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Aufführungen | Tanz

Rave Lucid

Schauspiel Köln

Choreografie von Brandon Miel Masele und Laura Nala Defretin Zum ersten Mal begrüßen wir in Köln die französische Kompanie Mazelfreten. Mit RAVE LUCID feiert sie die Electro-Dance-Community, die im Paris der 2000er-Jahre zwischen Underground Clubnächten und Battle-Kultur aufblühte und deren armbetonten Tanzstile sich dann wie ein Lauffeuer über Youtube und Social Media weltweit verbreiteten. Das Ensemble um die Choreograf*innen Brandon Miel Masele und Laura Nala Defretin kreiert mit RAVE LUCID ein Stück über Sichtbarkeit, Community und den Wunsch, sich durch den Tanz Raum zu schaffen — explosiv, pulsierend und voller elektrisierender Dynamik. Tanzgastspiel Achtung: Stroboskoplicht, laute Musik, Nebel, extreme Helligkeit Choreografie: Brandon Miel Masele & Laura Nala Defretin Licht: Judith Leray Musik: Nikit / Ino & Fille de Minuit Kostüme: Sting Masele & Emma Deat Produktion: Cie Mazelfreten Tanz: Téo Cellier, Filipe Francisco Pereira Silva, Océane Haja Maréchal, Jade Jaddow Mienandi, Nathalia Nath Meneses Gonzalez, Adrien Vexus Larrazet, Alice Lemonnier, Marie Levenez, Brandon Miel Masele, Maelo Hernandez Am 19.12. gibt es nach der Vorstellung ab 21:30 eine Rave Party mit Mazelfreeten im Erfrischungsraum. Der Eintritt ist frei mit der Eintrittskarte zum Stück Rave Lucid.
Aufführungen | Hörspiel

Vergeltung

Schauspiel Köln

„Vielleicht müssen wir endlich wirklich begreifen lernen, dass der Stoff unserer Zivilisation selber gewoben ist aus Feuer und Rauch.“ (W.G. Sebald) Alles beginnt in 4000 Metern Höhe: Ein 600 Meter breiter und 30 Kilometer langer Strom aus US- Bombern bewegt sich auf eine deutsche Stadt zu. Darunter kurz darauf fallende Bomben, die Fallschirme einer Bomberbesatzung, Tiefflieger und Flaktürme. Ganz unten Häuser und Straßen, auf denen taumelnde Menschen im kochenden Teer „gegrillt“ werden. Luftschutzbunker, Keller, Durch- einander, ein unfassbares Horror-Szenario. Eine Mutter sucht nach ihrem Sohn, der als Flakhelfer bereits den Tod gefunden hat; eine junge Frau wird mit einem ihr fremden Mann verschüttet und unter den Trümmern von ihm vergewaltigt. Gert Ledigs Roman VERGELTUNG blickt kalt und unsentimental auf die zerstörerische Gewalt eines alliierten Luftangriffs im Juli 1944. Die Stadt, von der hier die Rede ist, bleibt namenlos – könnte aber Köln heißen. Auch hier stand nach der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 in weiter Trümmerlandschaft einzig noch der Dom. Das Buch erschien 1956, als Heinrich Böll oder Günter Grass längst die bundesrepublikanische Nachkriegswirklichkeit zeichneten. Es geriet bald in Vergessenheit. Bis heute ist das Trauma der Luftangriffe weitestgehend unbearbeitet, während die zusammengewürfelte Nachkriegsarchitektur der Innenstädte weiterhin stumm vom damaligen Schrecken kündet. Regisseur Sebastian Baumgarten inszeniert Ledigs Kampfansage an kriegstreibende Phrasen von „Vaterland, Heldentum, Tradition, Glaube und Ehre“ als Uraufführung für das Schauspiel Köln. Regie: Sebastian Baumgarten Bühne: Joep van Lieshout Kostüm: Tabea Braun Komposition: Stefan Schneider Musik: Fiete Wachholtz Videoart: Chris Kondek Lightdesign: Michael Frank Ton: Frank-Keno Mustroph Dramaturgie: Henning Nass Dauer: 1 h 50 min, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Holländerinnen

Schauspiel Köln

Premiere: 27.11.2026 Das Verschwinden zweier Rucksacktouristinnen aus Holland, die von einer Wanderung ins Dickicht des panamaischen Regenwaldes nicht mehr zurückkehrten, fasziniert den erfolgreichen Theatermacher. In seinem neuen Projekt geht es ihm um die Rekonstruktion des tragischen Falls. Nur die Handys der jungen Frauen seien gefunden worden, auf denen die letzten verzweifelten Anrufe und eine Reihe kaum verständlicher Fotos gesichert worden seien. Durch Wiederholung und Nachbildung möchte er sich dieser seltsamen Geschichte nähern, die „Dinge am eigenen Leib erfahren“, den Holländerinnen mit seinem Theaterkollektiv hinterherreisen, am liebsten gemeinsam mit ihr, der berühmten Schriftstellerin. Als Chronistin! So wird auch sie Teil des Experiments, das in der Wildnis des Dschungels zu scheitern droht, weil die Theatertruppe auch dann noch weiter sucht, wenn die Exkursion gefährlich wird, im strömenden Regen und in tiefster Dunkelheit, während die Schreie unbekannter Tiere lauter werden, das abwesende Unsichtbare näher zu rücken beginnt und sich das Sichtbare, Greifbare, sprachlich Fassbare zunehmend zu entziehen droht. Die Regisseurin Laura N. Junghanns inszeniert erstmals am Schauspiel Köln und bringt Dorothee Elmigers Meisterwerk als Trip durch die Wildnis unserer eigenen Seelen auf die Bühne. Regie: Laura Junghanns Bühne & Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch Sounddesign: Güldeste Mamaç Licht: Michael Frank Dramaturgie: Viola Köster
Aufführungen | Schauspiel

Eine neue Recherche

Schauspiel Köln

Nach GEHEIMPLAN GEGEN DEUTSCHLAND und DAS SCHWEIGEN DES HEILIGEN VATERS bringt das SPL KLN im Schwerpunkt THEATER UND JOURNALISMUS eine weitere investigative Recherche auf die Bühne. Regie: Kay Voges Text: Traudl Bünger
Aufführungen | Schauspiel

Mutters Courage

Schauspiel Köln

George Tabori hatte ein feines Gespür für den Witz in einem Kontext des Grauens, für die absurde Pointe im Reich des Bösen. In "Mutters Courage" erzählt er die unmögliche Geschichte einer sechzigjährigen Jüdin, die 1944 in Budapest auf der Straße verhaftet und mit 4030 Anderen im Viehwagen nach Auschwitz deportiert wird. Und als Einzige überlebt. Die unmögliche Geschichte ist eine wahre Geschichte. Elsa Tabori hat sie erlebt. Ihr Sohn hat sie aufgeschrieben. Sie gehört seitdem zum festen Bestand einer oral history – natürlich nur für diejenigen unter uns, die glauben, dass man Geschichte nicht mal eben „hinter sich lassen“ kann. Was laut einer Umfrage schon 2015 81% der Deutschen in Bezug auf den Holocaust gerne täten. „Ist doch klar: die Deutschen werden uns Juden Auschwitz nie verzeihen“ so der israelische Psychoanalytiker Zwi Rex. Taboris Hommage an seine Mutter ist im weiteren Sinne eine Hommage an alle Mütter, deren Mut, Witz und Lebenswille ihren Kindern die Möglichkeit gaben, ihr eigenes Trauma zu bewältigen. Die Aufführung hat in den vergangenen 30 Jahren über 170 Vorstellungen – unter anderen in New York und in Los Angeles – erlebt. Gastspiel Inszenierung: Thomas Bockelmann Bühne: Pia Janssen Kostüm: Ursina Zürcher Musik: Erich Radke Dramaturgie: Michael Volk
Aufführungen | Tanz

Mal – Embriaguez Divina

Schauspiel Köln

Die auf den Kapverden geborene Künstlerin Marlene Monteiro Freitas ist eine der gefragtesten Choreografinnen Europas, die spielerisch Elemente des kapverdischen Karnevals, antike Mythen, Schlüsselwerke der europäischen Kunstgeschichte und Elemente der zeitgenössischen Popkultur miteinander verbindet. Mit MAL – EMBRIAGUEZ DIVINA von 2020 widmet sich Freitas den Ambivalenzen des „Bösen“. Das Stück ergreift das Ensemble und verwandelt präzisen, hochmusikalischen Tanz in ein giftig-grandioses, groteskes Schauspiel. Die Bühne wird zu einem Ort, an dem Kreativität, Ekstase und Umbruch zu einem göttlichen Rausch verschmelzen. Tanzgastspiel Choreografie: Marlene Monteiro Freitas Assistenz: Lander Patrick Research: João Francisco Figueira, Martin Valdés-Stauber, Marlene Monteiro Freitas Performance: Francisco Rolo, Henri ›Cookie‹ Lesguillier, Hsin-Yi Hsiang, Joãozinho da Costa, Kyle Scheurich, Mariana Tembe, Marlene Monteiro Freitas, Miguel Filipe, Tónan Quito Lichtdesign: Yannick Fouassier Bühne: Yannick Fouassier, Miguel Figueira, Marlene Monteiro Freitas Dramaturgie: Martin Valdés-Stauber, Marlene Monteiro Freitas Sounddesign: Rui Dâmaso Es gibt vor beiden Vorstellungen eine bewegte Einführung im Ballettsaal. Anmeldung unter info@tanz.koeln. Treffpunkt ist 18:30 Uhr beim Pförtner. Dauer: 1 h 30 min
Aufführungen | Schauspiel

Studio Vorspiel

Schauspiel Köln

Im STUDIO SPL KLN verbringen sieben spielwütige Studierende am Schauspiel Köln die letzten beiden Jahre ihrer Schauspielausbildung. Sie stehen nicht nur in Produktionen mit auf der Bühne, sondern erhalten auch Unterricht von unseren Ensemblemitgliedern. Und im STUDIO VORSPIEL präsentieren die Nachwuchsstars vor Publikum, was daraus entsteht: intensive Monologe und Szenen, unmittelbar und ganz im Zeichen des Spiels mit Text und Figuren. In den Programmen mit klassischen Stoffen bis hin zur Gegenwartsliteratur wird die künstlerische Entwicklung der Studierenden über zwei Jahre auch für Sie erlebbar.
Aufführungen | Schauspiel

Kaspar

Schauspiel Köln

Premiere: 31.10.2026 Ein ungeübter Körper, ein ungeformtes Geschöpf zwischen Clown und Kind findet sich in die Welt geworfen. Sein Name: Kaspar, in Anlehnung an das mysteriöse Findelkind Kaspar Hauser, das 1828 plötzlich in Nürnberg auftauchte. Zivilisation, Regeln und Sprache sind ihm unbekannt. Nur einen Satz erprobt der ansonsten Sprachlose in stoischer, variierender Wiederholung: „Ich möchte ein solcher werden, wie einmal ein anderer gewesen ist.“ Und da ertönen sie, die Einsager. Sie benennen mit freundlich autoritären Stimmen Dinge und Vorgänge, üben mit dem staunenden Kaspar Worte und Sätze, ordnen für ihn die Welt — und erzeugen dabei Anpassung, lenken seinen Blick, normieren sein Denken. Im Aufflammen der 1968er-Bewegung, in Zeiten der Revolte gegen die postfaschistische BRD und ihre Konventionen, schrieb Peter Handke sein großes dramatisches Gedicht. Ein Sprachkunstwerk von poetischer Schönheit und politischer Sprengkraft, das er auch „Sprechfolterung“ nannte. Mit groteskem Humor und Wortakrobatik bringt Regisseurin Claudia Bauer KASPAR als musikalisches Machtgefüge auf die Bühne, das den Preis von Erziehung und Verständigung seziert. Regie: Claudia Bauer Bühne: Patricia Talacko Kostüm: Vanessa Rust Komposition: Arpen Daks Videoart: Jan Isaak Voges Lightdesign: Jan Steinfatt Dramaturgie: Wiebke Rüter und Lennart Göbel
Aufführungen | Schauspiel

Monster

Schauspiel Köln

Premiere: 30.10.2026 Alles beginnt als Liebesgeschichte. Der namenlose Ich-Erzähler ist vernarrt in alles Historische, in die sanften Wogen des Abgeschlossenen. Um jedoch in der akademischen Welt ein Auskommen zu finden, trifft er eine pragmatische Entscheidung und spezialisiert sich auf die Erforschung der Shoah. Nun findet er sich als Guide israelischer Schülergruppen in den Gedenkstätten der nationalsozialistischen Vernichtungslager auf polnischem Boden wieder. Dort hält er Vorträge über die Mörder, trifft Zeitzeuginnen und lässt keinen Abgrund der Vergangenheit aus. Gleichzeitig versucht er, seinem kleinen Sohn in Israel Orientierung in einer komplexen Welt zu geben. Doch die permanente Konfrontation mit dem Grauen bleibt nicht ohne Folgen. Während er Tag für Tag seinen Beitrag zur Erinnerungskultur leistet, beginnt sich die Geschichte in sein ganzes Wesen einzuschreiben. Die Distanz des Wissenschaftlers bröckelt, er verliert mehr und mehr die Kontrolle über seine Gedanken und seine Forschung wird zur Obsession. Mit seinem Roman MONSTER legt Yishai Sarid die offene Wunde der Erinnerung frei und zielt zugleich messerscharf ins Heute, in eine brutale Welt, die ihren moralischen Kompass zu verlieren droht. Der israelische Regisseur Itay Tiran, zuletzt mit ONKEL WANJA auf der Shortlist des Berliner Theatertreffens, bringt diesen eindringlichen Text als Monolog zur deutschsprachigen Erstaufführung. Regie: Itay Tiran Bühne und Kostüm: Jessica Rockstroh Musik: Dori Parnes Dramaturgie: Lennart Göbel Regie Mitarbeit: Serina Wieser Licht: Michael Frank
Aufführungen | Schauspiel

Die Rechnung

Schauspiel Köln

Ein Tisch, ein Sessel, eine Flasche. Und ein Glas Wein, das der Kellner dem Gast serviert: So die Ausgangssituation. Doch wer bedient hier wen? Und wer dient wem? Wer bezahlt am Ende die Rechnung oder macht einen Strich durch die des anderen? In der Arbeit des britischen Autors und Regisseurs Tim Etchells (Forced Entertainment) werden Macht- dynamiken in zahlreichen Variationen durchgespielt – und je länger die Szene dauert, desto abgründiger wird der Humor. In diesem Sinne erkunden hier Herr und Knecht die mannigfaltigen Fallstricke hierarchischer Konstellationen. Nach der deutschsprachigen Erstaufführung im Rahmen der Wiener Festwochen 2024 werden nun Tisch, Sessel und Wein ins Depot 3 gestellt. Die Spannung steigt, wer in dieser Slapstick-Komödie am Ende die Rechnung bezahlt. Regie: Tim Etchells Bühne: Richard Lowdon Musik: Graeme Miller Dramaturgie: Lidia Polito Produktion: Volkstheater in den Bezirken und Wiener Festwochen | Freie Republik Wien, 2024 | Originalversion: Festival d’Avignon, 2023 Dauer: 1 h 15 min, keine Pause
Aufführungen | Tanz

Delay the Sadness

Schauspiel Köln

von Sharon Eyal Hypnotisch, sensationell, magnetisch und unfassbar sinnlich: So wird die Arbeit von Sharon Eyal beschrieben. Mit ihrer jüngsten Arbeit DELAY THE SADNESS wird sie die neue Bühne des Schauspielhauses eintanzen und öffnet dabei einen Raum voller Intimität, Tiefe und emotionaler Kraft. Gewidmet ihrer vor drei Jahren verstorbenen Mutter entwirft sie einen vielschichtigen Dialog über Stärke und Verletzlichkeit, über das Aufschieben und Durchleben von Gefühlen. Die Komposition stammt von Josef Laimon, einem in Paris lebenden Komponisten, Produzenten, DJ und Performer. Tanzgastspiel Choreografie: Sharon Eyal Co-Kreation: Gai Behar Original Musik: Josef Laimon Lichtdesign: Alon Cohen Kostümdesign: Sharon Eyal, Gai Behar in Zusammenarbeit mit Noa Eyal Behar Make-up & Haare: Noa Eyal Behar 3D Druck Designer: Serge H. Tänzer*innen: Darren Devaney, Juan Gil, Alice Godfrey, Johnny McMillan, Héloïse Jocqueviel, Gregory Lau / Victor Ketelslegers, Miriam Gittens, Nais Duboscq Zusätzliche Musik Khyaam Haque – »Dance with Me, Maximilian«, John Tavener, Academy of Ancient Music, Paul Goodwin, George Mosley, The Choir of the AAM – »Funeral Canticle« Dauer: 1 h, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Unterweger

Schauspiel Köln

Österreichischer Knastpoet, Frauenschwarm, Journalist, verurteilter Mörder: Jack Unterweger war vieles, und er spielte im Laufe seines Lebens zahlreiche Rollen. Während seiner ersten Inhaftierung, zu der er wegen Mordes an einem 18-jährigen Mädchen verurteilt war, veröffentlichte er seinen ersten Roman, der ihm sofort Ruhm verschaffte. Eine Petition für seine Freilassung unterzeichneten u. a. Elfriede Jelinek, Ernst Jandl und Günter Grass. Nach 15 Jahren Haft dann die Freilassung: Unterweger wird zum Paradebeispiel „geglückter Resozialisierung“. Doch 1994 folgt die zweite Verurteilung — wegen Mordes an neun Frauen. UNTERWEGER spürt der irrationalen Faszination nach — ein Abend über Lust und Mitleid, Anziehung und Ekel, Urteil und Gnade. Regie Branko Janack Bühne Michael Sieberock-Serafimowitsch Kostüm Mona Ulrich Dramaturgie Lidia Polito Mit Birgit Unterweger Produktion: Volkstheater Wien in Kooperation mit dem DRAMA FORUM von uniT Graz, 2024
Aufführungen | Schauspiel

Imagine

Schauspiel Köln

Stell dir vor, die Welt wäre ein Dorf. Stell dir vor, es herrschte dort Frieden. Und nun stell dir vor, die Nacht senkte sich über die Häuser und die Straßenlaternen leuchteten auf. Stell es dir genau vor. Hinter den Fenstern äßen die Menschen ihr Brot und tränken ihren Tee. Und die Kinder läsen friedlich im Bett, bevor der Vater sie küsst und die Mutter das Licht löscht. Jetzt stell dir vor, ein Schatten schliche über den verlassenen Dorfplatz. Und dort, im Gewächshaus, wüchsen drohend die Pflanzen – und auf dem Altar läge unheilvoll ein Buch mit einer Heiligen Schrift. Und im Laden fiele wie aus dem Nichts ein Produkt vom Regal. Und dann ertönte am Himmel ein fremder Gesang. Stell ihn dir genau vor – wie einen Riss im Firmament. Stell dir vor, es hole die Menschen aus ihren Betten und sie blickten gemeinsam zum Himmel hinauf. Und sie fragten sich mit bis zum Hals schlagenden Herzen, was sich ihnen dort nähert. Ein Engel? Eine Drohne? Eine tödliche Rakete, die alles verbrennt und zerstört? Wir stehen am Anfang einer großen Geschichte. Es gibt kein Vaterland und keinen Grund für Mord und Krieg. Und alle Menschen leben nur im Hier und Jetzt. Stell Dir das vor. Es ist ganz leicht, wenn du’s versuchst. Willkommen in IMAGINE. Regie: Kay Voges Musik: Tommy Finke Bühne: Pia Maria Mackert Kostüm: Mona Ulrich Videoart: Mario Simon und Jan Isaak Voges Musik und Sounddesign: Tommy Finke Lightdesign: Michael Gööck Ton: Oliver Bersin und Antony Fitz-Harris Choreografie: Berit Jentzsch Dramaturgie: Alexander Kerlin Dauer: 1 h 45 min, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

That Night follows Day

Schauspiel Köln

„Ihr sagt uns, wann wir uns setzen und wann wir stehen sollen. Ihr sagt uns, wann wir uns bewegen und wann wir mal kurz stillhalten sollen. Ihr sagt uns, wann wir vom Tisch aufstehen dürfen. Ihr bringt uns bei, bitte zu sagen. Und ihr bringt uns bei, danke zu sagen. Ihr bringt uns bei, wie man nett und sauber aussieht. Ihr erklärt uns, dass es böse Menschen gibt auf der Welt. Dass es Monster nicht in echt gibt. Dass Worte nichts als Worte sind.“ THAT NIGHT FOLLOWS DAY stellt die Welt auf den Kopf: Ein Chor von Kindern zwischen 8 und 14 Jahren wird zum Hauptdarsteller. Sie sind erst kürzlich ins Leben geworfen worden, und sofort finden sie dort Regeln und Werte vor. Die Kinder aber drehen den Spieß um. Sie verkehren Aussagen ins Gegenteil, verwerfen sie, formulieren neu. Und je länger man diesem Wertekanon mit umgekehrtem Absender zuhört, desto hörbarer betritt ein unausgesprochenes „Warum?“ die Bühne: Die Infragestellung dessen, was ist – und genauso gut auch anders sein könnte! Zutiefst berührend und außergewöhnlich komisch. THAT NIGHT FOLLOWS DAY wurde erstmals 2007 von Victoria Deluxe im belgischen Gent produziert und seitdem in vielen Ländern und Sprachen aufgeführt. Für die Köln-Premiere wird der Text für eine Gruppe Kölner Kinder aktualisiert. Tim Etchells ist ein international renommierter Autor, Regisseur und Künstler. Besonders bekannt wurde er als Leiter der Performance-Gruppe Forced Entertainment. Regie: Tim Etchells Bühne: Richard Lowdon Regie-Mitarbeit: Dana Khamis Sounddesign: Tim Etchells Lightdesign: Jan Steinfatt und Nigel Edwards Ton: Julia Spang Dramaturgie: Viola Köster Produktion Originalversion: Victoria Deluxe Gent, 2007 Dauer: 1 h 15 min, keine Pause
Aufführungen | Performance

Downtown Paradise

Schauspiel Köln

Das Bimmeln der Bahn am Neumarkt. Der Geruch von Currywurst und Nagelstudio. Shopping, Sightseeing, Selfies. Kölns Innenstadt voller Erwartungen und Widersprüche: Wie du dich kleidest. Wie du sprichst. Wie du dich bewegst. Wer dazugehört. Und wer nicht. Ein Blick, der nicht erwidert wird. Schlafplätze unter Vordächern. Welche Geschichten verbergen sich an einem Ort, an dem täglich so viele Menschen vorbeigehen, verweilen, leben oder von dem sie vertrieben werden? Zwischen Schaufenstern und Beton wächst DOWNTOWN PARADISE – Der Stadtraum wird zur Bühne. Der Jugendklub POLYLUX erforscht, wie Wahrnehmung, Mitgefühl und Verantwortung im öffentlichen Raum verhandelt werden – dort, wo Nähe und Distanz ineinander übergehen, wo Stillstand und Bewegung sich begegnen, wo Sichtbarkeit zur Frage wird. Inspiriert vom Alltag der Kölner Innenstadt lädt POLYLUX dazu ein, den öffentlichen Raum neu zu erzählen. Ein Blick auf das, was sonst verborgen bleibt. Ein Zuhören zwischen den Geräuschen. Ein Versuch, die Stadt zu fühlen, bevor man sie versteht. Mit Texten und Szenen von Julia Dittes, Burak Şengüler und Ronja Simon. Regie: Judith Niggehoff Dramaturgie: Burak Şengüler Bühne: Selina Schwaiger Kostüm: Lea Vrebac Sounddesign: Lina Rohde Dauer: 1 h 30 min Die Performance beginnt in der Glockengasse 37-39. Schulgruppen zahlen pro Person 7, - EUR, bitte wenden Sie sich an gruppen@buehnen.koeln
Aufführungen | Schauspiel

Endspiel

Schauspiel Köln

Köln-Premiere: 15.10.2026 Der eine ist blind und kann nicht gehen, der andere kann sehen, aber nicht sitzen. Samuel Becketts weltberühmtes Schauspiel ENDSPIEL zeigt das clowneske Gespann Hamm und seinen Diener Clov am Ende der Zeit. Hamm ist auf Clovs Augen angewiesen, während dieser mit dem Fernrohr durch die Fenster die Außenwelt beobachtet: hier eine menschenleere Landschaft, dort ein unendlich graues Meer. Aufeinander angewiesen, vertreiben sie sich die Zeit mit Wortgefechten — geistreich, bissig und mit schwarzem Humor. Im Zentrum dieses Endspiels steht nichts Geringeres als die Unfassbarkeit menschlicher Existenz. Becketts Klassiker des Absurden Theaters wirkt bis heute nach, und so übernehmen in Kay Voges‘ Inszenierung Lum und Purl aus Wolfram Lotz‘ „Einige Nachrichten an das All“ als zwei geistige Verwandte von Hamm und Clov das Ringen um das Nichts. „Ich will Poesie in das Drama bringen, eine Poesie, die das Nichts durchschritten hat und in einem neuen Raum einen neuen Anfang findet.“ (Samuel Beckett). Ein Abend zwischen Absurdität, Humor und existenzieller Tiefe, der vielleicht weniger zu verstehen als zu erleben ist. Nach Stationen in Dortmund, Tiflis, Antalya, Friedrichshafen, Bielefeld, Wuzhen, Wien und Zagreb ist Kay Voges‘ legendäre Inszenierung nun auch in Köln zu sehen. Regie: Kay Voges Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch Kostüm: Mona Ulrich Sounddesign: Mario Simon
Aufführungen | Schauspiel

Requiem für eine marode Brücke

Schauspiel Köln

Wenn Stadtplanung ein Konzert wäre, wie würde sie klingen, die lebenswerte Stadt der Zukunft? Wie singt man von „Brückensanierung“ und „Transformation”, wie intoniert man „Verschattungsstrategie“? Und welche Stimmen kündigen den ökologischen Wandel an? Wir sprechen mit Menschen aus Baugewerbe und Stadtentwicklung, mit Ökonominnen, Zukunftsforschern und Aktivistinnen über die bestehenden Pläne für ein zukunftsfähiges Köln – und über die Widerstände, denen sie begegnen. Aus den so gewonnenen O-Tönen entsteht ein Musiktheaterstück von Kölnern für Köln, ein Stimmenkonzert für drei Schauspielerinnen, zwei Kölner Chöre und eine Stadt der Zukunft. „Denn wir haben hier keine bleibende Statt, sondern die Zukünftige suchen wir“, heißt es in Johannes Brahms’ „Requiem“, das, gesungen vom Kölner Domchor, aus den maroden Stadtmauern dringt. Die Regisseurin Anna-Sophie Mahler ist Spezialistin im Verweben von Recherchematerial und Musik. Bekannt wurde sie mit der Inszenierung „Mittelreich“ an den Münchner Kammerspielen, die 2016 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Zuletzt begeisterte ihre Inszenierung von Tennessee Williams’ „Camino Real“ am Volkstheater Wien, mit der Band Calexico live on stage. Bitte beachten Sie: Die Inszenierung REQUIEM FÜR EINE MARODE BRÜCKE wird im KOLUMBA Museum gezeigt. Die Abendkasse befindet sich im Foyer, der Einlass erfolgt 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn über den Hintereingang an der Ludwigstraße (neben sattgrün). Die Wege vor Ort sind ausgeschildert. Besucher*innen im Rollstuhl bitten wir, den Haupteingang in der Kolumbastraße zu nutzen, da der Hintereingang zu schmal ist. Ein Aufzug steht zur Verfügung, kurze Wege innerhalb des Gebäudes sind jedoch nötig. Sitzplätze sind in fast allen Räumen vorhanden. Regie: Anna Sophie Mahler Bühne: Katrin Connan Kostüm: Annika Lu Musikalische Leitung und Flügel: Michael Wilhelmi und Simon Rummel Einstudierung Jugendchor: Alexander Niehues und Oliver Sperling Ton: Jakob Heisters Lightdesign: Michael Frank Dramaturgie: Viola Köster Dauer: 1 h 45 min, keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Die Deutsche Bahn AG

Schauspiel Köln

Uraufführung: 9.10.2026 von und mit Calle Fuhr Gratiswasser in Tetrapacks als Trost für verpasste Anschlusszüge, Verwirrung am Bahnsteig angesichts umgekehrter Wagenreihung, hungrige Fahrgäste in geschlossenen Bordbistros, gestrandete Pendlerinnen an eiskalten Provinzbahnhöfen, defekte WCs, nicht angezeigte Sitzplatzreservierungen, das Fehlen ganzer Waggons und Verspätung, Verspätung, Verspätung. Grund dafür? Ein vorausfahrender Zug, ein defektes Stellwerk, verspätetes Personal aus vorheriger Fahrt … Wenn es etwas gibt, auf das sich immer noch alle einigen können, dann ist das der katastrophale Zustand der Deutschen Bahn. Aber was sind die Gründe hinter den Gründen für die Krise? Auf der Suche nach Antworten stößt man auf viele offene Fragen: War die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft ein Fehler? Warum wird immer noch zu wenig in das Schienennetz investiert? Hat im Zweifel Ex-Bahnchef Mehdorn an allem Schuld? Calle Fuhr gibt sich nicht mit einfachen Erklärungen zufrieden. In monatelangen Recherchen hat er sich den Komplex rund um die Deutsche Bahn angesehen und keine Oberleitungsstörung ausgelassen, um die wahren Zusammenhänge der Krise zu verstehen. Nach seinen gefeierten One-Man-Shows KRIEG UND FRIEDEN sowie AUFSTIEG UND FALL DES HERRN RENÉ BENKO taucht er in das Firmennetzwerk Deutsche Bahn AG ein, analysiert politische Klüngeleien und sucht nach Hebeln, um die Bahn wieder auf die Spur zu bringen. Regie: Calle Fuhr Bühne und Kostüm: Marleen Johow Lightdesign: Jürgen Kapitein Dramaturgie: Alexander Kerlin
Aufführungen | Schauspiel

Moneyland

Schauspiel Köln

Noah dreht einen Film. Kritisch soll er werden, denn kritisch waren seine Dokumentationen, in denen er der Gegenwart auf den Zahn fühlt, schon immer. Dieses Mal hat er sich weit rausgewagt. Mitten in der Wüste trifft er Ava Rothbart zum Interview, 15 Meter tief unter der Erde auf der Baustelle ihres neuen Luxus-Bunkers. Ava ist Tech-Milliardärin und Gründerin von Atlas Analytics, ein Unternehmen, das Militär und Polizei mit geostrategischer Software versorgt. Ihre Programme analysieren gigantische Datenmengen und sagen die Handlungen des Feindes voraus. Das hat der libertären Unternehmerin nicht nur Freunde beschert. Noahs Tochter June, idealistische Antifaschistin, steht unter Verdacht, an einem Attentat auf sie beteiligt gewesen zu sein. Für Noah entwickeln sich die Dreharbeiten im Bunker zu einem Höllentrip zwischen den Stühlen, in dem seine Werte auf die Probe gestellt werden und seine Sinneswahrnehmung zwischen Realität und Fiktion verrückt spielt. Die Lage eskaliert endgültig, als die Bunker-KI Samantha voraussagt, dass Noah ein Verbrechen an Ava begehen wird. Wer trifft hier jetzt noch die Entscheidungen? Wie verschiebt sich die Machtfrage durch den Eingriff der KI? Wie legitim ist Gewalt, die auf Gewalt antwortet, die nur vorausgesagt wurde? Das neue Stück von Alexander Kerlin widmet sich auf faszinierende Weise den Abgründen digitaler Kriegsführung und erkundet die neuen Bündnisse zwischen Techkapitalismus und rechter, autoritärer Politik. Regie: Kay Voges Bühne: Daniel Roskamp Kostüm: Mona Ulrich Videoart: Max Schweder Dramaturgie: Viola Köster Live-Schnitt: Mario Simon und Jan Isaak Voges Dauer: 1 h 30 min
Aufführungen | Schauspiel

Tag und Nacht

Schauspiel Köln

Das neue Stück des Kultautors Roland Schimmelpfennig ist fast schon mathematisch genau um die Zahlen 2 und 4 gebaut: Zwei Brüder, zwei Frauen, zwei Paare. Das eine Paar lebt auf dem Land, das andere in der Stadt. Die Brüder sind zerstritten und haben sich seit Jahren nicht gesehen. Der eine spielt Theater. Er heißt Erik. 1.000 Vorstellungen von „Der gestiefelte Kater“ haben ihn zugleich zu einer Lokalberühmtheit und zum Alkoholiker gemacht. Der andere, Martin, schreibt. Seit sieben Jahren feilt er an seinem Text „Die Landmaus und die Stadtmaus“, der zugleich Kindergeschichte und politisches Manifest sein soll. Er kommt aber kaum über die erste Seite hinaus. Ihre Partnerinnen, Lisa und Astrid, wünschen sich beide aus dem Leben mit ihren von Erfolg und Misserfolg mürbe gewordenen Männern weg. Astrid sehnt sich nach der Stadt, Lisa hat bessere künstlerische Ideen als Erik und Sympathien für Martin, seinen Bruder auf dem Land, und dessen unfertigen Text. Was geschieht nun, wenn das Landpaar überraschend in der Stadt aufschlägt? Oder das Stadtpaar auf dem Land, den Kofferraum voll Wein, Bier und Schnaps? Und wenn sich langsam zeigt, dass es die Politik war, die die beiden Brüder einst so tief gespalten hat? Roland Schimmelpfennig hat ein raffiniertes Stück geschrieben, herrlich absurd und schmerzhaft gegenwärtig, in dem sich schließlich jede Zweiteilung und jede Paarung in kollektiver Anarchie auflöst. Regie: Lily Sykes Bühne: Hannah Heiermann Kostüm: Jelena Miletić Musik | Komposition: Albertine Sarges Lightdesign: Michael Frank Dramaturgie: Alexander Kerlin Dauer: 1 h 45 min

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