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Ausstellungen | Ausstellung

MUTTER*SEIN Eine vielstimmige Sammlung

Rautenstrauch-Joest-Museum

MUTTER*SEIN bringt die vielstimmigen Erfahrungen von Frauen* zusammen und gibt ihren Geschichten und unterschiedlichen Realitäten Raum. Das Ergebnis ist eine Sammlung von Dingen und Erzählungen, die das alltägliche Leben ernst nehmen. Die Ausstellung wird von einem Chor eröffnet, der sich mit der Mutterschaft in unserer Gesellschaft auseinandersetzt und selbst zu einer Sammlung von Zuschreibungen, Beobachtungen und Erfahrungen wird - mal zärtlich, mal wütend und mit dem nötigen Humor. MUTTER*SEIN ist eine entgrenzende Erfahrung: körperlich und emotional. Unsichtbare Care-Arbeit, Denken und Fühlen im Tausch für geringe gesellschaftliche Anerkennung. Welche Geschichten erleben Frauen* im Hinblick auf das Muttersein und die damit verbundenen Projektionen? MUTTER*SEIN versammelt die vielstimmigen Erfahrungen von Frauen* und gibt ihren Geschichten und diversen Realitäten Raum. Es entsteht eine Sammlung von Dingen und Erzählungen, die das Alltägliche wichtig nimmt: Einkaufszettel, Stundenpläne, Tagesabläufe, Familienfotos, Alltägliches und Außergewöhnliches - das Banale, das Erschöpfende, das Glücklich-Machende und das Sinnvolle der Fürsorgearbeit. Eröffnet wird die Ausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) von einem Chor, der das Muttersein in unserer Gesellschaft betrachtet, kommentiert und selbst zu einer Sammlung von Zuschreibungen, Beobachtungen und Erlebtem wird - mal zärtlich, mal böse und mit notwendigem Witz. Das Team um Eva-Maria Baumeister kreierte eine audiovisuelle Ausstellung, die akustisch, haptisch und visuell Geschichten von Mutter*schaft erzählt. Die Installation aus Interviewausschnitten, Alltagsgegenständen und einer raumgreifenden Textilskulptur ist individuell erkundbar und lädt ein, in den Erzählungen zu verweilen und sich mit diesen zu verbünden. Dafür schallen O-Töne im Raum und aus einigen ausgestellten Objekten: So wird beispielsweise aus einem Knäuel aus “Gummibändern” erzählt, wie die Mutter den Familienalltag ebenso zusammenhält, wie das Gummiband die Brotdosen ihrer Kinder. Altes und sehr altes Spielzeug erinnert an die eigene Kindheit oder die eigene Mutter. Eine Spritze, ein Stillhütchen und ein Wöchnerinnen-Slip sprechen von den körperlichen Strapazen von Geburt und den Säuglingsjahren. Ein Ovulationstest von dem vergeblichen Versuch schwanger zu werden. Einige Objekte wie das Kehr-(Care)-blech, das man kaum aus der Hand legt, berichten von dem Auf und Ab der Care-Arbeit. Auch schmerzliche Geschichten finden ihren Platz in der Ausstellung. Sie enthält Gegenstände, die für den Verlust eines Kindes stehen, ob durch Fehlgeburt, Abtreibung oder frühen Kindstod. Die Sammlung enthält viele intime Gegenstände und Geschichten, wie den Uterus eines Trans*-Vaters, der seinen Sohn geboren hat und daraufhin sein Organ “in den Ruhestand” in Formaldehyd geschickt hat. Nicht nur Mütter gebären Kinder. Das Zentrum der Ausstellung zeigt das raumgreifende Textilobjekt “Die Mutter” von Theresa Mielich, hergestellt aus Strickröcken, gesammelt von einer kinderlosen Frau. Eine Koproduktion des freien Werkstatt Theaters, Sommerblut Kulturfestivals und Rautenstrauch-Joest Museums. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, durch das Kulturamt der Stadt Köln und den Fonds Darstellende Künste/Produktionsförderung. Mit Unterstützung des Frauenkulturbüros NRW und ON – Neue Musik Köln.
Ausstellungen | Installation

Eröffnung - Mütter des Widerstands. An Irans Gräbern

Rautenstrauch-Joest-Museum

2024 rückt das RJM den Iran in den Fokus. „Mütter des Widerstands. An Irans Gräbern“ erzählt persönliche Geschichten von iranischen Müttern, die seit Jahren für Gerechtigkeit für ihre von der iranischen Regierung ermordeten Kinder kämpfen. Ein emotionales Mahnmal mit Werken der iranischen Künstlerin und Widerstandsmutter Shole Pakravan sowie der iranischen Künstlerin ICEFLOWER, ergänzt mit Filmen und Interviews. Ein Projekt der Initiative free_human in Köln in Kooperation mit dem RJM. Für: Alle | Von: Rautenstrauch-Joest-Museum | Teilnahme: kostenlos
Ausstellungen | Ausstellung

I Miss You

Rautenstrauch-Joest-Museum

Seit 2021 ist das RJM intensiv mit der geplanten Rückführung der Benin-Bronzen aus Nigeria beschäftigt. Die Restitutionsdebatten waren noch nie so brisant wie heute. Aber was verbirgt sich hinter den Restitutionsforderungen? Was bedeuten sie konkret für die Menschen, die davon betroffen sind? Was ist damals am Ursprungsort geschehen nachdem ein Objekt gesammelt wurde und seinen Ort verlassen hat? Welche Leere hat er in seinem Herkunftsland hinterlassen? Das RJM bewahrt nicht nur Alltagsgegenstände aus dem Globalen Süden, sondern auch unzählige rituelle, religiöse und sakrale Objekte. Sie schützen, sie helfen Schmerzen und Ängste zu lindern, sie begleiten Trauer um geliebte Verstorbene und verhindern ihr Vergessen. Sie erinnern aber auch an wichtige historische und politische Momente wie Krönungen, Kriege und Katastrophen. All diese Objekte, die das Museum hier bewahrt, sind Erinnerungsspeicher von individuellen und kollektiven Schicksalen. I MISS YOU ist eine Ausstellungsreihe über das Vermissen, das Zurückgeben und das Erinnern. Es geht um Objekte, die seit langem im Museum liegen und die wir heute in ein anderes Licht tauchen. Was erzählen sie? Welche Geschichte verbergen sie - von wo, von wann und über wen? Wer hat sie hergestellt? Wer hat sie geliebt und geehrt? Wer hat sie verloren? Wer vermisst sie? Und warum sind sie heute Teil der Debatte rund um Rückgabe und koloniale Aufarbeitung? Im Kontext der aktuell bundesweit geführten Verhandlungen über die Eigentumsübertragung und Rückgabe der 1897 von britischen Soldaten aus dem Königreich Benin geraubten Hofkunstwerke an Nigeria, beschäftigt sich das RJM, das die viert größte Sammlung in Deutschland bewahrt, intensiv mit dieser Geschichte. Zum allerersten Mal überhaupt präsentierte das RJM seine insgesamt 96 Benin Hofkunstwerke 2021 in der Sonderausstellung RESIST! Die Kunst des Widerstands. In I MISS YOU wird nun jedes der 96 Werke in seiner besonderen Individualität inszeniert und nicht nur ihre Schönheit gezeigt, sondern es wird auch an Schmerz, Verlust und Trauer erinnert, die mit ihnen verbunden sind. In der Hochphase der kolonialen Kriege auf dem Afrikanischen Kontinent als Europa versuchte, die Bevölkerung Afrikas zu unterwerfen, wurden diese 96 Benin Hofkunstwerken 1897 mit tausenden anderen gewaltvoll aus dem Palast des Königreichs Benin von Britischen Soldaten geraubt. Die Geschichte dieser Werke liest sich schmerzhaft. Entthront, entwurzelt, entfernt und entweiht, seitdem sind diese wichtigen Erinnerungsspeicher -das materielle Archiv des 500-jährigen Königreichs- weltweilt in europäischen und amerikanischen Museen verstreut. Das ist die tragische Geschichte dieser Werke und um sie drehen sich heute die Debatten über Rückgabe. Die Hofkunstwerke des RJM sind Fragmente lokaler und globaler, vergessener, verdrängter und miteinander verflochtener Geschehnisse, über die nur lückenhaftes Wissen vorliegt. I MISS YOU ist also ein Projekt, das sich schrittweise durch unterschiedlichste Narrative über das Vermissen und das Erinnern von in der Kolonialzeit geraubten Kulturgütern erweitert, sowohl im analogen als auch im digitalen Raum. Es geht um gebrochene Erinnerungen, um koloniale Phantomschmerzen und Traumata, die durch die kolonialen Hinterlassenschaften von Verwüstung und Enteignung hervorgerufen und über Generationen weitergegeben wurden. Das Trauma betrifft sogar diejenigen, die lange nach 1960, der Unabhängigkeit Nigerias von der Kolonialmacht Großbritannien, geboren wurden, sowohl in Nigeria als auch in der Diaspora in Deutschland und hier in Köln. Mit I MISS YOU öffnet das RJM seine Türen für die Zusammenarbeit mit Nachfahren, Expert*innen und Institutionen in Nigeria und der nigerianischen Diaspora in NRW, um sie selbst zu einem sprechenden Teil dieser Debatte über ihr kulturelles Erbe zu machen, das in Köln bewahrt wird. I MISS YOU bietet Menschen den Raum, sich zu treffen und sich mit dieser langen und vielschichtigen Geschichte der Benin Hofkunstwerke auseinanderzusetzen, hinter der sich viel mehr verbirgt als die Rückgabe allein. Hier können die verschütteten Erinnerungen an den Verlust reaktiviert werden. I MISS YOU ist der Versuch, Abwesenheit in Anwesenheit zu verwandeln. I MISS YOU ist eine Plattform für Trauerarbeit, für einen fortlaufenden und nie endenden Prozess der Heilung kolonialer Risse in unserer Gesellschaft. Was könnte es für Museen bedeuten, aktive Akteure in der „globalen Reparatur“ von transgenerationell weitergegebenen kolonialen Traumata zu werden?
Ausstellungen | Ausstellung

Chargesheimer

Museum Ludwig

Am 19. Mai 2024 wäre der Köl­n­er Fo­to­graf Karl Heinz Hargesheimer (1924-1971) - Kün­stler­name: Chargesheimer - 100 Jahre alt ge­wor­den. Aus die­sem An­lass zeigt das Mu­se­um Lud­wig im Fo­to­raum eine Auswahl sein­er Fo­to­gra­fien. Die Präsen­ta­tion konzen­tri­ert sich auf die 1950er Jahre und bezie­ht auch seine weniger bekan­n­ten Skulp­turen und ab­s­trak­ten „Licht­gra­fiken“ ein. Ku­ra­torin: Bar­bara En­gel­bach
Ausstellungen | Ausstellung

Roni Horn. Give Me Para­dox or Give Me Death

Museum Ludwig

Mit Roni Horn. Give Me Para­dox or Give Me Death wid­met das Mu­se­um Lud­wig der ein­fluss­reichen Kün­st­lerin Roni Horn (*1955 in New York) eine um­fassende Über­blick­sauss­tel­lung, die das her­aus­ra­gende und vielfältige Œu­vre der Kün­st­lerin vom Be­ginn ihres Schaf­fens in den späten 1970er Jahren bis heute zei­gen wird. Es reicht von Fo­to­gra­fie über Zeich­nung und Kün­stler­buch bis hin zu Skulp­tur und In­s­tal­la­tion. Hin­ter dies­er Of­fen­heit ste­ht eine zen­trale Idee in Roni Horns Ar­beit: Alles in der Welt ist wan­del­bar, alles kann ver­schie­dene Zustände und Be­deu­tun­gen an­neh­men. Die Auss­tel­lung im Mu­se­um Lud­wig be­trachtet diese Idee an­hand von drei für Horns Schaf­fen zen­tralen The­men: Na­tur, Iden­tität und Sprache. Ei­nen Sch­lüs­sel, um die Welt zu ver­ste­hen, fin­d­et die Kün­st­lerin in der Lit­er­a­tur und Poe­sie, zum Beispiel den Gedicht­en von Emi­ly Dickin­son. Roni Horns Bild der Na­tur ist kein ro­man­tisch­es, sie zeigt sie be­droh­lich und be­dro­ht zu­gleich. In fo­to­gra­fischen Se­rien und Selb­st­porträts aus ver­schie­de­nen Leben­sphasen beschäftigt sie sich nicht nur mit der ei­ge­nen Iden­tität, son­dern spricht eine viel größere Her­aus­forderung an, der sich alle Men­schen stellen müssen: den ei­ge­nen Platz in ein­er von ge­sellschaftlichen Nor­men bes­timmten Welt zu fin­d­en. Ku­ra­tor: Yil­maz Dziewior (Bild: Roni Horn bird (Detail), 1998/2008, Courtesy the artist and Hauser & Wirth., © Roni Horn)
Ausstellungen | Ausstellung

Perfect Match

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

In der Reihe „Ausgewählt“ präsentiert das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) mit wechselnden Ausstellungskonzepten ungewohnte und überraschende Einblicke in seine Historischen Sammlungen. Die aktuelle Ausstellung „Perfect Match“ widmet sich dem Phänomen der Kunstkammer, indem ausgewählte Objekte des MAKK und der Privatsammlung von Thomas Olbricht in ein spannendes Zusammenspiel gebracht werden. Die Kunstkammerobjekte der beiden Sammlungen bieten hierbei einen besonderen Zugang, da sie nicht den historisch gewachsenen Kunstkammern entsprechen, die mit ‚exotischen‘ Objekten, seltenen Naturalien, kostbaren Kunstwerken und technisch-wissenschaftlichen Errungenschaften die Vielfalt der Schöpfung im Kleinen abbilden sollten. Stattdessen wurden die Kunstkammerstücke des MAKK bewusst als Belegstücke für herausragendes künstlerisches Schaffen gesammelt und gehen auf eine bürgerliche Sammlungstradition zurück. Dagegen ist die Privatsammlung von Thomas Olbricht, die zu den weltweit bedeutendsten Spezialsammlungen zählt, zwar von der universellen Sammlungsidee der historischen Kunstkammern inspiriert, entspricht aber ganz den individuellen Interessen und Leidenschaften einer Sammlerpersönlichkeit des 21. Jahrhunderts. Trotz ihrer unterschiedlichen inhaltlichen Ausrichtung spiegeln beide Sammlungen eindrucksvoll die zentrale Aufgabe der historischen Kunstkammern wider, nämlich die umfassenden Bereiche der Kunst und Natur zu begreifen, zu vereinen und durch den Menschen zu beherrschen. Dieses spannende Beziehungsgeflecht zwischen Kunst, Mensch und Natur beleuchtet die Ausstellung in sieben Themenräumen, wobei der Fokus auf der Früh- und Blütezeit der Kunstkammern im 16. und 17. Jahrhundert liegt. Die Kunstkammern dieser Zeit waren Orte der Repräsentation, Unterhaltung und der vertiefenden Betrachtung. Sie verbanden Neugierde und Staunen mit einem neuen Wissensdrang und dem Interesse an naturwissenschaftlichen, technischen und künstlerischen Entwicklungen. Aus unserer heutigen Sicht weisen einige Kunstkammerobjekte gleichzeitig auch auf eurozentrische und koloniale Denkmuster hin.
Ausstellungen | Installation

im wald

ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln

ARPED TYPE / Enno Poppe im wald (2020/21) Audiovisuelle Installation zu »Wald« für vier Streichquartette (2010) WARPED TYPE | Andreas Huck & Roland Nebe, Video and Konzept Enno Poppe, Dirigent Ensemble Resonanz Vorführungszeiten der Installation: 13:00-13:30 Uhr 14:00-14:30 Uhr 16:00-16:30 Uhr
Ausstellungen | Ausstellung

Schultze Pro­ject­s#3: Min­er­va Cue­vas

Museum Ludwig

An­läss­lich der drit­ten Aus­gabe der Rei­he Schultze Pro­jects hat Min­er­va Cue­vas (*1975 in Mex­i­co Ci­ty) ein neues Werk speziell für die große Stirn­wand im Trep­pen­haus des Mu­se­um Lud­wig geschaf­fen. Der Name der Rei­he bezie­ht sich auf Ber­nard Schultze und seine Ehe­frau Ur­su­la (Schultze-Bluhm), deren Nach­lass das Mu­se­um Lud­wig ver­wal­tet und zu deren Ge­denken seit 2017 alle zwei Jahre eine kün­st­lerische Po­si­tion ein­ge­la­den wird, eine groß­for­matige Ar­beit für die promi­nente Wand im Trep­pe­nauf­gang anzuferti­gen. Ku­ra­tor: Yil­maz Dziewior
Ausstellungen | Ausstellung

Wolf­gang-Hahn-Preis 2023. Fran­cis Alÿs

Museum Ludwig

Fran­cis Alÿs er­hält den 29. Wolf­gang-Hahn-Preis der Ge­sellschaft für Mod­erne Kunst am Mu­se­um Lud­wig. Der 1959 in An­tw­er­pen ge­borene, heute in Mexiko-Stadt lebende Kün­stler, aus­ge­bildete Ar­chitekt und Ur­ban­ist ar­beit­ete dort seit 1986 für lokale NGOs und ist seit 1990 im Bereich der bil­den­den Kunst tätig. Sein vielfältiges Werk um­fasst Malerei, Zeich­nung, In­s­tal­la­tion, Video, Fo­to­gra­fie und Ak­tio­nen und wurde in zahl­reichen Auss­tel­lun­gen in­ter­na­tio­n­al gezeigt, u.a. im Bel­gischen Pav­il­lon auf der 59. Bi­en­nale von Venedig (2022) und auf der DOC­U­MEN­TA (13) in Kas­sel/Kab­ul (2013). Fran­cis Alÿs’ einzi­gartige kün­st­lerische Po­si­tion zeigt sich insbe­son­dere in der Art und Weise, wie er unsere Ge­sellschaft beobachtet. Mit ein­fach­sten kün­st­lerischen Gesten erzählt er lakonisch von kom­plex­en sozialen Leben­swirk­lichkeit­en, macht Wider­sprüche poli­tisch­er und kul­tureller Regime eben­so er­fahr­bar wie die Wider­sprüche sein­er ei­ge­nen äs­thetischen Pro­duk­tio­nen. Seine In­ter­ven­tio­nen in reale Si­t­u­a­tio­nen, bei de­nen er auch sel­ber als Ak­teur auftritt, ver­weisen sub­til auf The­matiken wie Mi­gra­tion, Grenzzie­hun­gen und die Fol­gen der Glob­al­isierung. Dass seine Werke oft die Form von In­sze­nierun­gen der Ab­sur­dität des All­t­ags an­neh­men, macht ihre Rezep­tion zu einem un­ter­halt­sa­men in­tellektuellen Vergnü­gen. Ku­ra­tor: Yil­maz Dziewior
Ausstellungen | Ausstellung

1000 … miles to the edge – Schenkung Kasper König

Museum Ludwig

Auss­tel­lungs­mach­er, Mit­be­grün­der der Skulp­tur Pro­jekte Mün­ster, Ku­ra­tor der Großauss­tel­lun­gen West­kunst und von hi­er aus sowie der Man­i­fes­ta in St. Peters­burg: Kasper König prägte den Kun­st­diskurs der let­zten fünf Jahrzeh­nte mit wie kaum ein an­der­er. Zwölf Jahre lang (2000–2012) war Kasper König Di­rek­tor des Mu­se­um Lud­wig. Für ihn ist ein Mu­se­um ein öf­fentlich­er Ort: „Er ge­hört allen und keinem“ war sein poin­tiert­er Kom­men­tar zu die­sem The­ma. Nun schenkt König dem Haus eine Werkauswahl aus sein­er pri­vat­en Samm­lung, die in einem Raum in­n­er­halb der per­ma­nen­ten Samm­lung des Mu­se­um präsen­tiert wird. Dabei hat er sich selbst nie als klas­sisch­er Samm­ler ver­s­tan­den. Spon­tankäufe, Sou­venirs, Jahres­gaben und Geschenke sind über Jahrzeh­nte zu ein­er sehr per­sön­lichen Kollek­tion gewach­sen. Ku­ra­tor: Stephan Died­erich
Ausstellungen | Ausstellung

HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig.
Und gestern und mor­gen

Museum Ludwig

Mit der Rei­he HI­ER UND JET­ZT stellt das Mu­se­um Lud­wig regelmäßig die ei­­gene Ar­beit auf den Prüf­s­­tand und hin­ter­fragt die ge­­wo­h­n­ten Wege des Ausstel­lungs­­machens. Die aktuelle Aus­­gabe verknüpft aus­ge­­suchte zeit­­genös­­sische und his­­torische Kun­st­w­erke mit wis­sen­schaftlichem An­schau­ungs­­ma­te­rial, um un­s­er Er­leben von Zeit sowie dem Ort, an dem wir uns befin­d­en, zu ver­tie­fen. Darüber hi­­naus bi­etet sie durch die Ein­bezie­hung ver­schie­­den­er Disz­i­p­li­­nen Raum für ge­mein­sames Ler­­nen und ist die er­ste nach­weis­lich kli­­ma­neu­­trale Ausstel­lung des Mu­se­um Lud­wig. Kün­stler*in­nen u.a.: ate­li­er le bal­to, Chargesheimer, Taci­ta Dean, Gus­tave Le Gray, Char­les Marville, Yoko Ono, Ger­hard Richter, Al­fred Stieglitz Ku­ra­torin: Miri­am Szwast
Ausstellungen | Ausstellung

Themenparcours:
Der Mensch in seinen Welten

Rautenstrauch-Joest-Museum

In der Dauerausstellung des Rautenstrauch-Joest-Museums können Sie auf 3600 qm viel Wissenswertes darüber erfahren, wie vielfältig die Kulturen der Welt leben und wie unterschiedlich mit denselben Themen wie z.B. dem Wohnen und dem Sterben umgegangen wird oder wie Status gezeigt wird. Warum war das Leben im Tipi so praktisch? Weshalb trugen Maori Tätowierungen und tun es wieder? Welchen Sinn haben Ahnenfiguren? Die Ausstellung ist in zwei Bereiche untergliedert. Im Themenkomplex "Die Welt erfassen" erfahren Sie etwas über den Blick Europas auf andere Kulturen wie er sich z. B. in Reiseberichten, in der Kunst oder in Museen widerspiegelt. Der Themenkomplex "Die Welt gestalten" stellt unterschiedliche Lebensentwürfe weltweit vor. Bereits im Foyer können Sie das größte Objekt unserer Sammlung bestaunen: Den 7,50 m hohen Reisspeicher von der Insel Sulawesi in Indonesien. Der von dem renommierten Schnitzer Ne'Kambane aus Holz, Bambus und Rotang in den 1930er Jahren gefertigte Reisspeicher erzählt viel über die Identität der lokalen Bevölkerung. Mit einem über 50 Instrumente umfassenden Gamelanorchester aus Java stimmen wir Sie auf den Rundgang durch das RJM ein. Nehmen Sie Platz und genießen Sie dieses ungewöhnliche Klangerlebnis. Wollen Sie selbst einmal Gamelan spielen? Entdecken Sie unsere Angebote dazu! Im 1. OG erfahren Sie mehr über unseren Sammlungsbegründer Wilhelm Joest. 1899 stiftete seine Schwester Adele Rautenstrauch zusammen mit ihrem Mann Eugen der Stadt Köln Joests Privatsammlung und die Geschichte des RJM nahm ihren Anfang. Außerdem setzen wir uns im 1. OG mit der Rolle von ethnologischen Museen auseinander. Denn das was in Ausstellungen gezeigt wird und die Art, wie etwas präsentiert wird, prägt unmittelbar das Verständnis. Weitere Highlights im 1. OG finden Sie u.a. in der Abteilung Kunst. Dort können Sie die ästhetischsten und kunstfertigsten Exponate anschauen und sich mit deren Herkunftsorten beschäftigen. In der Anfang 2020 eingerichteten Installation des Künstlers Nando Nkrumah haben Sie die Möglichkeit, sich mit strukturellem Rassismus auseinanderzusetzen und erfahren etwas darüber, wie es gelingt, allgegenwärtige, rassistische Bilder nicht weiter zu reproduzieren. Im 2. OG finden Sie Objekte aus unserer Sammlung zu den Themen Kleidung und Schmuck, Tod und Jenseits sowie Glauben.
Ausstellungen | Ausstellung

Kölner Design Preis 2023

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Der Kölner Design Preis gehört zu den begehrtesten Auszeichnungen für junge Absolvent*innen der Designstudiengänge Kölner Hochschulen. Prämiert werden die innovativsten und herausragenden Abschlussarbeiten – das Design der Zukunft. Mit insgesamt 20.000 Euro ist der Award in diesem Jahr besonders hoch dotiert. Der Dank dafür gilt den überaus großzügigen Stiftungen der Prof. Dr.-Ing. R.G. Winkler-Stiftung und von KölnBusiness für die Sonderpreise. Nachdem die Hochschulen ihre besten Abschlussarbeiten im Bereich Design für den Award nominiert hatten, wählte eine unabhängige Jury am 27. Oktober 2023 aus den nominierten Arbeiten die Siegerprojekte aus: 1. Preis (6000 Euro) Yvonne Lober (BA) KISD – Köln International School of Design De/Construct/War 2. Preis (4000 Euro) Leah-Lilith Heeren (Diplom) KHM – Kunsthochschule für Medien IN MY HANDS 3. Preis (2000 Euro) Karlotta Leonie Paul (BA) ecosign – Akademie für Gestaltung sitz_mal! 3. Preis (2000 Euro) Julius Walsch (BA) KISD – Köln International School of Design Klang-Körper Sonderpreise (Preisgelder von KölnBusiness) Preis (3000 Euro) Sanja Zündorf (MA) KISD – Köln International School of Design entzück dich selbst Preis (3000 Euro) Matthias Grund (MA) KISD – Köln International School of Design Other Images Wir danken allen Kölner Hochschulen, die in diesem Jahr herausragende Abschlussarbeiten für den Award nominiert haben: ecosign – Akademie für Gestaltung, Hochschule Macromedia, ifs – Internationale Filmschule, KHM – Kunsthochschule für Medien, KISD – Köln International School of Design, Rheinische Fachhochschule Köln (RFH). Die Ausstellung aller nominierten Abschlussarbeiten findet bis zum 3. Dezember 2023 im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) statt, der Eintritt ist frei. Darüber hinaus werden alle nominierten Arbeiten auf der Webseite www.koelnerdesignpreis.de präsentiert, die von Studierenden der KISD – Köln International School of Design gestaltet und gepflegt wird.
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Revisions

Rautenstrauch-Joest-Museum

»Als die weißen Entdecker ihre Karten anlegten, zerschnitten sie dieses Land mit willkürlichen Linien und legten Staatsgrenzen fest. Sie wussten nichts von der Vielfalt der Nationen und Tribal People, die dieses Land bewohnen. Sie wussten nicht, dass wir unsere eigenen Geschichten, Songlines, Grenzen und Nationen haben. Alte Tribal Stories überziehen den ganzen Kontinent, Spuren von Totems, die zu verschiedenen Clans und Sprachgruppen des Landes gehören, das sie Australien nannten. « Otto Jungarrayi Sims – (Ehemaliger Vorsitzender von Warlukurlangu Artists) Kann die Kunst unser Verständnis der Vergangenheit verändern? Können wir die Dokumente, die die Geschichte geprägt haben, revidieren? Wie können Australian First Peoples mit künstlerischen Mitteln die Deutungshoheit zurückgewinnen? In den vergangenen acht Jahren haben Gruppen von Warlpiri-Künstler*innen in Zentralaustralien in Zusammenarbeit mit dem britischen Künstler Patrick Waterhouse eine Sammlung von Landkarten, Flaggen, Fotografien, Comic-Illustrationen und anderem Archivmaterial überarbeitet. Dadurch sind künstlerische Positionen entstanden, die neue Zugänge zu bisher meist verdeckten oder unbekannten Sichtweisen bieten. Die bisher größte Ausstellung dieser Arbeit „REVISIONS made by Warlpiri of Central Australia und Patrick Waterhouse“ eröffnet am 8. Dezember 2023 im Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) in Köln. Die Ausstellung wurde in den Warlukurlangu Art Centres in Yuendumu und Nyirripi kuratiert. Sie umfasst bereits bekannte Arbeiten wie „Restricted Images“ als auch neue, die sich u. a. direkt mit dem RJM-Archiv befassen, und zeigt erstmals das neue Zwei-Kanal-Video-Kunstwerk „The True Story“. Trotz Kolonialisierung haben die Warlpiri-(Sprach-)Gruppen ein dauerhaftes philosophisches Weltbild bewahrt, das durch komplexe zeremonielle Traditionen und künstlerische Praktiken geprägt ist. Im Jahr 2014 reiste Patrick Waterhouse zum ersten Mal in das Warlpiri-Gebiet. Er hatte seit 2011 in Zentralaustralien fotografiert und nach und nach Dokumente erworben, die die Kolonialgeschichte Australiens zurückverfolgen lassen. Waterhouse präsentierte diese Fotografien zusammen mit Archivmaterial aus Museen und Auktionshäusern den Mitgliedern der Warlukurlangu Art Centres in den Gemeinden Yuendumu und Nyirippi. Er lud sie ein, die Dokumente mit der traditionellen Technik der Punktmalerei der Warlpiri zu überarbeiten, die von fast der Hälfte der Gemeinde praktiziert wird. Die Künstler*innen im Alter von 16 bis 90 Jahren trugen auf der Grundlage ihrer eigenen Geschichten und Traditionen Schichten von Mustern und Symbolen auf die Dokumente auf. Dieser Prozess kann als ein Unkenntlichmachen, als Korrektur des Vorhandenen oder als Enthüllung von etwas betrachtet werden, das schon immer unter der Oberfläche verborgen war. Die daraus resultierenden Arbeiten konfrontieren die koloniale Erzählweise Australiens mit seiner indigenen Geschichte, die vor mehr als 50.000 Jahren begann. (Bild: This Way Up Restricted with Melinda Napurrurla Wilson, Polly Anne Napangardi Dixon, Kirsten Nangala Egan and Delena Napaljarri Turner)
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Apropos Visionär

MAKK - Museum für Angewandte Kunst Köln

Der Fotograf Horst H. Baumann (1934 – 2019) zählte zu den Shooting-Stars seiner Generation. Schon in jungen Jahren mehrfach ausgezeichnet, avancierte der Autodidakt ab den 1960er Jahren zu einem in den gedruckten Medien omnipräsenten, höchst erfolgreichen Fotografen. Vor allem seine Fotografien von Autorennen am Nürburgring, in Spa oder Le Mans machten Horst H. Baumann berühmt. Ab Mitte der 1960er Jahre wandte er sich multimedialen Projekten zu, speziell der Laserkunst, mit der er sich beispielsweise 1977 auf der documenta 6 in Kassel präsentierte. Bis heute leuchtet der grüne Laserstrahl regelmäßig als nächtliches Wahrzeichen der hessischen Kunstmetropole. Auch der nach wie vor aktive Licht-Zeit-Pegel am Düsseldorfer Rheinturm geht auf sein Ideenkonto. Konsequent ab Ende der 1960er Jahre hat sich Baumann mit Multivisionen, Lichtinstallationen oder temporären Architekturen beschäftigt, während sein Beitrag zur deutschen Fotografie der 1950er und 1960er Jahre weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Mit der Ausstellung APROPOS VISIONÄR – DER FOTOGRAF HORST H. BAUMANN präsentiert das MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln in Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim die erste fotografische Retrospektive dieses bedeutenden, zugleich weitgehend vergessenen Kamerakünstlers. Die Ausstellung zeigt rund 400 ausgewählte Werke aus dem fotografischen Nachlass des Künstlers. Tatsächlich zählte Baumann, 1934 in Aachen geboren, 2019 in Düsseldorf verstorben, im Jahrzehnt zwischen 1955 und 1965 zu den produktivsten, kreativsten, formal-ästhetisch mutigsten Talenten innerhalb der damaligen jungen deutschen Fotoszene. Was die frühe Fotografie von Horst H. Baumann auszeichnet, ist einerseits ein hohes Maß an Empathie, ein ehrliches Interesse an sozialen Themen, andererseits die konsequente Suche nach einem eigenen Ausdruck in der Kamerakunst. Noch aus dem vermeintlich banalsten Sujet wusste Baumann durch den gezielten Einsatz partieller Schärfe, durch kühne Aus- oder Anschnitte, gesuchte Perpektiven oder ein Spiel mit Vordergrund und Hintergrund eine Art von Fotografie zu stiften, die immer wieder überraschte, aber auch nicht wenige irritierte. Rückblickend darf man staunen, wie konsequent und zügig sich Baumann eine ganz eigene Bildsprache erarbeitet hat, die mit der „subjektiven fotografie“ und ihrem Formalismus so wenig zu tun hatte wie mit den verdeckten Geometrien eines Henri Cartier-Bresson, dessen Vorliebe für das Normalobjektiv Baumann ebenso ignorierte wie alle übrigen „Regeln“ aus den Handbüchern für Amateure. Durch den Sucher seiner Leica komponierte Baumann ausgesprochen radikale Bilder, wie sie neben ihm höchstens der Kölner Chargesheimer wagte. Baumann fotografierte im Eigenauftrag als „Street Photographer“, schuf Porträts internationaler Größen aus der Musik- und Filmbranche (Juliette Gréco, Ursula Andress, Jane Fonda), lieferte Reportagen für auflagenstarke Illustrierte (Stern, Kristall), bewährte sich auf dem Feld der Werbung und Visuellen Kommunikation, um sich mit Beginn der 1960er Jahre intensiv mit den künstlerischen Möglichkeiten der Farbfotografie zu beschäftigen. Auch und gerade auf diesem Feld hat er Maßstäbe gesetzt. Bereits Mitte der 1960er Jahre begann sich Horst H. Baumann sukzessive von der Fotografie zu verabschieden. Was ihn danach umtrieb, waren medienübergreifende Konzepte, multimediale Installationen, ephemere Architekturen im Dienste neuer, bewegter Medien wie Film, Fernsehen und Video. Am Ende sollte es „die intensive, strahlende Lichtquelle des Lasers“ sein, die ihn umtrieb und ihn bis zum Ende seines Lebens immer wieder neue Projekte entwickeln und Vorhaben ansteuern ließ. Zeitlebens hat sich Horst H. Baumann als „Lichtkünstler“ in einem übergeordneten Sinne verstanden, als Kreativer, der mit Licht schreibt und sich dabei unterschiedlicher Techniken bedient. Bewusst verzichtet die Ausstellung auf eine – ohnehin nicht zu leistende – Gesamtdarstellung seines Wirkens und legt stattdessen den Schwerpunkt auf seine Zeit als Fotograf. Der Fotograf Horst H. Baumann um 1960 war in der Tat ein Star, ein Label, eine Marke, Garant für Fotografie auf Weltniveau. Dass er so konsequent in Vergessenheit geraten ist, mag tragisch klingen, bietet immerhin die Chance für eine Wiederentdeckung auf der Basis seines Nachlasses, der hier zum ersten Mal über ausgewählte Originalabzüge (Vintage Prints) eine Renaissance erfährt. Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit den Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim, die erstmals Anfang 2023 im ZEPHYR – Raum für Fotografie präsentiert wurde. Die Ausstellung wurde von Hans-Michael Koetzle (München) kuratiert, begleitend ist ein Fotobuch im Steidl Verlag, Göttingen erschienen.
Ausstellungen | Ausstellung

Pab­lo Pi­cas­so Suite 156 mit Kubra Khade­mi

Museum Ludwig

Zehn Wochen vor Pab­lo Pi­cas­sos Tod, im Jan­uar 1973, zeigt Louise Leiris in ihr­er Paris­er Ga­lerie ei­nen Zyk­lus von Gra­fiken, der sein let­ztes Ver­mächt­nis sein wird: 155 Radierun­gen aus den Jahren 1968 bis 1972. Nach dem Druck von drei Probe­druck­en ging eine kleinere Druck­platte (Nr. 7) ver­loren und war da­her nie Teil der von der Ga­lerie veröf­fentlicht­en Edi­tion. Nach dies­er Pre­miere wur­den diese let­zten gra­fischen Blät­ter des Kün­stlers nur noch wenige Male in vollem Um­fang präsen­tiert. Heute gilt die so­ge­nan­nte Suite 156 als beispiel­haft für das späte gra­fische Werk Pi­cas­sos und befin­d­et sich in der Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig. Un­ter dem Ti­tel The Pi­cas­so 1973–2023 Cele­bra­tion neh­men rund 40 Auss­tel­lun­gen in Eu­ro­pa und den USA den Jahres­tag zum An­lass, sein Werk dem heu­ti­gen Pub­likum näher zu brin­gen. Das Mu­se­um Lud­wig un­ter­stützt die­s­es monu­men­tale Pro­jekt als Lei­hge­ber und mit ein­er ei­ge­nen Präsen­ta­tion: Im Pi­cas­so-Jahr 2023, trifft die Suite 156, 50 Jahre nach ihr­er Vol­len­dung, auf eine neue Gen­er­a­tion von Rezipi­ent*in­nen. Eine Gen­er­a­tion, die sich im­mer noch oder wied­er mit ähn­lichen Frages­tel­lun­gen in Bezug auf den Kör­p­er und seine ge­sellschaftliche Be­trach­tung kon­fron­tiert sie­ht. Ergänzt wird die Präsen­ta­tion der Radi­er­folge durch eine Ne­up­ro­duk­tion der zeit­genös­sischen afghanischen Kün­st­lerin Kubra Khade­mi (*1989 Ghor, Afgha­nis­tan). Ihre Kunst set­zt sich poli­tisch und zu­gleich hu­mor­voll mit ge­sellschaftlichen Nor­mvors­tel­lun­gen von wei­blichen Kör­pern und Iden­titäten au­sei­nan­der. Ku­ra­torin: Eboa Iton­do
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Walde Huth. Ma­te­rial und Mode

Museum Ludwig

Das Mu­se­um Lud­wig er­hielt 2017 ei­nen Be­s­tand von über 250 Werken der Fo­to­grafin Walde Huth (1923–2011) zum Geschenk. Bekan­nt wurde sie vor allem für ihre Mod­eauf­nah­men der 1950er Haute Cou­ture in Paris und Flo­renz. Wer­beauf­nah­men für ei­nen Samt- oder Strumpfher­steller, auch für Mö­bel ergänzten ihr Port­fo­lio. Zur Farb­fo­to­gra­fie griff sie dabei an­fangs sel­ten, und das, ob­wohl sie durch ihre Tätigkeit in der En­twick­lungs­abteilung für Farb­fo­to­gra­fie der Ag­fa in Wolfen 1943 bis 1945 früh mit den tech­nischen Möglichkeit­en ver­traut ge­wor­den war. Wenn sie es aber tat, zele­bri­erte sie die Farbe regel­recht. Wer die charak­ter­s­tarke Köl­nerin ge­gen Ende ihres Lebens noch be­suchen durfte, berichtet oft von dem Chaos, das in ihr­er Woh­nung herrschte. Auch ihre Bilder waren Teil des Chaos. In einem In­ter­view äußerte Walde Huth ein­mal: "Ich liebe halt eher Im­pro­visiertes und nicht so Per­fektes, Ster­iles. So glatte Ga­le­rien, wo die Fo­to­gra­fien so ge­hängt wer­den, das mag ich gar nicht. So kann ein Bild nicht wirken." Diese Präsen­ta­tion will eine be­hut­same An­näherung an Walde Huth aus dem Be­s­tand der Neuer­wer­bun­gen sein. Ku­ra­torin: Miri­am Szwast
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Fü­sun Onur. Ret­ro­spek­tive

Museum Ludwig

Fü­sun Onur, 1937 in Is­tan­bul ge­boren, ist eine der be­deu­tend­sten Kün­stler*in­nen der Türkei. Sie hat ein beein­druck­en­des und viel­seitiges Werk geschaf­fen, das sich den üblichen Kat­e­gorisierun­gen entzie­ht. In frühen Jahren machte sie mit ihren präzisen Erkun­dun­gen von Fläche und Raum sowie deren sou­verän­er Um­set­zung in Skulp­turen auf sich aufmerk­sam. Diese for­male An­näherung war aber nur eine von vielen Herange­hen­sweisen. Seit An­fang der 70er Jahre kom­biniert sie sie mit All­t­ag­sob­jek­ten und sinn­lichen Ma­te­rialien in großen In­s­tal­la­tio­nen: frag­ile Ob­jekte und Rau­min­sze­nierun­gen, ge­baut aus Glasscheiben, Holzteilen, Klei­dungsstück­en, Wollfä­den, Stühlen, Kis­ten, Bällen. Ein nar­ra­tiv­er Im­puls kommt hinzu, der ihrem Werk bis heute eine po­etische Tiefe ver­lei­ht. Die Ak­tu­al­ität ihr­er Ar­beit­en liegt in den vielfälti­gen Ver­fahren, mit de­nen sie ihre kün­st­lerischen Frages­tel­lun­gen ver­fol­gt und zu im­mer neuen Lö­sun­gen fin­d­et. Die Auss­tel­lung ent­ste­ht in Zusam­me­nar­beit mit Arter. Co-Ku­ra­torin: Bar­bara En­gel­bach (Ku­ra­torin Mu­se­um Lud­wig), Co-Ku­ra­tor: Emre Baykal (Che­fku­ra­tor Arter)
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Rautenstrauch-Joest-Museum

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HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig.
Ukrainische Mod­erne 1900-1930 & Daria Koltso­va

Museum Ludwig

Die Auss­tel­lungs­rei­he HI­ER UND JET­ZT im Mu­se­um Lud­wig hin­ter­fragt die Kon­ven­tio­nen der Mu­se­um­sar­beit aus heutiger Sicht. Aktuell verän­dert der rus­sische Krieg auf die Ukraine unseren Um­gang mit der „Rus­sischen Avant­garde“. Viele Kün­stler*in­nen, die eben­so in der Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig vertreten sind, wur­den bis­lang dies­er Be­we­gung zu­ge­ord­net. Diese dem Mod­er­nis­mus in der Ukraine gewid­mete Auss­tel­lung ver­sam­melt rund ne­unzig Gemälde und Ar­beit­en auf Pa­pi­er, die zwischen 1900 und den 1930er Jahren ent­s­tan­den sind. Er­st­mals wurde die Auss­tel­lung un­ter dem Ti­tel In the Eye of the Storm: Mod­er­nism in Ukraine, 1900-1930s im Museo Na­cio­n­al Thyssen-Bornemisza in Ma­drid gezeigt. Die Schau zeigt zahl­reiche Lei­h­gaben aus dem Na­tio­nalen Kun­st­mu­se­um der Ukraine und dem Mu­se­um für The­ater-, Musik- und Filmkunst der Ukraine, die aus Kyjiw nach Eu­ro­pa ge­bracht wur­den. Ergänzt wird diese Auswahl durch Werke aus pri­vat­en Samm­lun­gen und den Bestän­den des Mu­se­um Lud­wig. Diese neue kun­sthis­torische Per­spek­tive wird er­weit­ert durch ei­nen aktuellen Bei­trag der zeit­genös­sischen Kün­st­lerin Daria Kolt­so­va. Sie präsen­tiert Ar­beit­en, die sich mit dem kul­turellen Erbe an­gesichts des Krieges beschäfti­gen. Ku­ra­tor*in­nen: Kon­s­tantin Akin­sha, Ka­tia Deny­so­va, Ole­na Kashu­ba-Vol­vach & Yuliia Berdiiaro­va

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