zur Startseite
Aufführungen / Theater Schauspiel Köln
Depot 2
Köln, Schanzenstraße 6-20
Literatur | Lesung

Wie viel

Schauspiel Köln - Depot 2

mit Mareice Kaiser Mareice Kaiser erzählt ihre eigene Geldgeschichte und spricht mit außergewöhnlichen Menschen über Geld. Vom Pfandflaschensammler bis zum Multi-Millionär stellt sie ihnen Fragen: Wie viel Geld ist genug? Wie viel Geld macht glücklich? Wer sollte mehr Geld haben? Wer weniger? Und wie könnte Geld gerechter verteilt sein? Es geht um Armut und Reichtum, um Kälte und Wärme, um Kreditkarten und Mahnungen, um Erfolg und Not, um Chancen und Schicksal, um Macht und Machtlosigkeit – und um das Dazwischen. Es entsteht eine Analyse, die entlang persönlicher Geschichten eine Struktur aufzeigt, die zutiefst ungerecht ist und unser aller Zusammenleben bestimmt. Im Februar stellt die Autorin und Journalistin ihr neues Buch WIE VIEL vor.
Literatur | Lesung

Chantal-Fleur Sandjon: Die Sonne, so strahlend und Schwarz

Rautenstrauch-Joest-Museum

Lesung für Jugendliche ab Klasse 9 In diesem poetischen Coming-of-Age-Roman erlebt Nova, die queere, Schwarze Protagonistin, noch nie da gewesene Gefühle. Seit ihrer ersten Begegnung ist Nova völlig fasziniert von Akoua. Plötzlich ist kein Platz mehr für bittere Erinnerungen an das, was ihre Familie und sie erlebt haben. Doch dann geschieht das Unvorstellbare, und der Schmerz kehrt zurück. Die Berliner Autorin Chantal-Fleur Sandjon schreibt über Rassismus, queeres Leben und Diskriminierung. Moderation: Lena Rumler Kooperation mit der lit.COLOGNE Tickets unter www.litcologne.de/de/weitere-inhalte/anmeldung-lit-kid Für: Jugendliche ab 14 Jahren | Treffpunkt: Forum VHS | Preis: € 3,00
Literatur | Lesung

Kathrin Köller und Irmela Schautz: Queergestreift - Alles über LGBTIQA+

Rautenstrauch-Joest-Museum

Lesung für Jugendliche ab Klasse 7 Während Erwachsene ihr Unwissen zu LGBTIQA+-Themen bisweilen kaschieren, sind junge Menschen oft aufgeschlossen und solidarisch. Sie stellen sich Fragen zur sexuellen Identität: Wie gehe ich damit um, wenn meine Mitschüler:in einen neuen Namen hat, jemand die Einteilung in Jungs und Mädchen doof findet und kein Pronomen mehr will? Und was bin ich erst in den Typen vom Volleyball und dann in meine neue Sitznachbarin verliebt bin? Bi, pan, lesbisch oder doch hetero? Wie kriegt man das raus? Muss ich mich outen? Und was, wenn es morgen doch anders ist? Wenn meine Eltern mich nicht akzeptieren? Kathrin Köller und Irmela Schautz regen an, jede Menge Fragen zu stellen. Sie erklären Labels und wieso man vor Vielfalt keine Angst haben sollte, erzählen von berührenden Gesprächen mit jungen Personen aus den verschiedenen Communitys, präsentieren kurze Videos und gehen mit dem Publikum ins Gespräch. Kooperation mit der lit.COLOGNE Tickets unter www.litcologne.de/de/weitere-inhalte/anmeldung-lit-kid Für: Jugendliche ab 14 Jahren | Treffpunkt: Forum VHS | Preis: € 3,00
Literatur | Lesung

Das Museum spricht. Part 2

Rautenstrauch-Joest-Museum

In 2022 hat In-Haus e.V. das Projekt „Die Baustelle. Aus Konservierung wird Konversation“ durchgeführt. Neue Texte von Sharon Dodua Otoo und Senthuran Varatharajah und ein Konzept für eine rassismuskritische Führung sind dabei entstanden. Daneben hat In-Haus Besucher*innen um ihre Meinungen gebeten: Wie kann ein Museum ein Ort für gemeinsame Erinnerungen in einer diversen Gesellschaft werden? An dem Abend werden die Beiträge von Gisela Casimiro vorgestellt, und Odile Kennel, Lyrikerin und Übersetzerin, liest Auszüge aus der Übersetzung von Robin Coste Lewis "Voyage of the Sable Venus" vor. Zum Abschluss liest Jonas Linnebank seinen Beitrag über den Namensgeber des Museums. Eine gemeinsame Veranstaltung des Integrationshaus e.V. und der KUNTS e.V. in Kooperation mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum. Anmeldung erforderlich unter: workshops@ihaus.org Für: Erwachsene | Treffpunkt: Kitchen | Teilnahme: kostenlos
Literatur | Lesung

Let’s talk about sex, habibi

Rautenstrauch-Joest-Museum

Von den erotischen Abenteuern aus »Tausendundeine Nacht« bis hin zu den Debatten nach der sogenannten Kölner Silvesternacht: Die Sexualität »orientalischer« Männer, Frauen und Queers wird immer wieder fetischisiert. Mohamed Amjahid möchte in diesem Buch einen ungetrübten Blick in die Schlafzimmer Nordafrikas werfen und mit Klischees und rassistischen Stereotypen aufräumen. Auf Basis eigener Erlebnisse und der Erfahrungen seiner Bekannten, FreundInnen und Verwandten erzählt er berührend, witzig, intim und ehrlich, wie die alltägliche Sexualität der NordafrikanerInnen wirklich ist und welche Sehnsüchte dahinter stecken. Dabei fragt man sich: Liegen wir am Ende doch alle im gleichen Bett? Mohamed Amjahid, 1988 in Frankfurt a. M. geboren, ist politischer Journalist, Buchautor und Moderator. Er war Redakteur beim ZEITmagazin und wurde unter anderem mit dem Alexander-Rhomberg-Preis und dem Nannen-Preis ausgezeichnet. Amjahid ist Fellow im Thomas-Mann-House in Los Angeles. Für seine Bücher »Unter Weißen« und »Der weiße Fleck« hat Amjahid viel Aufmerksamkeit bekommen. Er lebt in Berlin. Für: Erwachsene | Treffpunkt: FORUM VHS | Teilnahme: kostenlos | Rahmenprogramm zu: „ LOVE?“, 02.12.2022 - 10.04.2023
Literatur | Lesung

Love? eine Werkstatt - Lesekreis #1

Rautenstrauch-Joest-Museum

Texte von: bell hooks: lieben lernen. Alles über Verbundenheit, Vorwort (S. 11-21) und Kapitel 6 (S. 109-25) sowie Audre Lorde: Vom Nutzen der Erotik: Erotik als Macht, in: Sister Outsider, S. 51-60. Im Rahmen der Werkstattausstellung „LOVE?“, haben die Macher*innen eine Library eingerichtet. Hier finden sich Bücher, die die „romantische“ Liebe gegen den Strich bürsten. Ausgehend von der Kritik an der heterosexuellen Norm und am Konzept der Monogamie befragt die Love? Library das politische und spirituelle Potential der Liebe aus einer queeren Perspektive. Was ist Liebe? Was hat Liebe mit Kolonialismus zu tun? Wie hängen Liebe, Geschlechter und Sexualitäten, Rassismus und Machtverhältnisse zusammen? Von Januar bis März finden monatliche Lesekreise statt. Beim ersten Termin am 18. Januar widmen wir uns den beiden feministischen Autorinnen bell hooks & Audre Lorde. bell hooks und Audre Lorde waren beide Afro-amerikanische, feministische Theoretikerinnen, Schriftstellerin sowie Aktivistinnen und bedeutende Stimmen für Frauen- und Bürgerrechte. In ihren Schriften klagen sie Rassismus, das Patriarchat und Klassen-Diskriminierung an. Liebe und Erotik sind hier ein Weg der Heilung. Dramaturgie & Moderation: Carla de Andrade Hurst & Aurora Rodonò (Diversity Managerinnen RJM) Der Lesekreis steht allen offen. In deutscher Sprache. Anmeldung unter: RJM-Veranstaltungen@STADT-KOELN.DE Betreff: Lesekreis Love: hooks & Lorde Nach Anmeldung erhalten Sie die Texte per Mail.  Weitere Termine: MI 15.2.23 und 15.3.23, 18 bis 20 Uhr Für: Erwachsene | Teilnahme: kostenlos
Literatur | Lesung

Zum 125. Todestag von Wilhelm Joest: „Wer ist Joest?“

Rautenstrauch-Joest-Museum

Am 25.11.1897 starb der Ethnologe Wilhelm Joest auf einem Dampfer im Pazifik, unterwegs von Santa Cruz nach Sydney. Zu seinem Todestag 125 Jahre später nimmt dieser Abend den Sammlungsbegründer des Hauses kritisch in den Blick: mit einer Vorablesung aus der Biographie „Der gesammelte Joest“ (Matthes & Seitz, Frühjahr 2023) und einer anschließenden Gesprächsrunde rund um die Frage, wie sich über einen ethnologischen Sammler der Kolonialzeit heute forschen und erzählen lässt. Hintergrund ist das Forschungsprojekt „Wer ist Joest?“ (2019-2023, gefördert von der Fritz-Thyssen-Stiftung), das sich erstmals umfassend mit dem Sammlungsbegründer auseinandersetzt: mit seinem Forschen, seinem Reisen, seinem Schreiben im Spannungsfeld des europäischen Imperialismus. Lesung und Gesprächsrunde wollen beleuchten, wie der Fokus auf einen Akteur wie Joest zur Dekolonisierung des Rautenstrauch-Joest-Museums beitragen kann. Und auf welche Weise ethnologische Museen (selbst-)kritische Forschung vermitteln können. Die Vielschichtigkeit von Joests Leben wirft viele Fragen auf: Weshalb hat er was gesammelt? Wie wirkt die Perspektive seiner Zeit heute fort? Was erzählt seine Arbeit beispielhaft über ethnologische Museen, die zur Hochphase der europäischen Expansion entstanden. Joest in den Fokus zu rücken, bietet damit einen neuen Zugang auf Sammlertum, Ethnologie und koloniale Vergangenheit: Der konkrete Blick auf ihn und seinen Alltag fordert heraus, sich zu identifizieren, sich abzugrenzen, Positionen in Frage zu stellen. Denn biographisches Erzählen verwandelt Geschichte in etwas ganz Persönliches – als Anregung, die eigene Perspektive auf Gestern und Heute zu erweitern. Und dieser Abend lädt ein, ein Gespräch darüber zu eröffnen, wie das aussehen kann. Gesprächsrunde: Prof. Dr. Elísio Macamo, Universität Basel Belinda Kazeem-Kamiński, Wien Carl Deußen, RJM, Forschungsprojekt „Wer ist Joest?“ Dr. Anne Haeming, RJM, Forschungsprojekt „Wer ist Joest?“ / Autorin „Der gesammelte Joest“ In Kooperation mit der Fritz-Thyssen-Stiftung und dem Verlag Matthes & Seitz Berlin Für: Erwachsene | Von: Museumsgesellschaft RJM e.V. | Treffpunkt: FORUM VHS im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln und als Livestream unter www.youtube.com/RautenstrauchJoestMuseum | Teilnahme: kostenlos
Literatur | Lesung


Tore des Lichts / Aydinlik Kapilari

Schauspiel Köln - Depot 2

MUSIKALISCHE LESUNG Menschheitsträume von sozialer Gleichheit und politischer Emanzipation verschaffen sich seit Jahrhunderten in immer neuen Varianten Gehör: 2021 kamen Mitglieder des Chors der Weltkulturbühne mit dem Kölner Künstler Erdal Şahin für ein musikalisches Projekt zusammen. Mit neu komponierten Stücken stellen sie nun gemeinsam mit Ozan Akhan und Hakan Korkut ein Werk der Weltliteratur vor: Nazım Hikmets DAS EPOS VON SCHEICH BEDREDDIN. Bedreddin lebte und starb für die Verwirklichung seines Traums von Brüderlichkeit, Gleichheit und Freiheit.
Literatur | Lesung

Wir machen weiter

Schauspiel Köln - Depot 2

Im Jahr 2008 fanden sich die Mitglieder der Hip Hop-Combo Microphone Mafia und die Holocaustüberlebende Esther Bejarano mit Sohn Joram und Tochter Edna für ein musikalisches Projektes zusammen. Esther Bejarano zählte zu einer der wichtigsten Stimmen im Kampf gegen Antisemitismus und Faschismus in Deutschland, vergangenes Jahr verstarb sie mit 96 Jahren. Ihren Worten am Krankenbett, »Jetzt müsst ihr weitermachen, meine Rache mit Musik, Worten und Herz weiterführen«, folgt dieser Abend.
Literatur | Lesung

Die unbeugsamen

Schauspiel Köln - Depot 1

Eine Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim, den Münchner Kammerspielen und dem Theater Basel. Lesung & Gespräch Mit Texten auf Deutsch, Farsi und Englisch Am 13. September 2022 wurde Jîna Mahsa Amini von der sogenannten Sittenpolizei in der iranischen Hauptstadt Teheran festgenommen und in die Strafanstalt gebracht. Der Grund: Die 22-jährige Kurdin habe den Hidschāb in der Öffentlichkeit nicht den Regeln und Gesetzen entsprechend getragen. Jîna wurde ins Krankenhaus transportiert, wo sie drei Tage später in Folge von schweren Kopf- und Körperverletzungen starb. Das Ereignis entfachte im ganzen Iran breite Protestbewegungen mit Frauen an der Spitze. Die Menschen fordern das Ende von jahrzehntelanger systematischer Verletzung der Rechte von Frauen und Minderheiten, von willkürlichen Verhaftungen, Folter, unfairen Gerichtsverfahren und Korruption. Die Führung der Islamischen Republik Iran reagiert mit massivem Einsatz von Gewalt. Hunderte sind bisher getötet worden und immer mehr Fälle von getöteten Jugendlichen werden publik. Mit Texten und Stimmen von Journalist*innen, Autor*innen und Aktivist*innen werfen wir im Rahmen dieser Solidaritätsveranstaltungen den Blick auf die aktuellen Ereignisse im Iran. Wir wollen damit den Opfern der Proteste gedenken und zur langfristigen Solidarität mit den Protestierenden aufrufen. Eintritt frei
Literatur | Lesung

EIN BUCH FÜR DIE STADT

Schauspiel Köln - Depot 1

Eine Veranstaltung vom Literaturhaus Köln & Kölner Stadt-Anzeiger Nava Ebrahimis SECHZEHN WÖRTER (btb) ist das »Buch für die Stadt« 2022! Als ihre iranische Großmutter stirbt, fliegt Mona mit ihrer Mutter in den Iran, in die ferne Heimat, zu den Verwandten, die ihr fremd geworden sind. Der Rückflug in ihr Kölner Leben zwischen Coworking und Clubszene ist schon gebucht. Doch dann gerät ihr Aufenthalt zu einem Roadtrip und zu einer Spurensuche. Mit Anne Burgmer spricht Nava Ebrahimi darüber, wie aus Wörtern Geschichten werden und aus Geschichten Identität.
Literatur | Lesung

Lesekreis RESIST!:
#8 Kolonialität verlernen

Rautenstrauch-Joest-Museum

Grada Kilomba: Plantation Memories Im Rahmen der Ausstellung „RESIST! Die Kunst des Widerstands“, mit der das RJM im letzten Jahr 500 Jahre antikolonialen Widerstand in den Blick genommen hat, haben wir eine Library of Resistance – Bibliothek des Widerstands und einen Lesekreis eingerichtet. Nun wird dieser Lesekreis – ausgehend von der kommenden Sonderausstellung I MISS YOU, die 96 Hofkunstwerke aus dem Königreich Benin zeigt und die Themen Trauer, Restitution oder Trauma verhandelt – weitergeführt. Gemeinsam wollen wir Texte von Felwine Sarr, Bénédicte Savoy, Ann Stoler oder Resmaa Menakem lesen und diskutieren und danach fragen, wie wir trotz unterschiedlicher Positionalitäten gemeinsam Kolonialität verlernen können? Wie können wir die von Europa ausgehende koloniale Gewalt ein Stück weit reparieren und die Beziehungen zwischen Europa und dem Globalen Süden im Sinne einer „relationalen Ethik“ (Sarr/Savoy) neu gestalten? Was heißt es, geraubte Kunstschätze nicht bloß zurückzugeben, sondern ausgehend von den Rückgaben die Beziehungen und Traumata zu heilen? Anmeldung unter: RJM-Veranstaltungen@STADT-KOELN.DE Für: Erwachsene | Treffpunkt: BAUSTELLE, Open Space des Rautenstrauch-Joest-Museum Kulturen der Welt | Teilnahme: kostenlos
Literatur | Lesung

Es geht weiter

Schauspiel Köln - Depot 2

Joachim Meyerhoff, fulminanter Schauspieler und Bestseller-Autor, ist zu Gast in Köln – im Gepäck neue, noch unveröffentlichte Texte. Mit seinem sechsteiligen Zyklus ALLE TOTEN FLIEGEN HOCH hat er sein Leben zu Literatur gemacht und erzählt berührend und tragikomisch von seinem Großwerden als Sohn eines Psychiatrie-Direktors, seiner Familie, von Verlusten und großem Glück und den ersten Schritten als Schauspieler. Zuletzt erschien von ihm der Roman HAMSTER IM HINTEREN STROMGEBIET, in dem er behutsam und mit rettendem Witz den eigenen Schlaganfall und das Leben danach beschreibt.
Literatur | Lesung

Finissage mit Al-Hakawati – Erzählkunst aus Syrien

Rautenstrauch-Joest-Museum

Die syrischen Gegenwartskünstler Athil Hamdan am Cello und Hakawati Bassam Dawood lassen die alte Erzähltradition ihrer Heimat wieder lebendig werden. Al-Hakawati ist eine sehr alte Kunst des Geschichtenerzählens mit einer langen Tradition in Syrien. Auf einem großen Holzstuhl sitzend, der sich auf einem Podest befindet, traditionell gekleidet, mit einem Stock in der rechten Hand und einem Fes (Tarbusch) auf dem Kopf bietet ein Hakawati in einem ausdrucksstarken Wechselspiel zwischen Lesen und freiem Vortrag - mit zuweilen dramatischer Tonlage - altbekannte Erzählungen dar. Mit dem Aufkommen von Medien nahm das Interesse an der al-Hakawati-Tradition in Syrien ab und findet heute als kulturelles Gedächtnis in der Diaspora zurück in die Gegenwart. Für: Alle | Teilnahme: kostenlos
Literatur | Buchpräsentation

Unveröffentlichte Fotografien von Hans Helfritz auf Rapa Nui

Rautenstrauch-Joest-Museum

Im Jahr 1946 bereiste der Fotograf Hans Helfritz die so genannte Osterinsel (Rapa Nui). Nach heutigen Erkenntnissen war er der Erste, der die Pazifik-Insel und deren Bewohner*innen in Farbe abgelichtet hat. Die Fotos dieser Reise sind Teil der Fotografischen Sammlung des Rautenstrauch-Joest-Museums. Die beiden Forscherinnen Betty Haoa Rapahango (Rapa Nui) und Tania Basterrica Brockman (Chile) haben sich auf die Spuren Helfritz‘ begeben und gemeinsam mit den Inselbewohner*innen die Geschichten hinter den Fotos recherchiert. Im Jahr 2018 präsentierten sie die Fotografien gemeinsam mit dem RJM in einer partizipativen Ausstellung auf Rapa Nui. Aus dem Projekt ist nun ein Buch entstanden. Wir freuen uns die beiden Herausgeberinnen am RJM zu einer Präsentation der Publikation und ihrer Forschungsergebnisse willkommen zu heißen. Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Sprache statt. Im Anschluss gibt es bei einem kleinen Umtrunk die Gelegenheit zum weiteren Austausch.
Literatur

Uwe Tellkamp: Der Schlaf in den Uhren

Culturall.info - Buchtipps

August 2015: Fabian Hoffmann, der einstige Dissident, steht als Chronist in Diensten der »Tausendundeinenachtabteilung« von Treva. Hier, in den Labyrinthen eines unterirdischen Reichs, arbeitet die »Sicherheit« an Aktivitäten, zu denen einst auch die Wiedervereinigung zweier geteilter Staaten gehörte. In diese Welt ist Fabian einem ihrer Kapitäne, Deckname »Nemo«, gefolgt, um herauszufinden, wer seine Schwester und seine Eltern verraten hat. Zugleich ist Fabian mit einer Chronik befasst, die zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung erscheinen soll. Doch es kommt anders. Fabian gerät auf eine Reise, die ihn tief in die trevische Gesellschaft und ihre Utopien hineinführt. Er analysiert Ordnungsvorstellungen und Prinzipien der Machtausübung, die Verflechtungen von Politik, Staatsapparat und Medien, beobachtet die Veränderungen im alltäglichen Leben. Immer mehr löst sich dabei seine Chronik von ihrem ursprünglich amtlichen Auftrag, streift zurück bis in das Dresden seiner Kindheit, in die stillstehende Zeit vor zwei Epochenjahren. Auf seiner Suche nach Ordnung und Sinn kämpft Fabian gegen die Windmühlen der Macht, die Fälschungen der Wirklichkeit, den Verlust aller Sicherheiten – und gibt doch den Traum von einer befreiten Zukunft nicht verloren. Roman
Literatur

Clemens J. Setz: Die Bienen und das Unsichtbare

Culturall.info - Buchtipps

Georg-Büchner-Preisträger 2021 Pure meaning, pure poetry – diese Idee scheint Menschen in allen Jahrhunderten umzutreiben und anzustacheln. Sie ist der Motor für die Erfindung von Sprachen wie Esperanto, Volapük oder Blissymbolics. Den Anekdoten hinter diesen Plansprachen geht Clemens J. Setz in Die Bienen und das Unsichtbare nach, getreu dem Motto: »Erzähl die beste Geschichte, die du kennst, so wahr wie möglich.« Und diese Geschichte handelt unter anderem von Charles Bliss und seiner Symbolsprache, von Kindern mit Behinderung, die sich mit Blissymbolics zum ersten Mal ausdrücken können. Davon, wie Clemens J. Setz einen Sommer lang Volapük lernt und selbst eine eigene Sprache entwickelt. Es geht um die vermutlich einzige Volapük-Muttersprachlerin, die je gelebt hat, und die Plansprache Talossa für die gleichnamige Mikronation, die ein Teenager 1979 in seinem Schlafzimmer ausrief. Um Klingonisch und High Valyrian, eine Sprache, die für die Fernsehserie Game of Thrones geschaffen wurde. Und um Esperanto, die größte Erfolgsgeschichte in der Welt der Plansprachen, deren Sprecher unter Stalin und Hitler verfolgt wurden und durch die ein junger blinder Russe zum Dichter, Abenteurer und anarchistischen Weltgelehrten wurde. Stets ist es die eigenartige Vermengung von tiefer existenzieller Krise und Sprachenerfindung, die Setz aufspürt und die ihn in ihren Bann schlägt – und so ist dieses Buch auch die persönliche Geschichte des Sprachkünstlers Clemens J. Setz.
Literatur

Juli Zeh: Über Menschen

Culturall.info - Buchtipps

Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein. »Ein Buch, das einem die Augen öffnet für unsere bundesrepublikanische Wirklichkeit.« Denis Scheck / SWR Fernsehen lesenswert (25. März 2021)
Literatur

Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder

Culturall.info - Buchtipps

Preis der Literaturhäuser 2021 Ingo Schulze erzählt davon, wie wird ein aufrechter Büchermensch zum Reaktionär wird – oder zum Revoluzzer? Norbert Paulini ist ein hochgeachteter Dresdner Antiquar. Lange Jahre finden Bücherliebhaber bei ihm Schätze und Gleichgesinnte zum Gedankenaustausch. Doch mit der Wende bricht das Geschäft ein, die Kunden bleiben weg. Paulini versucht mit aller Kraft, sein Lebenswerk zu retten. Doch er scheint dabei ein anderer zu werden. Er ist aufbrausend und zornig. Er wird beschuldigt, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder?
Literatur | Lesung

Horváth, Hoppe, Hitler

Offenbachplatz

von Peter Michalzik / Lesung & Gespräch Was ist es, das den berühmten Schriftsteller Ödön von Horváth, die Schauspielerin Marianne Hoppe und den Diktator Adolf Hitler verbindet? Peter Michalzik geht dem Phänomen ihrer Zeit auf den Grund: der Ausprägung der Masse. Horváth versuchte die Masse in seinen Werken zu erfassen, Hoppe adressierte sie auf der Leinwand – zudem waren beide ein heimliches Paar, in der Zeit von Marianne Hoppes Ehe mit Gustaf Gründgens. Auf unterschiedliche Weise waren Horváth und Hoppe wiederum fasziniert von dem Mann, der die Masse führte und verführte. Peter Michalzik hat Marianne Hoppe persönlich kennengelernt, Archive durchwühlt, Horváths Werke und die Reden Hitlers studiert: Das entstandene Buch ist eine außergewöhnliche Zeitreise, ein ungewöhnliches Porträt à trois und die beeindruckende Erkundung eines Phänomens, das an Aktualität bis heute nicht verloren hat. Peter Michalzik war Theaterkritiker und Redakteur im Feuilleton der "Frankfurter Rundschau". Er veröffentlichte Biografien über Gustaf Gründgens, Siegfried Unseld und Heinrich von Kleist. Er arbeitet am Mozarteum Salzburg und ist Gastprofessor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, wo er mit seiner Familie lebt. Mit: Peter Michalzik • Sophia Burtscher

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.