zur Startseite
© Armin Smailovic
12

Thalia in der Gaußstraße

Die Gaußstraße ist Dependance des Thalia Theaters und Stadtteiltheater von Hamburg Altona gleichermaßen – offen für alle aus dem Großraum Hamburg, aber mit starker Anbindung an den kreativen Melting Pot Altona aus Arbeitern, Künstlern, bürgerlichem Mittelstand und einer zunehmend interkulturellen Gesellschaft. Besonders dem multinationalen Zusammenhang wird das Programm des Thalias in der Gaußstraße verstärkt Rechnung tragen und gleichzeitig Kreativort für ungewöhnliche und junge künstlerische Initiativen sein.

In den letzten zehn Jahren hat sie sich die Gaußstraße vom Fabrikgelände in ein Kreativzentrum mit dem Charme eines New Yorker Hinterhofs verwandelt. Hier hat sich das Thalia eine Spielstätte und Probebühnen erobert. Wir gestalten weiter: Das Foyer ist offener, großzügiger, wohnlicher und lädt noch entschiedener zur Kommunikation ein. Die zweite Spielstätte neben der Thalia Gauß ist die Thalia Gauß Garage, ein Ort mit Patina, ein Ort für Experimente und zum Entdecken.

Kontakt

Thalia in der Gaußstraße
Gaußstraße 190
D-22765 Hamburg

Telefon: +49 (0)40-328 14-444
E-Mail: theaterkasse@thalia-theater.de

Bewertungschronik

Thalia in der Gaußstraße bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Thalia in der Gaußstraße

Schauspiel

No Body

Eine Stückentwicklung von Mable Preach

Premiere: 20.5.2026

Wer Lilian wirklich ist, das weiß niemand so richtig. Weder ihre alten Schulbekanntschaften Hannah und Mia noch ihr bester Freund Jonas. Jahrelang hat sie als Schwarze junge Frau so viel von sich verstecken müssen und dabei ein Stück ihrer selbst verloren. Als es in ihrer ersten Uni-Woche zu einem rassistischen Vorfall kommt, der viral geht, formiert sich Widerstandunter den Studierenden. Ungewollt aber doch mittendrin: Lilian. Und mal wieder zeigt sich, weder Schulhof noch Universität sind neutrale Zonen, auf ihnen wird Welt gespielt – nach allen Regeln. Doch diesmal ist Lilian nicht allein. Sie findet Verbündete und sich selbst.

Die berühmte Hamburger Regisseurin Mable Preach bringt mit NO BODY einen Abend voller Popkultur und Comic-Referenzen auf die Bühne und stellt neben aller Verspieltheit Fragen nach Solidarität. Was lässt sie entstehen und welche Verantwortung tragen Bildungsinstitutionen dabei?

Regie: Mable Preach
Bühne: Dennis Stoecker
Kostüme: Gianna-Sophia Weise
Musik: Kian Jazdi

No Body bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte No Body

© Isabel Machado Rios
Schauspiel

Frommer Tanz

Abenteuer einer Jugend
nach dem Roman von Klaus Mann

Klaus Manns Debüt "Der fromme Tanz "(1926) erzählt von Träumen, Ängsten und Lebenswegen junger Menschen in einer Zeit, die von zahlreichen Krisen und Umbrüchen gezeichnet ist. Ein Schlupfloch finden sie in der Berliner Clubszene – Freiheit und Widerstand scheinen hier noch moglich.

Durch eine offene Auseinandersetzung mit freizügiger und gleichgeschlechtlicher Liebe bricht Manns Werk als einer der ersten Coming-out-Romane seiner Epoche gesellschaftliche Tabus. Es führt uns in die Weimarer Republik, in der Gefühle und Kämpfe einer Generation gegen autoritäre Strömungen zu einem kraftvollen Klang der Befreiung werden. Regisseur Ran Chai Bar-zvi, dessen Inszenierungen politische Schärfe mit poetischer Kraft verbinden, widmet sich nun Klaus Manns erstem großen Prosatext für die Bühne.

Regie: Ran Chai Bar-zvi
Bühne: Ran Chai Bar-zvi
Kostüme: Marilena Büld
Musik: Evelyn Saylor
Video: Pata Popov
Dramaturgie: Mehdi Moradpour

Dauer: 1 Std. 45 Min., keine Pause

Frommer Tanz bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Frommer Tanz

1 Schauspiel

Alles, was wir nicht erinnern

Ein deutsch-polnisches Projekt von Gernot Grünewald und Jarosław Murawski

nach dem Buch von Christiane Hoffmann

Am Ende des von Nazi-Deutschland entfesselten Zweiten Weltkriegs sind mehr als zwölf Millionen Deutsche auf der Flucht oder werden aus ihren Häusern vertrieben – ein kollektives Trauma, das bis heute in den Familien nachwirkt. Es verbindet sich mit dem Schicksal von Millionen Geflüchteten unserer Tage und erhält durch den Krieg in der Ukraine Aktualität.

Im Januar 2020 macht sich die Autorin Christiane Hoffmann in Różyna (Rosenthal), einem Dorf in Niederschlesien, auf den Weg Richtung Westen. Zu Fuß geht sie die 550 km noch einmal nach, die ihr Vater als Neunjähriger im Winter 1945 auf der Flucht vor der Roten Armee mit dem Treck seines Dorfes zurücklegte. Seine Flucht führte ihn schließlich nach Wedel bei Hamburg.

Emotionaler Ausgangspunkt des Weges der Tochter ist ihre Annäherung an den vor kurzem verstorbenen Vater, dessen fehlende Erinnerung an das Geschehen von damals ihr Leben geprägt hat. Es ist der Versuch, die Auswirkungen des Fluchttraumas auf die nächsten Generationen zu begreifen. Für die langjährige Auslandskorrespondentin und derzeitige stellvertretende Regierungssprecherin ist es aber auch eine Reise durch Europa in die gemeinsame Geschichte Deutschlands, Polens und Tschechiens.

Im Februar 2024 reist Regisseur Gernot Grünewald zusammen mit Christiane Hoffmann und dem polnischen Autor Jarosław Murawski nach Różyna, um dokumentarisches Material für den Theaterabend in der Gaußstraße zu sammeln. Sie sprechen mit Zeitzeugen und Nachfahren der 1945 aus der Westukraine vertriebenen polnischen Familien, die heute im Dorf und im Haus der Familie Hoffmann leben. Gemeinsam mit dem Team untersucht Videokünstler Jonas Plümke entlang der Fluchtroute, wie sich diese gigantische Bevölkerungsverschiebung bis heute in Menschen, Häusern und Landschaften abbildet.

Regie: Gernot Grünewald
Bühne: Michael Köpke
Kostüme: Katharina Arkit
Dramaturgie: Susanne Meister
Musik: Daniel Sapir
Video: Jonas Plümke, Rasmus Rienecker
Übersetzung/Recherche Polen: Jaroslaw Murawski

Dauer: 1 Std. 45 Min., keine Pause

Alles, was wir nicht erinnern bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Alles, was wir nicht erinnern

© Katrin Ribbe
Schauspiel

Der König stirbt

von Eugène Ionesco

Der König stirbt. Eigentlich ist sein Tod längst überfällig. Der Staat ruiniert, die Wirtschaft am Boden, die Außenbeziehungen zerrüttet – Zeit abzudanken und anderen das Ruder zu überlassen. Doch je dringlicher die Königinnen und der verbliebene Hofstaat versuchen, dem Herrscher die Realität näherzubringen, desto entschiedener weigert sich dieser, das Unvermeidliche zu akzeptieren. Er klammert sich an seine Rolle, seine Bedeutung, seine Sprache, während seine Welt Stück für Stück zerfällt.

In Jessica Weisskirchens Inszenierung wird das absurde Spiel über Vergänglichkeit, Macht und Kontrollverlust aus Ionescos Meisterwerk des absurden Theaters zur bitterkomischen Bestandsaufnahme unserer Gegenwart. Denn während wir gern vom Ende alter Machtfiguren sprechen, erweisen sie sich realpolitisch als erstaunlich lebendig. Weltweit gewinnen autoritäre Figuren und die Machtfantasien einer alten Ordnung wieder an Einfluss. Todgesagte leben länger – und manche wirken unsterblicher denn je.

Der König wird so zur Figur unserer Zeit: ein Herrscher, der sich selbst beim Untergang zusieht und dennoch nicht abtritt. Ein Abend über Machtfantasien, Verdrängung und die Angst vor Bedeutungsverlust – und über all die Könige unserer Zeit, die einfach nicht gehen wollen.

Regie: Jessica Weisskirchen
Bühne und Kostüme: Wanda Traub
Choreografie: Michael Bronczkowski
Dramaturgie: Johanna Vater
Regieassistenz: Krümmel Buehler

Dauer: 1 Std. 30 Min., keine Pause

Der König stirbt bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Der König stirbt

© Isabel Machado Rios
Schauspiel

K(no)w Black Heroes

von Mable Preach

Akos hat ein Raumschiff gebaut und packt gemeinsam mit ihrer Freundin Essinam die Koffer. Dabei stellen sie sich die Frage: Was nehmen wir mit? Die Antwort ist für sie eindeutig: Die Erfindungen Schwarzer Wissenschaftler*innen – von der Ampel über Teigausrollmaschinen bis hin zur Gasmaske. Und wenn sie auf ihrer Reise einen neuen Planeten entdecken? Dann wird der auf keinen Fall kolonisiert! Sie wollen es besser machen als die Kolonisator*innen und ihre eigenen kulturellen Werte, Religionen und Gesetze nicht dem neuen Planeten auferlegen.

Mable Preach, die in Hamburg auf Kampnagel und in der freien Theaterszene Erfolge feierte, begibt sich gemeinsam mit dem Ensemble in unterschiedliche Genres und Galaxien, um die Schwarzen Errungenschaften unserer jüngeren Zeitgeschichte sichtbar zu machen. Nun liegt es an uns: Was fangen wir an mit all dem Schwarzen Wissen? Welche Zukünfte können wir erdenken?

Regie: Mable Preach
Bühne: Dennis Stoecker
Kostüme: Sarah Meischein
Dramaturgie: Murat Dikenci

Dauer: 1 Std., keine Pause

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

K(no)w Black Heroes bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte K(no)w Black Heroes

© Fabian Hammerl
Schauspiel

Zünzle

Oder die allabendlichen Brandfantasien
von Kaija Knauer

Die Spitzengardinen sind beiseitegezogen, das gute Geschirr im Karton verstaut. Eine junge Frau und ihre Großmutter sitzen zwischen den Dingen, die von einem Leben übrig geblieben sind. Gemeinsam versuchen sie, das Unbegreifliche zu fassen und sich noch einmal zu erinnern: an den Wald vor der Tür, an gemeinsame Besuche im Solebad, an Gute-Nacht-Geschichten und Entstehungsmythen. Sie geben sich ihren Fantasien hin, spielen mit Erinnerungen und deren Erzählsträngen und nehmen einander an die Hand, um alte wie neue Brandherde zu entfachen. Schmerz und Trauer um einen geliebten Menschen werfen die Frage auf, was angesichts ökologischer Verluste von einem selbst noch bleibt. Das gemeinsame Erinnern wird zur treibenden Kraft, mit der sie sich dem Verlust lebenslustig entgegenstemmen.

Wie kann man sich an die Stimme eines Menschen erinnern? Wie an einst lebendige Wälder und Moore, wenn durch Hitze und Dürren ganze Landschaften trist und leblos werden?

Kaija Knauers Dramentext »Zünzle« lässt mit unvergänglicher Kraft Klimatrauer und persönliche Erinnerungen ineinandergreifen. Ihr Text wurde für den Preis für junge Dramatik am Staatstheater Braunschweig nominiert und durch die Wiener Wortstätten gefördert. Regisseur Ilario Raschèr schloss 2024 sein Regiestudium an der HFMT Hamburg ab und bringt ihren Text erstmals auf die Bühne.

Regie: Ilario Raschèr
Bühne: Julius E. Böhm
Kostüme: Luca Punke
Dramaturgie: Darius Hartwig

Dauer: 1 Std. 20 Min., keine Pause

Zünzle bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Zünzle

Schauspiel

Baracke

von Rainald Goetz

Autor Rainald Goetz, rasender Chronist der Gegenwart, denkt in einer sprachgewaltigen Collage aus Szenen und Stimmen jüngste deutsche Gegenwart und Vergangenheit zusammen. Sein Lebenslauf der Liebe fragt nach der Entstehung von Hass und Gewalt und analysiert, wie rechtes Gedankengut und patriarchale Machtstrukturen in der bürgerlichen Kleinfamilie wurzeln.
Die Clique von Bea, Uwe und Ramin gerät in den 90ern in die Wirren der Wendezeit und driftet ab ins rechte Milieu. In einem Versuch, der Enge ihrer Herkunftsfamilie zu entkommen, verliebt sich Beate zunächst in Ramin – und heiratet dann Uwe. Die beiden gründen eine Familie und steigen gesellschaftlich auf. Im Umgang miteinander und mit ihren Kindern spiegeln sie das Leben ihrer Eltern und geben so weiter, was über Generationen gelernt wurde.
Bei einem Hochzeitsfest versammelt Goetz Jahre später die Großfamilie und lässt sie verschiedenste Vorstellungen über das Zusammenleben im 21. Jahrhundert diskutieren. Ein Gegenentwurf? Doch unter der bürgerlich-aufgeklärten Oberfläche, im Keller des Hauses, haben der Hass, die Verachtung und der Krieg überlebt. Am Jahrestag der Aufdeckung der politischen Morde des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) wird die Kleinfamilie von der Vergangenheit eingeholt.

Regisseur Stefan Pucher inszeniert den 2023 entstandenen brisanten Gegenwartstext mit sechs Spieler*innen des Thalia Ensembles als Panoptikum zwischen Performance und Familienstück.

Regie: Stefan Pucher
Bühne: Barbara Ehnes
Kostüme: Annabelle Witt
Musik: Christopher Uhe

Dauer: 2 Std. 20 Min., inkl. Pause

Baracke bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Baracke

© Isabel Machado Rios
Schauspiel

Kaputt, Lieben

von Cy Linke und Team

Wer sorgt für dich, wenn du krank bist? Wer ist an deiner Seite, wenn du Gewalt erlebst? Wer taucht unerwartet auf und bleibt für mehr als einen Kaffee? An wem hältst du dich fest, obwohl du weißt, du solltest gehen? Welche Beziehungen entstehen, nicht, weil du sie willst, sondern weil du sie brauchst? Wer kickt dir in den Arsch, wer lässt dich einfach sein? Sind Wahlfamilien wirklich so gewählt? Und wer bleibt, wenn es hart auf hart kommt? Über Gespräche mit Freund*innen entwickeln Cy Linke und Team die Performance KAPUTT, LIEBEN über das Miteinander in Momenten von Joy, Killjoy und Krisen. Ein radikal ehrlicher, poetischer Abend. Willkommen zum unmöglich möglichen Chosen Family Fest!

Mit großem Dank an die Gesprächspartner*innen:
Laurin Assfalg, David Attenberger, Milena Bühring, Dori Förster, Marietheres Mio Jesse, Sujood Kabha, Joni Kinet, Dennis Dita Kopp, Christine Korfant, Hannah Lesser, Lorenz Nolting, Didine van der Platenvlotbrug, Hilde Rosenboom, Charlotte Tienes, Tjijandjeua ´Gift` Uzera, Yevheniia Vidishcheva, Petra Vormbrocke

Regie: Cy Linke
Bühne, Kostüm und Künstlerische Mitarbeit: Lan Anh Pham
Video und Künstlerische Mitarbeit: Milena Bühring

Dauer 1 Std., keine Pause

Kaputt, Lieben bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Kaputt, Lieben

© Katrin Ribbe
Schauspiel

To My Little Boy

Held aus Polyester
von Caren Jeß

Aaron ist vierzig, Geologe, schön und gesund, hat sein religiöses Elternhaus hinter sich gelassen und stattdessen das Partyleben genossen. Alles könnte fabelhaft sein – doch irgendwie klappt es trotzdem nicht mit dem Sinn im Leben. So sehr er sich auch müht, letztlich ist da nur sein Plüschschwein Tupper, das ihm Halt verspricht.

Caren Jeß schreibt ein Stück über die absolute Überforderung in der Gegenwart. Sie spannt den Bogen zwischen der Angst vor dem Weltende, der Unfähigkeit, sich zu verstehen, und der ewigen Sehnsucht nach der Sicherheit in der Liebe. Rasend komisch und zutiefst ehrlich trifft sie den Geist einer Generation, die dem Schwindel der sich selbst überholenden Zeit entgegentreten muss.

Regie: Marie Bues
Bühne: Heike Mondschein
Kostüme: Amit Epstein
Musik: Lila Zoe Krauss
Dramaturgie: Nora Khuon

Dauer: 1 Std. 40 Min., keine Pause

To My Little Boy bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte To My Little Boy

© Isabel Machado Rios
Schauspiel

Anleitung ein anderer zu werden

von Édouard Louis

Ein anderer werden… Eine Identität beseitigen, um eine andere zu erfinden… Eine Haut abreißen, die sich Herkunft nennt und eine andere anziehen und sie Zukunft nennen und die verhasste Prekariats-DNA aus dem alten Körper heraus meißeln um dann den neuen Körper zum feuchten Traum des intellektuellen Bürgertums zurecht zu adonisieren… Was heißt das?

Édouard, eigentlich Eddy, will nicht arm sein und hungern und auf neue Kleidung verzichten, und will nicht ein Leben lang auf vergessenen 5 km² französischer Provinz vom Haus, in die Schule, in die Fabrik ausdauerlaufen, und will nicht ein Leben lang sein Begehren nach anderen Männern verstecken müssen, Édouard will… eigentlich alles andere als ein anderer sein. Er will dazugehören. Aber er steckt fest. Er steckt fest im Schicksal einer Klasse, eines Milieus, eines Status. Er steckt fest in der Notwendigkeit, sich zu verändern, um seinem Ursprung zu entkommen. Sein Ursprung, der seine Familie ist, seine Arbeiterfamilie, sein Vater. Aber nicht sein Vater zu werden, das Gegenteil des Vaters zu werden, ihn gänzlich hinter sich zu lassen, ihn möglichst abzusägen vom Stammbaum einer schicksalhaften Biografie, das geht doch nicht. Selbst in der grabentiefen Ferne zwischen der Heimat im Proletariat und dem Exil in der Bourgeoisie, bleibt der Vater ihm nah. Eine negative Omnipräsenz, der man sich wie dem eigenen Schatten nie wirklich entziehen kann und vielleicht auch nicht wirklich will. Denn ist da nicht auch Sehnsucht und Zärtlichkeit?

Die Nachwuchsregisseurin Chiara Liotine sucht in einer poetisch-fragmentarischen Adaption des Romans Anleitung ein anderer zu werden des französischen Shootingstars Édouard Louis nach der Beziehung zum Vater und schält sich so Erinnerung um Erinnerung in die Schichten einer komplizierten Beziehung.

Regie: Chiara Liotine
Bühne: Antonia Kamp
Kostüme: Anna Degenhard
Dramaturgie und Choreografie: Natalja Starosta
Musik: Tom Gatza

Dauer: 1 Std. 20 Min., keine Pause

Anleitung ein anderer zu werden bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Anleitung ein anderer zu werden

Schauspiel

Die Odyssee

Eine Irrfahrt nach Homer

„Nur wenige Söhne sind wahrlich gleich ihrem Vater,
meistens sind sie schlechter und nur wenige besser.“

(Homer)

Als Odysseus in den Trojanischen Krieg zog, ließ er seine Frau Penelope mit einem Säugling zurück. Nun, 20 Jahre später, ist der Sohn zum Jüngling herangereift. Telemachos hat seinen Vater nie gesehen. Er kennt Erzählungen über den einfallsreichen Odysseus, aber ob der große Kriegsheld noch lebt, weiß er nicht. Eines Tages erscheint ein Mann auf dem väterlichen Hof auf der Insel Ithaka, der ein großes Bildnis des Odysseus mit sich trägt. Er kennt, wie sich herausstellt, den Kriegsheld: Telegonos ist ebenfalls ein Sohn des Odysseus. Mit seiner Mutter, der schwarzen Zauberin Kirke, lebte Odysseus ein Jahr auf der Insel Aiaia zusammen, nachdem sie die Hälfte seiner Gefährten in Schweine verwandelt hatte. Telemachos und Telegonos erwarten nun gemeinsam die Rückkehr des wandlungsreichen Mannes, den es so oft vom Wege abtrieb, seit er Troja zerstörte.

Antú Romero Nunes (er)spinnt gemeinsam mit den Schauspielern Thomas Niehaus und Paul Schröder die Geschichte des unzuverlässigen Geschichtenerzählers Odysseus.

Regie: Antú Romero Nunes
Ausstattung: Jennifer Jenkins, Matthias Koch
Dramaturgie: Matthias Günther
Musik: Johannes Hofmann

Eine Produktion im Rahmen mit Theater der Welt 2017

Dauer: 2 Std. 10 Min., keine Pause

Die Odyssee bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Die Odyssee

1 Schauspiel

Verwandlung

von Burhan Qurbani frei nach der Erzählung von Franz Kafka

Kafkas Die Verwandlung ist die wohl berühmteste Erzählung über Entfremdung, Anpassung und den Wunsch, gesehen zu werden. Sie birgt die Frage in sich: Was passiert mit denen, die nicht mehr ins System passen?

Burhan Qurbani, bekannt für seine filmischen Überschreibungen von u. a. Berlin Alexanderplatz und Kein Tier. So Wild , überträgt Kafkas Erzählung in eine Gegenwart, in der Zugehörigkeit neu verhandelt werden muss. Vier Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven begegnen sich auf geheimnisvolle Weise – als hätte das Schicksal sie zusammengeführt. Ihre Erfahrungen spiegeln sich: die Angst vor Ausgrenzung, das Ringen um Identität in einer sogenannten pluralistischen Gesellschaft, die Frage nach Anpassung und Selbstbehauptung.
Doch was, wenn nicht Gregor Samsa, sondern die Welt sich verwandelt hat? Qurbanis Stück entfaltet aus Kafkas Motiv der Verwandlung ein vielstimmiges Echo auf unsere Gegenwart – auf die Menschen, die um Sichtbarkeit kämpfen, die sich behaupten müssen in einer Welt, die sie immer schon zum Scheitern verurteilt hat.

Regie: Burhan Qurbani
Bühne: Elisa Limberg
Kostüme: Elisa Limberg
Musik: Camill Jammal
Dramaturgie: Elvin İlhan

Dauer: 1 Std. 40 Min., keine Pause

Verwandlung bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Verwandlung

Schauspiel

Porneia

von Golda Barton nach der Komödie Lysistrata von Aristophanes

Melli forscht über Femizide in Literatur und Mythologie. Tricia kämpft gegen misogynen Online-Hass und hat ihn am eigenen Leib erfahren. Als sie sich fragen, wo Veränderung beginnen kann, rufen sie im Scherz „die Göttinnen“ an – und finden sich, kaum ausgesprochen, ausgerechnet vor den Göttinnen im Olymp wieder.

Demeter, Aphrodite, Athene: gefangen in patriarchalen Strukturen, die auch den Olymp beherrschen und für Frauen nur wenige Rollen vorsehen – Muse, Hetäre, Pornie. Wie dem Patriarchat entkommen? Die eine glaubt an Zärtlichkeit, die andere an Lust als Heilmittel, die dritte an Rache. In ihrer Diskussion mit den beiden Sterblichen offenbart sich ein Jahrhundertthema: Wie leben Frauen mit der Geschichte, die sie nicht selbst geschrieben haben?

Golda Bartons Porneia öffnet einen Raum, in dem Mythos und Gegenwart lustvoll und streitbar aufeinandertreffen und zum Nachdenken einladen – über Gerechtigkeit, verschiedene Perspektiven des Feminismus und die Möglichkeit einer anderen Geschichte: Herstory statt History.

Regie: Isabelle Redfern
Dramaturgie: Andrea Schwieter

Dauer: 1 Std. 40 Min., keine Pause

Porneia bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Porneia

© Armin Smailovic
1 Schauspiel

Asche

von Elfriede Jelinek

„Für mich liegt der Hauptreiz des Theaters darin, subjektive Wahrheiten vergrößern zu können. Dass eben diese Wahrheiten die Hauptrolle spielen und nicht die rationale Gleichwertigkeit. Theater machen ist wie Träume teilen.“ Jette Steckel

In der Gaußstraße hat Jette Steckel – noch bevor sie dort zuletzt 2011 „Der Fremde“ von Camus inszenierte, der 70 Mal gespielt wurde – 2009 eine Adaption von Ilija Trojanows Roman „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ auf die Bühne gebracht. Ein altes Plakat mit diesem Titel hängt dort noch immer in einem Gang. Jetzt kehrt Hausregisseurin Jette Steckel, die in den letzten Jahren am Thalia immer für die große Bühne inszeniert hat, noch einmal in die Gaußstraße zurück. Im Gepäck zum ersten Mal ein Stück von Elfriede Jelinek, deren Texte in unterschiedlichsten Regiehandschriften immer wieder den Weg auf die verschiedenen Bühnen des Thalia gefunden haben.

Jelineks jüngstes Werk „Asche“ ist ein zutiefst persönlicher Text über den Verlust des geliebten Weggefährten, über Trauer und Untröstlichkeit, über das Empfinden, der Welt abhanden zu kommen, wenn der eine Mensch nicht mehr da ist, „verzogen ins Nichts.“ Und was passiert, wenn uns obendrein die Welt, unser Planet abhandenkommt? Das hatte doch einmal so schön angefangen mit der Schöpfung. Die Schönheit der Natur! Und plötzlich ist sie so grausam. „Was waren wir doch für böse Gäste! Nimmer hielten wir Ruh, nimmer hielten wir Rast!“. Die Erde bröckelt schon und an den Rändern ist der Saum runtergetreten. Eine Parallelerde, auf die man hinüberhüpfen könnte, ist nicht in Sicht.

Elfriede Jelineks Schreiben ist, wie sie selbst sagt, ein leidenschaftlicher Akt, eine Art Rage. „Ich sehe, die Regie reicht mir einen Zettel herein: Alles Asche. Das hab ich schon vorausgesehen. Ich mache weiter, sogar in der Wüste würde ich noch weitermachen, im Meer auch, aber nicht lang, bei meinen Schwimmkünsten.“

In Kooperation mit dem Zirkus Zartinka, einem Zirkusprojekt des Z*ART e.V.

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Hanna Krümpfer
Musik: Matthias Jakisic
Leitung ZIRKUS ZARTINKA: Tobias Fiedler

Dauer: 1 Std. 40 Min., keine Pause

Asche bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Asche

© Armin Smailovic
12

Thalia in der Gaußstraße

Die Gaußstraße ist Dependance des Thalia Theaters und Stadtteiltheater von Hamburg Altona gleichermaßen – offen für alle aus dem Großraum Hamburg, aber mit starker Anbindung an den kreativen Melting Pot Altona aus Arbeitern, Künstlern, bürgerlichem Mittelstand und einer zunehmend interkulturellen Gesellschaft. Besonders dem multinationalen Zusammenhang wird das Programm des Thalias in der Gaußstraße verstärkt Rechnung tragen und gleichzeitig Kreativort für ungewöhnliche und junge künstlerische Initiativen sein.



In den letzten zehn Jahren hat sie sich die Gaußstraße vom Fabrikgelände in ein Kreativzentrum mit dem Charme eines New Yorker Hinterhofs verwandelt. Hier hat sich das Thalia eine Spielstätte und Probebühnen erobert. Wir gestalten weiter: Das Foyer ist offener, großzügiger, wohnlicher und lädt noch entschiedener zur Kommunikation ein. Die zweite Spielstätte neben der Thalia Gauß ist die Thalia Gauß Garage, ein Ort mit Patina, ein Ort für Experimente und zum Entdecken.

Thalia in der Gaußstraße bewerten:

Vielen Dank für Ihre Bewertung!

Bewertungen & Berichte Thalia in der Gaußstraße

Aufführungen / Theater Deutsches Schauspielhaus Hamburg Hamburg, Kirchenallee 39
Aufführungen / Theater Thalia Theater Hamburg Hamburg, Alstertor 1
Aufführungen / Theater Thalia in der Gaußstraße Hamburg Hamburg, Gaußstraße 190
Aufführungen / Theater The English Theatre of Hamburg Hamburg , Lerchenfeld 14
Aufführungen / Theater Kampnagel Hamburg, Jarrestraße 20
Ereignisse / Festival Internationales Musikfest Hamburg 1.5. bis 3.6.2026
Aufführungen / Theater Theater Itzehoe Itzehoe, Theodor-Heuss-Platz 1
Aufführungen / Oper Opernloft
Junges Musiktheater Hamburg
Hamburg, Van-Der-Smissen-Straße 4
Aufführungen / Ballett Hamburg Ballett Hamburg, Caspar-Voght-Straße 54
Aufführungen / Theater Theater das Zimmer Hamburg, Washingtonallee 42
Aufführungen / Kabarett Theaterschiff Hamburg Hamburg, Holzbrücke 2 / Nikolaifleet
Aufführungen / Theater Altonaer Theater Hamburg, Museumstraße 17
Aufführungen / Theater monsun.theater Hamburg Hamburg, Friedensallee 20
Aufführungen / Theater Komödie Winterhuder Fährhaus Hamburg, Hudtwalckerstraße 13
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona
Sa 18.4.2026, 19:30 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona
So 19.4.2026, 18:00 Uhr
Aufführungen / Oper Opernloft im Alten Fährterminal Altona
Sa 25.4.2026, 19:30 Uhr
Aufführungen / Aufführung Die Burg - Theater am Biedermannplatz Hamburg, Biedermannplatz 19
Aufführungen / Theater VB Thalia Hamburg, Maike-Harder-Weg 19
Aufführungen / Operette Hamburger Engelsaal Hamburg, Valentinskamp 40 - 42
Aufführungen / Theater Pantheater Haseldorf, Deichreihe 29
Aufführungen / Theater Galli Theater Hamburg Hamburg, Behringstraße 26-28
Aufführungen / Comedy Comedy Club Hamburg Hamburg, Talstraße 10-1210-12

Sie haben noch keinen Login? Dann registrieren Sie sich gleich hier!

Bitte schauen Sie in Ihrem E-Mail-Postfach nach der Registrierungsmail und klicken Sie auf den darin enthaltenen Link.