. Schlafen, träumen, sich lösen vom eigenen Dasein, die körperlichen und gesellschaftlichen Grenzen übertreten, frei sein: Georg Büchner lässt in LEONCE UND LENA seine beiden Titelfiguren einen gemeinsamen Traum erleben. Doch nicht der Tod ist schließlich der Ausweg aus dem engen Korsett gesellschaftlicher Erwartungen, sondern die Transformation. Zu Automaten gewandelt kehren die zwei Königskinder zurück in die höfische Gesellschaft, um so der Vorherbestimmung einer arrangierten Ehe zu entfliehen. Und müssen realisieren, dass ihr Schicksal sie längst überholt hat. Der Regisseur und Musiker Robert Borgmann nimmt die Motive von Traum und Transformation zum Ausgang einer künstlerischen Recherche über Körper-Grenzen, Erlösung, Posthumanismus und Künstliche Intelligenz. Es ist ein uralter Menschheitstraum, der in Verbindung mit den aktuellen digitalen und virtuellen Möglichkeiten neu geträumt wird – mittelalterliche Alchemie trifft auf KI. Ein künstlerischer Grenzgang zwischen Musiktheater und Installation, Meditation und Performance. Regie, Raum & Komposition: Robert Borgmann Kostüme: Birgit Bungum Videodesign: Krzysztof Honowski Licht: Michael Frank Dramaturgie: Sibylle Dudek Dauer: 1 Stunde 20 Minuten • Keine Pause
Ausstellungen | Ausstellung

Lebohang Kganye - Shall you return Everything, but the Burden

Rautenstrauch-Joest-Museum

Artist meets Archive (AMA) geht in die dritte Runde! Gemeinsam mit der Internationalen Photoszene Köln laden wir die südafrikanische Künstlerin Lebohang Kganye ein, mit den Beständen der Fotografischen Sammlung des RJM zu arbeiten. Für ihre Fotografien bekannt, bezieht Lebohang Kganye häufig das Archivarische und Performative in ihre Arbeit ein, in der das Erzählen von Geschichten und Familien-Erinnerungen im Mittelpunkt stehen. Die Ausstellung wird zum Photoszenefestival im Mai 2023 eröffnet.
Ausstellungen | Ausstellung

Borderstories

Rautenstrauch-Joest-Museum

Obwohl die Welt heute über die sozialen Medien oder globale Handelsketten zunehmend vernetzt erscheint, werden Grenzen weltweit nach wie vor genutzt, um Menschen zu regieren, Bewegungsfreiheiten einzuschränken und Ungleichheiten zu verfestigen. Dies zeigt sich nicht nur in der kolonialen Vergangenheit und im gegenwärtigen Alltag in afrikanischen Grenzgebieten, sondern auch vor der Kölner Haustür. Die Intervention “b/or/der st/or/ies“ thematisiert globale Grenzentwicklungen.
Ausstellungen | Ausstellung

FIRST PAGES - Counter Images | Gegenbilder

Rautenstrauch-Joest-Museum

Welches Bild entwerfen junge Fotograf*innen von der Welt? In der neuen Ausgabe FIRST PAGES der Ausstellungsreihe Counter Images | Gegenbilder werfen internationale Fotograf*innen in Form von Fotobüchern Blicke auf ihre Umgebung. Sie gewähren damit persönliche Innenansichten öffentlicher und privater Orte und Ereignisse. So begleitete die Fotografin Shirin Abedi junge Frauen im Iran, die gegen alle Widerstände und Verbote Ballett tanzen. Eyad Abou Kasem dokumentierte seine Flucht aus Syrien mit der Kamera, einem der wenigen Stücke, die er aus seiner Heimat mitnahm. Arafat Siraji inszenierte seine Familienerinnerungen in Bangladesch neu, weil seine Schwester die Alben als Kind verbrannte. Egal wohin wir heute blicken – Bilder begleiten unsere alltägliche Wahrnehmung und prägen unser Bild von Menschen und Orten. Die Aufnahmen in FIRST PAGES sind hochaktuell und meist in der unmittelbaren Umgebung der Fotograf*innen entstanden. Sie treten durch ihre Unmittelbarkeit überkommenen historischen Bildern entgegnen. Die Werke zeigen unsere Gegenwart aus vielen Perspektiven. Damit nehmen sie auch zur Historischen Fotosammlung des RJM eine Gegenposition ein. Vier Themenbereiche stehen im Fokus: Flucht, Migration und Verflechtungsgeschichte; Familiengeschichten; Erzählungen von Strukturwandel sowie Perspektiven auf Mutterschaft, Körperpolitiken, Neurodiversität und mentale Herausforderungen. Das RJM präsentiert in FIRST PAGES über 40 fotografische Projekte als Fotobuch-Prototypen sogenannte Dummies. Die kleine Präsentation ist eine Kollaboration mit der Hochschule Hannover (HsH) und der Fachhochschule Dortmund. Die hier gezeigten Werke entstanden zwischen 2018 und 2022 im Rahmen der nationalen und internationalen Fotobuchklassen unter der gemeinsamen Leitung der Fotograf*innen und Designer*innen Thekla Ehling, Frederic Lezmi und Paul Spehr. Das gebundene Buch erhält in der digitalen Welt oft eine neue Bedeutung, obwohl Fotografie längst zum Alltagsmedium geworden ist. Die Bilder werden angeordnet und zu einer Erzählung verwoben. Die experimentellen Fotobuchprojekte der Künstler*innen sind Unikate und faszinieren mit ihren unterschiedlichen Erzählungen, Formaten und Formen. Die Besucher*innen können in den Werken aktiv blättern und in vielstimmige Bildwelten eintauchen. Die Museums-Bibliothek verwandelt sich Schritt für Schritt weg von ihrem Image der Stille hin zu einem lebendigen Ort der Gesellschaft. Sie wird zum Ort des Treffens und Entdeckens. Das Rahmenprogramm stellt das Produzieren und Vervielfältigen von Fotografien in den Vordergrund. In der mittlerweile überwiegend digitalen Bildrealität schafft die Präsentation ein haptisches Erlebnis. Die Ausstellungsreihe Counter Images | Gegenbilder nimmt das Medium Fotografie kritisch unter die Lupe und bietet internationalen Künstler*innen und Kurator*innen eine Plattform für dekoloniale Annäherungen und Gegenpositionen zu gewohnten Darstellungsweisen. Mit der Ausstellungsreihe wollen wir an wechselnden Orten im Museum alte Bilder hinterfragen und neuen Bildern Raum geben.
Ausstellungen | Ausstellung

Staatspreis MANUFACTUM für angewandte Kunst und Design im Handwerk

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) präsentiert mit der Ausstellung „MANUFACTUM“ rund 100 von einer Fachjury ausgewählte Arbeiten aus den zahlreichen Einreichungen. Unter diesen Nominées wählt ein Preisgericht Arbeiten von sechs Kunsthandwerker*innen und Designer*innenn aus und zeichnete diese mit dem Staatspreis aus. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen in den Bereichen Bild- und Druckmedien, Kleidung und Textil, Möbel, Objekt und Skulptur, Schmuck sowie Wohnen und Außenbereich. Der Staatspreis wird seit 1963 alle zwei Jahre von der Landesregierung an gestaltende Handwerker*innen aus Nordrhein-Westfalen vergeben. Er ist damit einer der traditionsreichsten und mit insgesamt 60.000 Euro Preisgeld einer der bedeutendsten Preise seiner Art in Deutschland. Die Handwerkskammer Aachen führt den 31. Wettbewerb für die Landesregierung unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst durch.
Ausstellungen | Ausstellung

Bild/Gegenbild: Tarrah Krajnak, VALIE EXPORT, Sanja Iveković, Ana Mendieta, Carrie Mae Weems

Museum Ludwig

Aus­gangspunkt der Fo­to­raum-Präsen­ta­tion ist die Ar­beit Mas­ter Ri­t­u­als II: We­s­t­on Nudes von Tar­rah Kra­j­nak (*1977 in Li­ma, Pe­ru, lebt in Los An­ge­les, USA). In der achtzeh­n­teili­gen Se­rie von 2020/2021 stellt die Kün­st­lerin wei­bliche Akte nach, die der nor­damerikanische Fo­to­graf Ed­ward We­s­t­on ab 1927 auf­nahm und die nach seinem Tod 1977 publ­iziert wur­den. Kra­j­nak zeigt sich in ihrem Werk als Fo­to­grafin und Mod­ell in einem. Ihre Aneig­nung von We­s­t­ons Fo­to­gra­fien ver­weist auf das tra­di­tionelle hi­erarchische Ver­hält­nis von Kün­stler*in und Mod­ell, in dem der An­teil des als pas­siv vorgestell­ten Mod­ells aus­ge­blen­det wird. Darüber hi­naus zielt ihr per­for­ma­tiv­er und fo­to­gra­fisch­er Akt auf den Kanon west­lich­er Fo­to­gra­fie, der geprägt ist von ein­er weißen Vorstel­lung ideal­er Wei­blichkeit. VA­LIE EX­PORT (*1940 Linz, Öster­reich, lebt in Wien, Öster­reich) ist mit Fo­to­gra­fien aus ihr­er Se­rie Kör­perkon­fig­u­ra­tio­nen von 1976 vertreten. Eine Frau in All­t­agsk­lei­dung ist in ver­schie­de­nen Hal­tun­gen in die ar­chitek­tonischen For­men des Wien­er Burgthe­aters in­te­gri­ert. Die Pas­siv­ität ihr­er jew­eili­gen Po­si­tionierung wird von den Titeln der einzel­nen Auf­nah­men widerge­spiegelt: Der Kör­p­er der Frau wird einem herrschaftlichen Repräsen­ta­tions­ge­bäude aus dem 19. Jahrhun­dert einge­passt. In dies­er Zeit bildete sich die bürg­er­liche Vorstel­lung von Gesch­lechtscharak­teren her­aus, de­nen ent­sprechend der Pri­va­traum als Ort der Re­pro­duk­tion wei­blich und der öf­fentliche Raum als Ort der Pro­duk­tion männ­lich be­set­zt ist. San­ja Iveković (1949 Za­greb, Ju­gos­lawien, lebt in Za­greb, Kroa­tien) beschäftigte sich vor dem Zer­fall Ju­gos­lawiens mit dem wider­sprüch­lichen Frauen­bild des Regimes. In der Se­rie Sweet Life von 1975–1976 verknüpft sie voyeuris­tische Sch­napp­schüsse aus Boul­e­vard­blät­tern mit pri­vat­en Auf­nah­men ihr­er selbst, die durch ihre Ähn­lichkeit den Ein­druck ein­er in­haltlichen Verbin­dung ent­ste­hen lassen. Be­gleit­et wer­den sie von Aussch­nit­ten aus Sch­lagzeilen wie „in­sieme al ‚night‘“ (die ganze Nacht zusam­men), „skan­daloz­na“ (skan­dalös) oder „Pop­u­larni iza po­zor­nice“ (Be­liebt hin­ter den Kulis­sen). Deren Anzüglichkeit ge­ht auf die Tren­nung von pri­vatem und öf­fentlichem Bereich in der bürg­er­lichen Ge­sellschaft um 1900 zurück, in der die Frau auf das Pri­vate ver­wie­sen war. Die Fo­tor­ei­he Un­ti­tled (Fa­cial Hair Tran­s­plants) von Ana Mendi­e­ta (*1948 in Ha­van­na, Ku­ba, gest. 1985 in New York, USA) doku­men­tiert eine Per­for­mance, in der sie sich Barthaare an­k­lebt. Sie ent­s­tand 1972 als Ab­sch­lus­sar­beit für Mendi­e­tas Malereis­tudi­um an der Uni­ver­si­ty of Iowa. In die­sem Jahr be­gann sie, ihren ei­ge­nen Kör­p­er einzusetzen und dabei Ma­te­rialien wie Blut, Fed­ern, Steine, Blu­men und Rauch zu ver­wen­den. In ihr­er Se­rie Nicht Manets Typ von 1997 zeigt sich die Kün­st­lerin Car­rie Mae Weems (*1953 Port­land, Ore­gon, USA, lebt in Syra­cuse, NY, USA) über den Umweg eines Sch­mink­spiegels in ver­schie­de­nen Kör­per­hal­tun­gen, un­ter an­derem als Akt­mod­ell. In ihrem be­glei­t­en­den Text stellt Weems mit beißen­dem Spott fest, dass mod­erne eu­ropäische Maler keine Sch­warzen Frauen als Mod­elle wähl­ten, ihre Schön­heit wurde aus­geschlossen. Dabei the­ma­tisiert sie die Verun­sicherung, aus welchem Blick­winkel sie sich dem The­ma näh­ern soll: als Kün­st­lerin oder als Mod­ell? Auf der Ebene der Be­trach­tung kehrt sie die Verun­sicherung um: Der Spiegel rahmt die in­time Szene und über­führt die Be­trachter*in­nen des Voyeuris­mus. Allen aus­gewähl­ten Werken, die über ei­nen Zei­traum von et­wa fün­fzig Jahren zwischen 1972 und 2021 ent­s­tan­den sind, ist ge­mein­sam, dass der ei­gene Kör­p­er per­for­ma­tiv und fo­to­gra­fisch in das Werk einge­bracht wird. Mit dem Kör­p­er als Medi­um un­ter­suchen die Kün­st­lerin­nen die in ihrem jew­eili­gen ge­sellschaftlichen Um­feld wirk­sa­men Macht­for­ma­tio­nen und machen diese sicht­bar. Ku­ra­torin: Bar­bara En­gel­bach

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