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Aufführungen | Tanz

Lucía Lacarra Ballet

Theater Bonn

Lucía Lacarra Ballet [Spanien] Choreografie: Matthew Golding | Musik: Sergéi Rachmaninov & Max Richter Lucía Lacarra, Matthew Golding & 8 Tänzerinnen und Tänzer »Ich schreibe nur eine Zeile, Win, für den Fall, dass mir etwas passiert. Nur um dich wissen zu lassen, wie sehr ich dich immer geliebt habe, mein Liebling. Du bist das beste kleine Mädchen auf Gottes Erde, habe ich dir das schon mal gesagt? Aber ich schreibe das, weil ich das Gefühl habe, dass ich nicht wieder zurückkommen werde…« Was wäre passiert, wenn die Feldpost des Soldaten Frank Bracey im Ersten Weltkrieg nie bei seiner Frau Win angekommen wäre? Welche Wendungen hätte das Leben dieser Frau genommen? Anhand einer wahren Geschichte ergründet LOST LETTERS die Frage, wie Beziehungen verloren gehen. Dieses Ballet erzählt eine moderne Geschichte mit vielen szenischen Wechseln, farbenfrohen und pompösen Kostümen und dazwischen immer wieder ganz leisen Momenten, die fragen: Was wäre wenn? Untermalt von der Musik Rachmaninovs und von Max Richter entsteht ein Ballett, das nicht nur existentielle Fragen aufwirft, sondern auch Antworten gibt: auf die Wichtigkeit zwischenmenschlicher Kommunikation und gemeinsam erlebter Gefühle. Lucía Lacarra und Matthew Golding waren bereits in der Spielzeit 2023/24 mit FORDLANDIA in Bonn zu Gast. LOST LETTERS ist die erste Produktion der von Lucía Lacarra gegründeten Tanzkompagnie, dem Lucía Lacarra Ballet. Ihr Anspruch ist es, die höchsten Standards künstlerischer Exzellenz aufrechtzuerhalten und die junge Generation für Tanz zu begeistern. Co-Produktion mit Teatro Arriaga Antzokia, Kursaal Eszena, Festival Internacional de Música & Danza de Granada goldenlac.com
Aufführungen | Comedy

Johann König

Theater Bonn

Johann König zog es eigentlich nie auf die Bühne. Er wollte Lehrer werden. Sportlehrer für Biologie und Sachkunde. Das war der Plan. Doch dieser Plan ging nicht auf. Nach 19 Semestern zwangen ihn die Zuschauer mit ihrer Zuneigung und ihrem Geld dazu, sich ganz dem Humor zu widmen. So geriet er geradewegs auf die schiefe Bahn der gepflegten Abendunterhaltung, von der es kein Zurück gibt. Und heute? Heute lacht er darüber – wie das Publikum über ihn. Fünfzig Jahre alt ist der Kerl, die depressive Stimmungskanone, nun. Viele sehen mit 50 jünger aus, fühlen sich aber älter. Beim König ist es genau umgekehrt. Viele denken mit 50, sie müssten alles ändern. Oder alles gendern. Johann macht alles neu UND bleibt sich treu. Viele fangen in diesem Alter an mit Eierlikör. Johann hat Hühner. In seinem neuen Programm stellt er die drängenden Fragen der Zeit: Wird das Haus wirklich kleiner, wenn die Kinder größer werden? Wie gendert man ein herrenloses Damenfahrrad? Gilt das Limit fürs Tempo auch für Taschentücher? Und darf man »was darf man eigentlich noch sagen?« noch sagen? Langfristig sind die Vorhaben am besten, die kurzfristig sind. Der Plan sollte sein, keine Pläne mehr zu machen. Außer natürlich einen umfassenden Tour-Plan.
Aufführungen | Schauspiel

Die Glasmenagerie

Theater Bonn

Tennessee Williams frühes Kammerspiel ist eine eindringliche Studie über das Verhältnis von Sehnsucht und Wirklichkeit, Lebenslügen und Realitätsflucht, Alltag und Traum: Die einst umschwärmte Amanda Wingfield lebt mit ihren beiden erwachsenen Kindern in einer kleinen Wohnung in eher ärmlichen Verhältnissen. Seitdem ihr Mann die Familie verlassen hat, stellen sich die drei dem täglichen Überlebenskampf. Der Tristesse des Alltags und der Trostlosigkeit ihrer Lebens-Aussichten entflieht jedes Familienmitglied auf seine eigene Weise: Die Mutter schwärmt von charmanten Verehrern in der verlorenen Zeit ihrer Jugend, in der sie sich gesellschaftlich anerkannt fühlte. Ihr Sohn Tom, der sich Fabrikjobs suchen muss, um die Familie zu ernähren, flüchtet allabendlich in die Traumwelt von Kinofilmen. Er schreibt heimlich Gedichte und will einfach nur weg aus der Enge dieser Existenz. Die gehbehinderte Tochter Laura konzentriert sich auf ihre Sammlung zerbrechlicher Glastiere – ihre Glasmenagerie, die eine eigene phantastische Welt darstellt und sie ihr graues Leben kurzzeitig vergessen lässt. Für sie ist die Mutter auf der Suche nach einem Ehemann und Versorger. Als Tom, auf Amandas verzweifelte Bitten hin, seinen Kollegen Jim O‘ Connor nach Hause mitbringt, erscheint ihr dieser als idealer Heiratskandidat. Doch dann zerbricht, nach anfänglicher Annäherung der beiden jungen Leute, nicht nur eines von Lauras geliebten Glastierchen, sondern auch das fragile Familienkonstrukt, ein Gespinst von Lebenslügen und Verdrängungen. Inszenierung: Matthias Köhler Bühne und Kostüme: Ran Chai Bar-zvi Musik: Philipp Pleßmann Licht: Ewa Górecki Dramaturgie: Carmen Wolfram 110 Min., keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Archetopia

Theater Bonn

Vor uns die Sintflut – darüber sind wir uns wohl inzwischen alle einig. Dystopien der Welt von morgen gibt es die Menge: Klimakrise, soziale Ungleichheit und politische Instabilität – aber was ist mit den schönen Aussichten? Wo sind die positiven Narrative über die Welt, in der wir alt und unsere Kinder groß werden wollen? Und wie finden wir sie? Nicht selten in der Geschichte bedurfte es großer Fahrten, um große Entdeckungen zu machen. Bei diesen Schiffsreisen paarte sich Entdeckergeist mit der Hoffnung auf einen Neuanfang. Und auch in diesem Fall findet sich eine Gruppe von unterschiedlichsten Menschen auf hoher See wieder. Doch was machen sie hier – auf diesem Schiff ohne Crew mitten im Meer? Ist das die neueste Erfindung aus der Ideenschmiede eines Tech-Riesen wie Elon Musk oder Jeff Bezos? Oder steckt eine neue Stiftung dahinter? Ein Thinktank oder die Chinesen? Getarnt als Preisausschreiben einer großen Discounter-Kette, werden Menschen aus den verschiedensten Schichten unserer Gesellschaft auf einer Kreuzfahrt zusammengetrommelt und treffen dort auf historische Figuren, den Zeitgeist und die Künstliche Intelligenz von morgen. Und was nach Luxusurlaub aussah, entpuppt sich zunehmend als Sinnsuche für die Zukunft der Menschheit. Die Macher von LINIE 16 und UNSERE WELT NEU DENKEN um Hausregisseur Simon Solberg begeben sich samt Live-Band auf eine musikalische Reise durch die besten Utopien der letzten 2000 Jahre – von heute und von morgen. Und Sie sind herzlich eingeladen mitzufahren. Hausregisseur Simon Solberg setzt sich in seiner Arbeit kontinuierlich mit politischen und gesellschaftlich drängenden Themen auseinander. In den vergangenen Spielzeiten realisierte er am Theater Bonn u. a. Produktionen wie CANDIDE, UNSERE WELT NEU DENKEN, THE BROKEN CIRCLE, MNEMON und PEER GYNT. Regie und Bühne: Simon Solberg Kostüme: Ines Burisch Licht: Thomas Tarnogorski Dramaturgie: Jan Pfannenstiel 95 Minuten, keine Pause, stroboskopische Effekte
Aufführungen | Oper

Die Liebe zu den drei Orangen

Theater Bonn

Oper in einem Prolog und vier Akten Französisches Libretto vom Komponisten & Véra Janacopoulos nach Carlo Gozzis Komödie L’AMORE DELLE TRE MELARANCE In französischer Sprache mit Übertiteln in Deutsch und Englisch »Einige Kritiker scheinen wenigstens zu versuchen, zu verstehen, wen ich auf den Arm nehmen will: das Publikum, Gozzi, die herkömmliche Form der Oper oder einfach alle, die nicht lachen können!« (Prokofieff) Ein oszillierendes, vitales Spiel um Märchen und Masken, mit Magiern und Monarchen, Prinzessinnen und Prinzen und vielen weiteren Figuren aus dem Reich der Fantasie – all das ist DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN. Vor etwas mehr als 100 Jahren komponiert, wird die Oper nun im Bonner Opernhaus neu gesehen und vom Komödienspezialisten Leo Muscato in Szene gesetzt. Die Oper sprengt die Dimensionen eines naiven Märchens ebenso wie die einer Stegreifkomödie in der Tradition der Commedia dell‘ Arte. Sie wirkt wie ein Vorbild zum experimentellen Avantgarde-Theater der Zwanzigerjahre. Erst nach einigen Schwierigkeiten, bedingt durch den plötzlichen Tod des Intendanten Campanini und eine zögerliche Interimsleitung der Oper in Chicago, erleben die DREI ORANGEN am 30 Dezember 1921 ihre Uraufführung. Schnell tritt – trotz anfänglicher Irritationen – das Werk seinen Siegeszug um die Welt an. Es ist Prokofieffs bekannteste Oper, und ihr berühmter Marsch wird quasi zum musikalischen Erkennungszeichen des Komponisten. Musikalische Leitung: Dirk Kaftan, Daniel Johannes Mayr Inszenierung: Leo Muscato Bühnenbild: Andrea Belli Kostüme: Margherita Baldoni Licht: Max Karbe Choreinstudierung: Marco Medved Dramaturgie: Polina Sandler ca. 2 Stunden 30 Minuten, 1 Pause nach dem 2. Akt
Aufführungen | Schauspiel

Die Kinder

Theater Bonn

Deutsch von Corinna Brocher Das Physiker-Ehepaar Hazel und Robin wollte sich nach seiner Pensionierung endlich den Traum von einem Häuschen am Meer erfüllen: auf einer Wiese ein paar Kühe, die frische Milch liefern, selbstgezogenes Gemüse und Obst aus dem Garten, ein wenig Yoga und viel Ruhe; so ließe sich der gemeinsame Lebensabend gewiss genießen. Doch dann passiert eine Katastrophe. Ein Erdbeben und ein Tsunami sorgen in einem nahegelegenen Atomkraftwerk für eine Kernschmelze. Beide hatten als Wissenschaftler:innen den havarierten Reaktor konzipiert, das Kraftwerk mit aufgebaut, jahrzehntelang dort gearbeitet. Nun ist ihre Zukunft tatsächlich strahlend, allerdings vor Radioaktivität, wenngleich die Grenzwerte auf ihrem Stückchen Land wundersamerweise noch eben akzeptabel sind. Jetzt versuchen sich beide in ihrer provisorischen Behausung am Rande der Sperrzone, mit Stromrationierung, Wasser- und Nahrungsmittelknappheit zu arrangieren. Dann kommt überraschend Besuch: es ist Rose, eine frühere Kollegin, die damals auch in eine Affäre mit Robin verstrickt war, aber die letzten 38 Jahre in Amerika verbracht hat. Dennoch wittert Hazel sofort Gefahr; doch Rose ist nicht gekommen, um alte Liebschaften aufzuwärmen. Sie will sich ihrer Verantwortung als Nuklearwissenschaftlerin stellen und schlägt Hazel und Robin einen Plan vor, der bei den beiden auf Entsetzen stößt… Die junge britische Autorin Lucy Kirkwood verhandelt in ihrem Stück in leichtfüßigen Dialogen mit einer guten Portion schwarzen Humors große Themen: Klimawandel, endliche Ressourcen, Liebe, Alter, Tod und die Frage nach der Verantwortung der Alten gegenüber den Jungen. Virtuos verknüpft sie in ihrem Text das Politische mit dem Privaten: Schuldgefühle treffen auf Egoismus, Verantwortungsgefühl auf Erschöpfung, makabrer Witz auf existenzielle Ängste. Während konträre Positionen aufeinanderprallen und Lebenslügen aufgedeckt werden, wird gleichzeitig danach gefragt, welche Verpflichtung wir unseren Kindern gegenüber haben. Was ist der Preis, den sie in Zukunft für den gegenwärtigen Wohlstand zahlen müssen? Was sind wir unseren Kindern schuldig? Jan Neumann, Jahrgang 1975, absolvierte eine Schauspielausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Er arbeitet als Regisseur und Autor und inszenierte u. a. am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspiel Köln und am Schauspielhaus Bochum. Seit der Spielzeit 2013/14 ist er fester Hausregisseur am Deutschen Nationaltheater Weimar. In Bonn hat er bereits UNTERLEUTEN, DER MENSCHENFEIND, KLEINER MANN – WAS NUN? und in der letzten Spielzeit Shakespeares DER STURM als Familienstück inszeniert. Regie: Jan Neumann Ausstattung: Dorothee Curio Licht: Ewa Górecki Dramaturgie: Carmen Wolfram 95 Minuten, keine Pause, stroboskopische Effekte
Aufführungen | Schauspiel

Bilder deiner großen Liebe

Theater Bonn

Bühnenfassung von Robert Koall Es ist Sommer, Isa aus der Psychiatrie ausgebrochen und nun zu Fuß unterwegs auf einer Art Road-Trip durch das Land. »Die Sterne wandern, und ich wandre auch«, sagt Isa. Sie ist 14 und so viel mehr als das. Man findet in ihr, wenn man will, die ganze Welt. Leichtigkeit und Schwere, Gegenwart und Erinnerung sowie Tod und Leben. »Isabel, Herrscherin über das Universum, die Planeten und alles. Wenn ich will, dass die Sonne steht, steht die Sonne«, behauptet sie, und je weiter man mit ihr barfüßig durch die Welt stapft, desto unzweifelhafter wird diese Aussage. Isa hat ihr eigenes Denken, ihre eigene Realität mit ihren eigenen – oder eben keinen – Regeln. Sie setzt sich dem Leben mit all seinen Facetten schonungslos aus. Jeder Begegnung auf dieser Reise tritt sie mit solch einer unbedingten Intensität, gemischt mit Naivität, Neugierde, Mut, Stärke und Entschlossenheit, gegenüber, dass man staunend danebensteht. Manchmal möchte man warnen und manchmal auch nur bedingungslos miterleben. Ein Binnenschiffer, ein Schriftsteller, ein Kind, ein toter Jäger… – und irgendwo dazwischen Tschick und Maik. Fast zufällig verknüpfen sich an dieser Stelle die beiden Romane Herrendorfs TSCHICK und BILDER DEINER GROßEN LIEBE und bleiben dennoch eigene Werke. Das Mädchen von der Mülldeponie ist nun die Protagonistin und man erlebt aus ihrer Sicht das Treffen auf die beiden Jungs, die mit dem Lada auf dem Weg in die Walachei sind. BILDER DEINER GROßEN LIEBE ist der letzte und unvollendete Roman des Autors, der diesen durch seine vorangeschrittene Krebserkrankung nicht mehr beenden konnte. An manchen Stellen bleibt BILDER DEINER GROßEN LIEBE fragmentarisch, was Isas Denkweise einmal mehr betont. Isa sei so verrückt wie Büchners Lenz, so verloren wie Robert Walsers Jakob von Gunten und kalt wie Camus‘ Fremder, schreibt Iris Radisch in der Ausgabe DIE ZEIT am 19. September 2014 kurz vor der Veröffentlichung und reiht Herrndorfs Romanfragment in die große Weltliteratur ein. Das Theater Bonn wird den Text für junge Menschen ab 14 Jahren auf seiner Werkstattbühne inszenieren und ihnen die Möglichkeit geben, diese Reise mit Isa zu machen und mit ihren Fragen und Themen in den Dialog zu gehen. Regie: Laura Ollech Musik: Johannes Hofmann Ausstattung und Video: Djamilja Brandt Licht: Johanna Salz Dramaturgie: Susanne Röskens 100 Minuten keine Pause, stroboskopische Effekte
Aufführungen | Schauspiel

Treibgut des Erinnerns

Theater Bonn

Welche Erinnerungen holen wir in die Gegenwart zurück? Und welche holen uns ein? Wie prägen Sie unser Denken und Handeln? Woran halten wir uns fest? »Wenn in der Natur eine bestimmte Lichtstimmung herrscht, das Grün einen speziellen Ton hat oder ein muffiger Geruch von Keller in der Luft liegt, bekomme ich häufig Erinnerungsblitze an den Garten meiner Großeltern. Ich sehe vor mir, wie mein Großvater die Rosen schneidet. Ich sehe seine Hände und die kleinen Verletzungen von den Dornen.« Als Treibgut wird bezeichnet, was als herrenloses Gut auf dem Wasser treibt. Seine Beschaffenheit lässt es weder sinken noch zersetzen. Es verbleibt an der Oberfläche oder knapp unter ihr. Treibgut ist kleinteilig und vermeintlich unerheblich. Vor unserem inneren Auge tauchen Bilder, Gedanken, Gefühle, Gerüche, Geräusche als Erinnerungen auf. Manche davon sind so stark, dass sie uns über Jahre und Jahrzehnte begleiten. Wir erinnern mehr, als uns bewusst ist. Erinnerung ist immer auch eine Form von Fiktion. Erinnern heißt Vergessen. Doch warum ist gerade diese Erinnerung eine immer wiederkehrende? Was hallt so stark in uns nach, dass es sich in unserem Gedächtnis wie Treibgut an der Oberfläche bewegt? Wer lebt wie in unseren Gedanken weiter? Alles, an das wir uns erinnern oder was wir vergessen, prägt unser individuelles Handeln sowie unsere Emotionen. Erinnern und Vergessen sind zentrale Schlüssel beim Ergründen unserer persönlichen Identität. Die Inszenierung TREIBGUT DES ERINNERNS begibt sich auf eine Spurensuche in unser Gedächtnis und kreiert aus verschiedenen persönlichen Assoziationsräumen einen erlebbaren Theaterraum. Aus 100 Interviews entsteht eine Erzählung – ein kollektives Gedächtnis-Archiv. Die komplexe Mechanik des Erinnerns thematisierte die Regisseurin Verena Regensburger bereits in ihrer Inszenierung WILDFIRE ROAD. Ihr Interesse als Regisseurin liegt im szenischen Erforschen von unterschiedlichen Aspekten von Kommunikation und der Untersuchung verschiedener Wahrnehmungsformen in einer Auseinandersetzung mit dem Gegenüber und dem Publikum als Ko-Akteur:in. Regie: Verena Regensburger Musik: Azhar Syed Bühne: Marie Häusner Kostüme: Melina Poppe Dramaturgie: Sarah Tzscheppan 70 Minuten, keine Pause, stroboskopische Effekte
Aufführungen | Schauspiel

Frauen vor Flusslandschaft

Theater Bonn

Sie stehen für die Bonner Republik, stehen daneben, wenn ihre Männer Politik machen, stehen auf den Terrassen ihrer Bad Godesberger Villen und schauen auf die Flusslandschaft des Rheins. In seinem letzten Roman FRAUEN VOR FLUSSLANDSCHAFT, erschienen kurz vor seinem Tod 1985, summiert Heinrich Böll als streitbarer Demokrat sein politisches Lebenswerk, das wie kein anderes verwoben ist mit der Gründung und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland in ihren ersten vierzig Jahren. Bölls Blick fokussiert dabei nicht die Männer und Macher, sondern die Frauen an ihrer Seite und im Hintergrund. Ihnen, den Plaudernden, Schweigenden und zum Schweigen Verurteilten, gibt er eine Stimme. Ihre Haltungen – des Unbehagens, der Verweigerung, des Widerstands – bestimmen die Haltung des Romans und erzählen die Geschichte einer unabgeschlossenen Vergangenheit, deren Erinnerung immer auch eine Erinnerung an die Gegenwart ist. Zukunft hingegen ist der Fluchtpunkt des neu für das Schauspiel Bonn geschriebenen Stückes Flut von John von Düffel, das auf seine Romanbearbeitung folgt. Ein überfälliges Postskriptum, schließlich sind nach Bölls scharfsichtiger Zwischenbilanz noch einmal fast vierzig Jahre vergangen. Höchste Zeit für die literarischen Erben der haltungsstarken Gründungsgeneration für einen suchenden Blick zurück nach vorn! Nach KUNST, FRAU MÜLLER MUSS WEG und DER ZERBROCHNE KRUG ist FRAUEN VOR FLUSSLANDSCHAFT / FLUT die vierte Inszenierung von Schauspieldirektor Jens Groß. Er studierte Germanistik und Philosophie, war Dramaturg am Staatstheater Braunschweig, am Niedersächsischen Staatstheater Hannover, am Bayerischen Staatsschauspiel München, am Schauspiel Frankfurt und am Staatsschauspiel Dresden, sowie Leitender Dramaturg am Maxim Gorki Theater Berlin, Chefdramaturg am Schauspiel Köln und ab 2015 Leitender Dramaturg und stellvertretender Schauspieldirektor am Theater Bonn. An diversen Hochschulen war er als Dozent tätig und ist seit 2015 Professor und Studiengangsleiter für Dramaturgie an der Akademie für Darstellende Künste in Ludwigsburg. Seit der Spielzeit 2018/19 ist Jens Groß Schauspieldirektor am Theater Bonn. Regie: Jens Groß Musik: Malakoff Kowalski Bühne: Tom Musch Kostüme: Philipp Basener Licht: Ansgar Evers Dramaturgie: Nadja Groß ca. 90 Minuten keine Pause
Aufführungen | Schauspiel

Columbus

Theater Bonn

Bericht und Bildnis Text & Musik von Werner Egk Christoph Kolumbus ist heutzutage eine mehr als umstrittene Figur: In den USA und einigen lateinamerikanischen Ländern werden seine Denkmäler gestürzt und mit roter Farbe besprüht, weil er symbolisch für die europäische koloniale Vergangenheit steht. Werner Egk ist heute im Gegensatz zu Kolumbus beinahe in Vergessenheit geraten, doch sein Erbe ist nicht weniger umstritten: Seine Karriere erreichte ihren Zenit in der NS-Zeit, zahlreiche Aufträge – auch für solche Anlässe wie die Olympischen Festspiele 1936 –, Dirigate und den Posten als Leiter der Komponistenfachschaft in der Deutschen Reichsmusikkammer akzeptierte er mit Dankbarkeit. Nach dem Krieg gelang es ihm, sich als Widerstandskämpfer zu inszenieren und den Entnazifizierungsprozess schnell hinter sich zu bringen. Die Tatsache, dass seine musikalische Sprache, die sich an der eklektischen und ausdrucksstarken Musik von Strawinsky orientierte, von den parteitreuen Kritikern manchmal kritisiert wurde, diente ihm als Alibi. 1932 näherte sich Egk dem Thema Kolumbus, als er den Auftrag erhielt, eine abendfüllende Rundfunkoper zu komponieren. »Das Textbuch wurde unter Verwendung authentischer Dokumente und altspanischer Literatur geschrieben«, so der Komponist, der anhand verschiedener historischer Quellen für COLUMBUS sein eigenes Libretto verfasste. Er legte großen Wert auf den dokumentarischen Charakter seines Werkes – wie im Untertitel festgehalten: »Bericht und Bildnis« – und führte eine diskursive Ebene ein, in der er das musikalische Geschehen von zwei Sprechern kommentieren ließ. Trotz dieser postulierten Quellentreue mystifiziert Egk die Figur des Kolumbus sowie die Geschichte seiner Amerikareise und wirft gleichzeitig Fragen nach der Schuld und Verantwortung der »Entdecker« auf. Dabei entstand ein einzigartiges oratorienhaftes Werk, das einer besonderen Bühnenlösung bedarf: Nach dem fulminanten EIN FELDLAGER IN SCHLESIEN nimmt sich das Team Jakob Peters-Messer und Sebastian Hannak nun dieser Herausforderung an. Musikalische Leitung: Hermes Helfricht Inszenierung: Jakob Peters-Messer Bühne: Sebastian Hannak Kostüme: Sven Bindseil Video: Robi Voigt Licht: Max Karbe Dramaturgie: Polina Sandler Choreinstudierung: Marco Medved In deutscher Sprache mit Übertiteln in Deutsch und Englisch ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pausen
Aufführungen | Tanz

The People United

Schauspiel Köln

Deutsche Erstaufführung: 21.6.2024 Ein Abend, der die Freiheit des Einzelnen, den Widerstandsgeist einer ganzen Gesellschaft und den Kampf für eine gerechtere Zukunft feiert. In den Mittelpunkt haben Richard Siegal und Igor Levit die Komposition »The Poeple united will never be defeated« von Frederic Rzewski gestellt. Es ist die tönende Vision der Weltrevolution. Vielleicht die schönste Musik, die er je hervorgebracht hat. Kunst und Engagement, Salon- und Alltagskultur, Altes und Neues – alle Klassen und Milieus bekommen ihre Stimme in der solidarischen Polyphonie des Amerikaners. Die Uraufführung des Abends findet am 18. Mai in Bregenz statt. In den Kölner Vorstellungen wird die Komposition von Igor Levits Meisterschüler Mert Yalniz gespielt. Musik: »36 Piano Variations on The People United Will Never Be Defeated« von Frederic Rzewski, Sergio Ortega und Eduardo Carrasco. © Mit freundlicher Genehmigung von Coda Ediciones Musicales / Ediciones Quiroga (Madrid) und Zen-On Music Company (Tokyo) Choreografie: Richard Siegal Bühne: Richard Siegal Kostüme: Flora Miranda Licht & Video: Matthias Singer Musik: Frederic Rzewski, Sergio Ortega & Eduardo Carrasco Dramaturgie: Evan Supple Eine Produktion von ecotopia dance productions und Bregenzer Frühling • In Kooperation mit dem Schauspiel Köln • Gefördert von der Kunststiftung NRW Dauer: 1 Stunde • Keine Pause
Aufführungen | Tanz

More than

Schauspiel Köln

Shahar Binyamini, ein junger israelischer Tänzer und Choreograf, beschäftigt sich in seinen Choreografien mit philosophischen Fragen. Er forscht in all seinen Stücken an der Schnittstelle zwischen Körper, Seele und Geist. Wie hängt das zusammen, wozu dient der Körper dem Menschen? Wohnen Gefühle von Beginn an in unseren irdischen Hüllen oder entstehen sie erst aus unserem physischen Befinden, aus der Bewegung, aus den sinnlichen Empfindungen der Nerven? Verändern sich Gefühle dadurch, was der Körper wahrnimmt? Sein Tanz gibt keine Antworten, sondern zeigt die Suche danach, was der Mensch ist. Wieviel steckt noch vom Tier in uns, oder sind wir Seelen, die in einem Körper gefangen wurden? Binyamini studiert Biologie, bevor der Tanz zu seinem Beruf wird. Er tanzt von 2006 bis 2013 bei der »Batsheva Dance Company« und lässt sich zum »Gaga Movement Language Teacher« ausbilden. Seit 2013 ist er Teil einer Forschungsgruppe am Weizmann Institute für Wissenschaft, wo Tänzer*innen, Wissenschaftler*innen und Choreograf*innen die Beziehung zwischen Wissenschaft und Bewegung untersuchen. Am 14., 15. und 16. Juni 2024 gibt es jeweils um 19.15 Uhr eine Bewegte Einführung zu MORE THAN. Tanzkenntnisse sind nicht erforderlich. Treffpunkt ist der Eingang des Depot um 19.00 Uhr. Anmeldung bitte unter info@tanz.koeln – geringe Platzkapazität. Eine Kooperation mit dem Master-Studiengang »Tanzvermittlung« des Zentrums für Zeitgenössischen Tanz der Hochschule für Musik und Tanz Köln Choreografie, Regie & Konzept: Shahar Binyamini Tänzer*innen: Joseph Kudra, Roni Milatin, Dor Nahum, Or Saadi, Maya Botzer Simhon & Naor Walker Musik: Mark Eliyah, Mohammad Reza Mortazavi & Gamelan Degung Licht: Ofer Laufer Kostüme: Charlie Le Mindu & Shahar Binyamini Künstlerische Beratung: Lea Yanai Eine Produktion von LaLaCollective Koproduziert von Colours International Dance Festival (D), Les Théâtres de la Ville de Luxembourg (L) und MART Foundation (US)
Aufführungen | Tanz

Young Choreographers

Schauspiel Köln

Nach der Koproduktion mit dem Kolumba Museum 2021, BODY TALE, setzt Richard Siegal im Juni 2024 die Förderung einzigartiger junger choreografischer Stimmen fort: YOUNG CHOREOGRAPHERS 2024 präsentiert im – von »Clärchens Ballhaus« inspirierten – Kupferzug im Rahmen der Abschiedswochen von Stefan Bachmanns Intendanz vier Arbeiten von aufstrebenden Choreograf*innen aus dem Ensemble. Livia Gil, Sean Lammer, Margarida de Abreu Neto und Eoin Robinson entwickeln gemeinsam mit Mitgliedern des Ballet of Difference und interdisziplinären Kollaborateur*innen neue Choreografien. In ihrer Einzigartigkeit stehen alle Werke doch in Beziehung zueinander, weil sie alle die Werte verkörpern, auf denen die künstlerische Mission des Ballet of Difference beruht: Individualität, Unkonventionalität und der Mut, Risiken einzugehen und neue Wege zu beschreiten! Der Abend, das letzte Projekt der Residenz von Ballet of Difference am Schauspiel Köln, ist eine Feier dieser Werte und zeigt ihre Relevanz für unsere Gegenwart und mehr noch für die offene Zukunft, die vor uns liegt. Choreografie: Margarida de Abreu Neto / Sean Lammer / Eoin Robinson / Livia Gil Kostüme: Pier-Loup Lacour / Sean Lammer / Eoin Robinson / Livia Gil Licht: Niko Moddenburg
Aufführungen | Schauspiel

Die Lücke 2.0

Schauspiel Köln

2021 jährt sich der Nagelbomben-Anschlag, der die Keupstraße 2004 erschütterte, zum 17. Mal. Die Bomben verletzten 22 Menschen stark, mehrere lebensgefährlich. Im Anschluss wurde jahrelang ausschließlich im Anwohner*innenkreis ermittelt. Opfer und Angehörige des Anschlags wurden als potentielle Täter*innen stigmatisiert. Hinweise darauf, dass der Anschlag rassistisch motiviert sei, wurden von Seiten der polizeilichen Ermittler*innen zum Teil aktiv verschleiert. Der Regisseur Nuran David Calis erarbeitete 2014 gemeinsam mit drei Anwohner*innen und drei Ensemble-Schauspieler*innen das Stück DIE LÜCKE, um die Menschen, deren Leben der Anschlag zutiefst erschüttert und verändert hatte, zu Wort kommen zu lassen. Bei der Premiere der LÜCKE hatte der Gerichtsprozess gegen die Mitglieder des sog. Nationalsozialistischen Untergrundes in München gerade erst begonnen. Er sollte insgesamt fünf Jahre dauern und mit einem für die Angehörigen der Opfer niederschmetternden Urteil enden, denn viele Mitangeklagte kamen mit sehr geringen Strafen davon und waren teilweise gleich nach Prozessende wieder auf freiem Fuß. Auch bei dem im vergangenen Frühjahr veröffentlichten Schuldspruch beklagten die Anwält*innen der Mordopfer, dass das Gericht verpasst hätte, ihnen ein Gesicht zu geben. In DIE LÜCKE 2.0, einer Bearbeitung der ursprünglichen Inszenierung, werden nach sieben Jahren die drei Betroffenen aus der Keupstraße erneut befragt. Wie nehmen sie das NSU-Gerichtsurteil und den Schuldspruch wahr? Wie ist der aktuelle Stand bezüglich des Mahnmals, dem sich immer noch in Planung befindenden Erinnerungs- und Lernortes in Keupstraßen-Nähe? Und wie lässt es sich in Deutschland nach den Anschlägen in Halle, Hanau, Chemnitz und Kassel leben? Regie: Nuran David Calis Bühne: Anne Ehrlich Kostüme: Amelie von Bülow Musik: Vivan Bhatti Video: Sterntaler Film / Adrian Figueroa Dramaturgie: Thomas Laue · Stawrula Panagiotaki Bearbeitung der Inszenierung DIE LÜCKE (2014) Führung über die Keupstraße & Schauspiel Dauer: 40 Minuten Führung • Pause • 2 Stunden Vorstellung Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Aufführungen | Schauspiel

Ein Sommernachtstraum

Schauspiel Köln

Am Athener Hof regiert die Macht auch über die Liebe: Drei Tage noch bis zur Hochzeit des Herrschers Theseus mit der Amazonenkönigin Hippolyta, die er im Kampf besiegt und erobert hat. Und Hermia, die Lysander liebt, soll Demetrius heiraten, wie es ihr Vater will. Beugt sie sich nicht seinem Willen, droht ihr das Gesetz mit Tod oder lebenslanger Einsamkeit. Das junge Liebespaar flieht des nachts in den Wald, verfolgt von Demetrius und Helena, die zwar ihn liebt, aber er nicht sie. Sie geraten in die magische Welt des Königspaars der Elfen – Titania und Oberon – die selbst einen Ehestreit ausfechten. Der gekränkte Oberon will sich mit Hilfe einer Droge und des Kobolds Puck an Titania rächen und gleichzeitig Ordnung in die Liebeswirren der jungen Paare bringen. Ein höllisch-grotesker Trip durch die Wildnis mit mehrfachem Partner*innen-Tausch beginnt, in dem auch ein, in einen Esel verwandelter, Handwerker eine Rolle spielt. Wer liebt am Ende wen? Wer hat die Macht über Triebe, Liebe und Natur? Und welche Rolle spielt der mythische Wald...? Regie: Jan Bosse Bühne/Video: Moritz Müller Kostüme: Kathrin Plath Komposition: Carolina Bigge · Arno Kraehahn Licht: Jan Steinfatt Dramaturgie: Gabriella Bußacker · Jan Stephan Schmieding Bearbeitet und übersetzt von Gabriella Bußacker und Jan Bosse Mit englischen Übertiteln
Aufführungen | Tanz

Viktor

TANZTHEATER WUPPERTAL PINA BAUSCH

In Koproduktion mit Teatro Argentina, Rom Choreografie / Inszenierung: Pina Bausch Dramaturgie: Raimund Hoghe Bühne: Peter Pabst Kostüme: Marion Cito Musikalische Mitarbeit: Matthias Burkert Musik: Pjotr Tschaikowski, Dietrich Buxtehude, Antonin Dvořák, Aram Khachaturian, Italienische Volksmusik, Mittelalterliche Tanzmusik, New-Orleans-Musik, Tanzmusik der dreißiger Jahre, u. a. Uraufführung: 14. Mai 1986, Schauspielhaus Wuppertal Dauer: 3h 15min, eine Pause Preise: 30€/7,50€, 40€/10€, 50€/15€
Aufführungen | Performance

Stimmen. Eine dokumentarische Erzählung vom Jungen Theater Köln

Rautenstrauch-Joest-Museum

Unterschiedliche Stimmen, mal jung, mal älter, sind zu hören und unterschiedliche Sprachen erklingen. Elf Frauen im Alter von 12 bis 40 Jahren erzählen von Dingen, die nie ein Ende zu nehmen scheinen: Flucht, Vertreibung, Gewalt, Verlassenwerden und -sein und nicht zuletzt der Krieg. Grundlage für diese dokumentarische Theaterarbeit sind Interviews mit Menschen aus Deutschland und der Ukraine. Auf unterschiedliche Weise sind sie in ihrem Leben oder ihrem familiären Umfeld Flucht und Vertreibung, Krieg und Gewalt begegnet. In „Stimmen“ kommen sie zu Wort. Vier Räume des Rautenstrauch-Joest-Museums am Neumarkt bilden den Rahmen für diese vielschichtigen Erlebnisberichte. „Stimmen“ dramatisiert die Erfahrungen von Flüchtlingen aus der Ukraine und anderen Teilen der Welt und vermittelt die Träume von Jugendlichen, ihre Wünsche, ihre Sorgen, ihre Hoffnungen. Dabei geht es gleichermaßen um Trauma, Verlust, die Suche nach Identität, Hoffnung und die Zukunft. Im Anschluss an die Aufführung findet ein Publikumsgespräch statt. Anmeldung unter info@junges-theater-koeln.de Darstellerinnen: Helen Abdulmunem, Emma Animashaun, Maryna Bilova, Sophie Dannert, Kseniya Lazorenko, Iryna Leiko, Wilma van Nüß, Adriana Tymochko, Daria Vystavkina, Tamara Zhyvotchenko, Sarah Zielinka / Künstlerische Leitung, Regie, Dramaturgie: Svetlana Fourer / Musik: Matthias Bernhold / Choreographie: Ilona Pászthy / Psychologische Betreuung: Stella Shcherbatova / Theaterpädagogik: Samira Clausius / Dramaturgie: Karolin Berg / Texte: Daria Vystavkina, Kseniya Lazorenko / Dolmetscherinnen: Ganna Gorkovets, Olga Oliynykova / Kostüm: Hannah Beeck / Ukrainische Tracht: Sammlung Ulyana Derkach / Produktionsleitung: Jasmina Toh / Organisation und Verwaltung: Olga Moldaver / Technik: Giusepe Gualano, Lukas Hoffmann Gefördert von Aktion Mensch, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Rheinenergie Stiftung Kultur und Kulturamt Stadt Köln. Für: Jugendliche ab 12 Jahren | Von: Rautenstrauch-Joest-Museum | Treffpunkt: Foyer | Teilnahme: kostenlos
Aufführungen | Performance

Performance MUTTER*SEIN

Rautenstrauch-Joest-Museum

MUTTER*SEIN versammelt die vielstimmigen Erfahrungen von Frauen* und gibt ihren Geschichten und diversen Realitäten Raum. Es entsteht eine Sammlung von Dingen und Erzählungen, die das Alltägliche wichtig nimmt. Eröffnet wird die Ausstellung von einem Chor, der das Muttersein in unserer Gesellschaft betrachtet, kommentiert und selbst zu einer Sammlung von Zuschreibungen, Beobachtungen und Erlebtem wird - mal zärtlich, mal böse und mit notwendigem Witz. Für: Alle | Von: Rautenstrauch-Joest-Museum | Teilnahme: kostenlos
Aufführungen | Schauspiel

Die letzten Männer des Westens

Schauspiel Köln

In einer Fassung von Sibylle Dudek und Tobias Ginsburg Weltweit erstarkt die extreme Rechte und faschistische Bewegungen gewinnen an Macht und Sichtbarkeit. Der Autor Tobias Ginsburg machte sich auf, rechte Netzwerke undercover zu infiltrieren. Was verbindet die unterschiedlichen Szenen? Wie werden Neuankömmlinge rekrutiert? Weshalb spielen Männlichkeitswahn, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit eine so zentrale Rolle? Vorgefunden hat er das Narrativ einer Weltverschwörung, die Erzählung, dass der westliche Mann unterdrückt und vom Aussterben bedroht sei – eine finstere Gruselgeschichte, die wie ein Radikalisierungs-Beschleuniger wirkt. Quer durch Deutschland, in die Tiefen des Internets, in die USA und nach Polen führte Tobias Ginsburg seine Recherche, die 2021 als Buch veröffentlicht wurde. Mit abgründigem Humor und einem menschenfreundlichen Blick zeigte er, wie aus gekränkten Männern Krieger gemacht werden. Und welche Konsequenzen ihr Hass haben kann – für Frauen, queere Menschen und für die offene Gesellschaft. Regie: Rafael Sanchez Bühne: Evi Bauer Kostüme: Ursula Leuenberger Video: Meika Dresenkamp Musik: Cornelius Borgolte Licht: Jürgen Kapitein Dramaturgie: Sibylle Dudek
Aufführungen | Schauspiel

Drahtseilakt / Cambaz GÖSTERİSİ

Schauspiel Köln

Vor gut 50 Jahren kommt es unter anderem bei Ford in Köln und bei Pierburg in Neuss zu »wilden« Streiks, initiiert von Migrant*innen. Sie lehnen sich auf gegen das rassistische, sexistische Lohnsystem und die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Deniz Yılmaz ist Teil des Widerstands. Deniz ist Vorbild, Kollege, Verbündete, Freund*in, Mutter oder Großvater. Deniz ist eine fiktive Figur, entstanden aus den Erfahrungen und Erzählungen des Ensembles. Deniz ist jung und alt. Deniz kommt an und bricht auf. Deniz liebt und vermisst, ist aufmüpfig und angepasst, scheitert und gewinnt. Ein intergeneratives Ensemble begibt sich mit dem Publikum auf die Suche nach dieser fiktiven Figur. Was hat sich seit den Streiks getan und wie sieht Protest heute aus? Bei einem performativen Spaziergang über das Carlswerk-Gelände erzählen sie von Erinnerungen und Widerstand, von dem Mut, sich aufzulehnen, von Solidarität und der Sehnsucht danach, anzukommen. Regie: Saliha Shagasi Co-Regie: Sophie Czarnetzki · Feline Przyborowski · Sabri Spahija Bühne: Sebastian Bolz Kostüme: Melina Jusczyk Musik: Keshav Purushotham · Kutlu Yurtseven Licht: Manfred Breuer Dramaturgie: Johanna Rummeny Produktionsassistenz: Ágnes Nagy · Eva Wittmann Die Regisseurin Saliha Shagasi bringt Spieler*innen aller Spielklubs sowie von DIE LÜCKE 2.0 mit Zeitzeug*innen der spontanen Streiks 1973 und Anwohner*innen aus Mülheim zusammen. Bitte beachten Sie: DRAHTSEILAKT / CAMBAZ GÖSTERİSİ findet z.T. draußen statt. Es wird ca. 1 km Weg über das Carlswerk-Gelände zurückgelegt, dieses ist barrierearm aber nicht barrierefrei. Das Stück findet auf deutscher und z.T. auch türkischer Sprache statt. In DRAHTSEILAKT / CAMBAZ GÖSTERİSİ werden Erfahrungen rund um das Thema Rassismus geschildert.

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